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Zunehmende Verbreitung von Ambrosiapollen mit hohem Allergiepotenzial

Ambrosia Artemesiifolia (Beifuss-Ambrosie) heißt die am stärksten Allergie auslösende Ambrosienart. Ursprünglich im Osten Nordamerikas beheimatet breitet sich diese Pflanze seit einigen Jahren invasionsartig auch in Europa aus. Bei allergischen Erkrankungen im Kindes- und Jugendlichenalter spielen Sensibilisierungen gegen Inhalationsallergene die größte Rolle.

Während man gegen Hausstaubmilben und Schimmelpilzsporen, wenigstens im Wohnbereich der Kinder, durch Sanierungsmaßnahmen präventiv mit geeigneten Maßnahmen einiges selbst machen kann, leiden die Patienten bei dem unvermeidbaren Kontakt gegen Pollen im Frühjahr und Sommer um so stärker. In Zeiten des Klimawandels beobachtet jeder, dass die Blütezeit und damit die Möglichkeit des Pollenkontaktes schon im Januar eines Jahres beginnen kann und im August/September noch nicht enden muss.

Durch die veränderten klimatischen Bedingungen (Erwärmung) sowie durch das Einschleppen ursprünglich nicht bei uns heimischer Pflanzen in die mitteleuropäische Region erweitert sich auch das Spektrum möglicher Sensibilisierungs-quellen. In diesem Bereich ist Ambrosia (dt. Traubenkraut) bereits ein großes, wohl in der Zukunft weiter wachsendes und sehr ernst zu nehmendes Problem.

Ursprünglich stammt die Pflanze aus Asien bzw. Nordamerika und ist in Europa bisher insbesondere im Osten und Südosten (Ungarn) verbreitet gewesen. Im Jahre 2006/2007 herrschten besonders extreme meteorologische Bedingungen mit vielen Ostwinden. Dadurch hat vorwiegend in den ostdeutschen Bundesländern, aber auch im Westen, die Anzahl von Ambrosiapollen massiv zugenommen.

In den Medien ist darüber sehr intensiv berichtet worden. In der seit vielen Jahren betriebenen Pollenmessstation der Alpenklinik Santa Maria sind aufgrund der schützenden Hochtallage in Bad Hindelang/Oberjoch keine Pollen der Ambrosiapflanze nachgewiesen worden.

Die Blüten der Ambrosia bilden schmale gelbe Kerzen, und die Blätter sind krautähnlich angelegt. Bei günstigen Wachstumsbedingungen wird die Pflanze bis zu einem Meter hoch. Aus medizinischer Sicht ist hervorzuheben, dass Ambrosia eine sehr große Zahl an Pollen produzieren kann. Die Aggressivität der Pollen an Haut und Schleimhäuten von Allergikern ist wesentlich größer ist als bei Gräser – oder Baumpollen.

Jede Pflanze produziert bis zu 3000 Samen und bis zu 1. Mrd. Pollen. Deshalb breitet sich Traubenkraut sehr schnell und besonders weit aus. Die Samen sind sehr haltbar und können noch nach mehreren Jahrzehnten der Ruhe aufkeimen. Wie andere Pollen auch, löst Ambrosia allergische Reaktionen vor allem an den Atemwegen und Augen aus. Die Haut reagiert sofort, wenn ein Allergiker die Pflanze direkt berührt.

Bei kleinen Kindern kann die Allergie auf Ambrosia schnell zu schweren Verläufen eines allergischen Asthma bronchiale führen. Ambrosia verlängert die Pollensaison, da die Hauptflugzeit im August und September ist. Betroffene Allergiker finden in der Hochtallage von Oberjoch Schutz. Angesichts der kühlen, trockenen klimatischen Gegebenheiten findet die Pflanze im Hochgebirge sehr ungünstige Vegetationsverhältnisse vor und kann nicht gedeihen.

Die Pflanze sollte dringend, wo immer sie gefunden wird, entfernt werden. Dabei muss jede gefundene Pflanze zusammen mit der Wurzel ausgerissen, nicht abgerissen werden. Dieses sollte idealerweise im Frühjahr vor Beginn der Blüte stattfinden. Ausgerissene Pflanzen sollten gut verpackt in einer Plastiktüte entsorgt werden. Angesichts der Aggressivität von Samen und Pollen ist die Pflanze auf keinen Fall in der Biotonne zu entsorgen. Sie ist Sondermüll.

Bei begründetem Verdacht durch Eltern oder heimatlichen Kinder- und Hausärzten wird in der Alpenklinik Santa Maria auch auf dieses Allergen in den entsprechenden Allergieuntersuchungen eingegangen.

Zusammenfassend ist festzustellen, dass bei bekannter gegebener Pollenarmut in Oberjoch von einer Allergenfreiheit von Ambrosiapollen gesprochen werden kann. Dies ist bei der Auswahl einer geeigneten Rehabilitationsklinik für Kinder zur Durchführung einer Behandlungsmaßnahme als wichtiger Aspekt immer mit zu beachten.

Quelle: Dr. med. H. Höhre, Chefarzt und Gesamtleiter der Alpenklinik Santa Maria
Kontaktinformationen der Klinik Santa Maria findet ihr hier


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