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Welche Tests gibt es zur Nesselsucht-Diagnose?

Bei Verdacht auf Nesselsucht (Urtikaria) sollte man einen Hautarzt aufsuchen. Da sich die Quaddeln nicht immer bewusst herbeiführen lassen und meistens innerhalb von wenigen Minuten bis Stunden verschwinden, sollte man diese fotografieren und dem Arzt zur Sichtung vorlegen. Anhand der Fotos erkennen Dermatologen meist sehr schnell, ob es sich um eine Nesselsucht handelt.

Dazu sollte man idealerweise auch folgende Fragen beantworten können:

  • Wann sind die Symptome aufgetreten? Gab es vorher einen Hautkontakt oder wurde ein bestimmtes Lebensmittel verzehrt?
  • Wo sind die Quaddeln und Schwellungen aufgetreten, an welchem Körperteil und wie stark?
  • Wie lange blieben die Hautveränderungen bestehen?

Ein Nesselsucht-Tagebuch, in dem man die Beschwerden und die möglichen Auslöser dokumentiert, kann ebenfalls zur Klärung beitragen. Neben den obigen Fragen können im Tagebuch folgende Informationen genau aufgeschlüsselt werden:

  • Welche Nahrungsmittel wurden gegessen / getrunken?
  • Wurde Sport betrieben?
  • Welche Medikamente hat man eingenommen?
  • Wie viel Stress hatte man jeden Tag?
  • War die Haut der Sonne, Hitze oder Kälte ausgesetzt?
  • Kam die Haut in Kontakt mit Chemikalien?
  • Hat die Kleidung gerieben? Aus welchem Stoff bestand die Kleidung?
  • Hat man geschwitzt?
  • Wie sehr hat man sich gekratzt?

Je enger die äußeren Umstände und die Nesselsucht-Symptome zeitlich beieinander liegen, umso wahrscheinlicher ist es, dass der Reiz für die Symptome ausgelöst hat.

Ein Nesselsucht-Tagebuch zum kostenlosen Download findet ihr unter http://www.urtikaria.net.

Als erster Schnelltest für zu Hause eignet sich folgende Maßnahme: sobald die Quaddeln auftauchen, nimmt man einen Stift und umrandet sie. Die umkreise Quaddel sollte dann an der markierten Hautstelle innerhalb von 24 Stunden wieder unsichtbar sein. Ist dem nicht so, liegt tendenziell keine Nesselsucht vor.

Um die Auslöser der Urtikaria ausfindig zu machen, bedient sich der Arzt manchmal eines Allergietests. Zwar leidet jeder dritte Betroffene auch unter Allergien. Allergien sind aber nur bei einem Prozent aller Patienten mit chronischer Urtikaria verantwortlich für die Hautkrankheit.

Häufiger als Allergien sind Unverträglichkeiten, zum Beispiel gegenüber bestimmten Nahrungsmitteln, Schuld an der Hautkrankheit. Die Unverträglichkeiten lassen sich nicht mit einem Allergietest nachweisen, sondern nur durch Diäten und bewusste Provokationen des Organismus, also Verabreichungen der verdächtigten Substanz oder indem die Haut einem bestimmten Reiz ausgesetzt wird (z.B. Kontakt mit Kälte).

Auch ein autologer Serumtest, bei dem körpereigenes Blut unter die Haut gespritzt wird, kann helfen.

Weiterhin können internistische Untersuchungen Erkenntnisse liefern: liegen Infektionen des Darms vor, dauerhafte Entzündungen im Hals-, Nasen-, Ohrenbereich oder Autoimmunkrankheiten?

Besteht die Nesselsucht bereits länger als 6 Monate und sind ambulant bisher weder diagnostische Erkenntnisse noch Behandlungserfolge zu verbuchen, wird Patienten oft ein Aufenthalt in einer Klinik zur gründlichen Abklärung empfohlen. Besonders die Provokationstests, bei denen heftige Reaktionen des Körpers drohen, sollten nur unter dauerhafter Aufsicht von Ärzten im Krankenhaus durchgeführt werden.

Nicht zu empfehlen: alternative Testmethoden

Alternativtherapeuten bieten – häufig auch über das Internet, weitere Testverfahren an, mit denen die Nesselsucht diagnostiziert werden soll. Alle Tests, die sich auf Auslöser beziehen, die nach heutigem Stand keineswegs mit Nesselsucht in Verbindung gebracht werden können, sollten vermieden werden, da sie mit höchster Wahrscheinlichkeit nichts nützen.

Hierzu zählen:

  • Auspendeln
  • Bioresonanztests
  • IgE-Antikörpertests gegen Nahrungsmittel
  • Lymphozytentransformationstests
  • Paramedizinische Diagnostik

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