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Zöliakie – Diagnose

Die Zöliakie Diagnose erfolgt meistens anhand von Blutuntersuchungen und der Untersuchung einer  Gewebeprobe aus dem Darm. Leider sind die Ergebnisse nicht immer eindeutig. Für die Diagnose der Glutenunverträglichkeit gibt es bis heute keine klare, einheitliche Richtlinie.

Blutuntersuchungen

Der Körper bildet bei Zöliakie / Glutenunverträglichkeit Antikörper. Diese zu finden, ist das Ziel einer Reihe von Blutuntersuchungen. Vor dem Bluttest muss der Patient über einen längeren Zeitraum glutenhaltige Lebensmittel konsumieren, andernfalls sind zu wenig Antikörper im Organismus, um sie per Test nachweisen zu können. Empfohlen werden 20 bis 25 Gramm Gluten täglich, für etwa 3 Monate. Diese Menge entspricht ca. sechs Scheiben Brot am Tag.

Das umfangreichste Verfahren zur Blutuntersuchung auf Zöliakie besteht aus den folgenden Tests:

  • AGA-IgA
  • AGA–IgG
  • EMA-IgA
  • tTG-IgA
  • Totales Serum-IgA

Schon ein positiver Test kann ein Hinweis auf eine Glutenunverträglichkeit oder Zöliakie sein. Dann wird der Arzt im nächsten Schritt eventuell weitere Blutuntersuchungen durchführen. Zum Beispiel können Vitamine, Eisen, Proteine, Stoffwechselparameter und Blutkörperchen untersucht werden.

Gewebeprobe aus dem Darm

Für eine sichere Diagnose reichen die Bluttests nicht aus. Nur mittels einer Darmbiopsie, bei der eine Gewebeprobe aus dem Dünndarm entnommen wird, kann festgestellt werden, ob die dortige Schleimhaut verändert ist.

Dafür wird eine Magenspiegelung (Gastroskopie) durchgeführt. Ein kleiner Schlauf wird durch die Speiseröhre bis in den Dünndarm geführt. Schmerzhaft ist die Magenspiegelung nicht, als unangenehm kann sie hingegen schon empfunden werden. Viele Patienten verschlafen die Magenspiegelung ohnehin aufgrund der zuvor verabreichten, müde machenden Schmerz- und Beruhigungsmittel. Bei Kindern wird die Untersuchung grundsätzlich während einer Vollnarkose durchgeführt. 

Sind die Darmzotten verändert und die Darmschleimhaut geschädigt, deutet das auf eine Zöliakie hin. Der Grad der Darmschädigung wird anhand der sogenannten Marsh-Skala festgemacht.

Für die Darm-Biopsie gilt das selbe wie für die Blutuntersuchung: der Patient muss ausreichend lange im Vorfeld glutenhaltige Produkte zu sich genommen haben. Da dabei spürbare Symptome auftreten können, muss diese Einnahme mit dem Arzt abgesprochen werden

Was bedeuten die Testergebnisse

Nur in Kombination mit Blut- und Biopsie-Ergebnissen kann sich der Arzt ein aussagekräftiges Bild verschaffen.

Je nachdem, welche Ergebnisse die einzelnen Untersuchungen erzeugen, kann die Zöliakie Diagnose einfach oder auch sehr schwierig sein.

Die folgende Übersicht zeigt, welche Ergebnisse auf Zöliakie hinweisen, und welche dagegen sprechen.

Testergebnisse Wahrscheinlichste Diagnose / Konsequenzen
Alle Tests negativ Der Körper scheint Gluten sehr gut zu vertragen, ein Verzicht auf glutenhaltige Lebensmittel ist nicht notwendig.
AGA-IgG-Test ist positiv &
Alle weiteren Tests sind negativ
Meistens ist der Untersuchte gesund. Manchmal können jedoch Glutenüberempfindlichkeit oder ein undichter Darm vorliegen.
AGA-TgA- und IgG-Test sind positiv Wahrscheinlich keine Zöliakie, aber ein weiterer Test, der Gliadintest, kann mehr Klarheit verschaffen.
EMA- und tGT-Test negativ &
Gewebeprobe ist negativ
Wahrscheinlich ist es keine Zöliakie. Eine Glutenüberempfindlichkeit könnte aber entstehen. Im Zweifelsfall Gluten-Verzehr einschränken.
EMA- und tTG-Tests sind positiv &
Gewebeprobe ist positiv
Höchstwahrscheinlich liegt eine Zöliakie vor. Das heißt: unbedingt auf Gluten verzichten, sonst kann der Körper weiter dauerhaft geschädigt werden.

Hinweis: Bei Kindern unter 2 Jahren sind die Tests oft nicht aussagekräftig, da die Kinder in dem Alter meist keine ausreichenden Immunreaktionen aufweisen.
 

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