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Wie viel Salbe auftragen?

Wie viel Salbe man auftragen muss ergibt sich häufig leider nur unbrauchbar-theoretisch aus der Dosierungsanleitung des Beipackzettels. Von „kleinflächig“ oder „dünn auftragen“ ist da die Rede oder von Grammzahlen, die man täglich maximal verwenden darf. Doch wie dosiert man die Salbe im Alltag richtig, wie viel muss davon wirklich auf die Haut?

Eine allgemeingültige Anweisung können wir dafür nicht geben, da sich die Dosierungshinweise deutlich unterscheiden. Während manche Mittel nur bis zu maximal 100 Gramm pro Woche verwendet werden können, dürfen andere nur auf bis zu 10 oder 30 Prozent der Haut aufgetragen werden. Starke Cortison-Salben müssen natürlich niedriger dosiert werden als Präparate mit leichteren Wirkstoffen. Allerdings gibt es einige „Daumenregeln“, die bei der Umsetzung der verwirrenden Anweisungen helfen.

Die Fingerspitzeneinheit

Britische Dermatologen haben eine Bezugsgröße namens „fingertip-unit“ (FTU) oder „Fingerspitzeneinheit“ vorgeschlagen. Sie bezeichnet die Menge an Salbe, die aus einer Tube mit einer Öffnung von fünf Millimetern Durchmesser herauskommt, wenn man einen Salbenstrang von Fingerkuppe bis zur Falte über dem vorderen Fingergelenk drückt.

Die abgegebene Menge ist bei Frauen und Männern ähnlich. Mit dem resultierenden halben Gramm Salbe kann eine Hautmenge eingerieben werden, die ungefähr zwei Handflächen entspricht. Von den dünnflüssigeren Cremes benötigt man etwas mehr für zwei Handflächen.

Wissenschaftler der Universität Cardiff haben jedoch festgestellt, dass es Altersunterschiede in der notwendigen Dosierung gibt. Ein Beispiel: wird ein Bein inklusive Fuß behandelt, benötigt ein Baby (in den ersten sechs Lebensmonaten) 1,5 FTU, ein Fünfjähriger schon 3 FTU und Erwachsene bis zu 8 FTU.

Hilfreich ist auch die sogenannte „Hand- und Fingerformel“: 2 FTU = 1 Gramm Salbe = 4 Handinnenflächen.

Die Neunerregel

Die Neunerregel kommt normalerweise bei Hautverbrennungen zum Einsatz. Kopf, ein Arm, ein Oberschenkel und ein Unterschenkel nehmen jeweils neun Prozent der Körperoberfläche eines Erwachsenen ein. Rumpf von und hinten je 18 Prozent.

Da die meisten Hauterkrankungen wie Schuppenflechte oder Neurodermitis eher kleinere Körperflächen betreffen, sind hier andere Maßstäbe notwendig. Für Schuppenflechte-Patienten ist der PASI relevant (Psoriasis Area and Severity Index), bei dem jede Körperregion einzeln hinsichtlich des Psoriasis-Befalls eingeschätzt und mit einer Punktzahl von 1 bis 6 bewertet wird. Mittels Umrechnungsfaktor (wie viel Prozent der Körperoberfläche nimmt das Körperteil ein) kann die Schwere und Ausdehnung der Schuppenflechte bestimmt werden.
Für Patienten, die die Salben-Dosierung ermitteln wollen, ist der PASI jedoch oft kaum zu gebrauchen, da die meisten Betroffenen das erkrankte Gebiet als zu groß einschätzen. Ungeübte sollten sich daher an ihrer Hand orientieren: mit eng anliegenden Fingern macht die Handfläche ungefähr ein Prozent der Körperoberfläche aus.

Quellen:
Arch. Dermatol. 128, 1129-1130; 1992
Br. J. Dermatol. 138, 239-296; 1998

 

 


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