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Weihrauch – Interview mit AureliaSan

Johannes Ertelt ist Apotheker, Leiter der Heidelberg-Apotheke und Gründer von „AureliaSan“. AureliaSan steht für hochwertige Hautpflege mit Weihrauch-Präparaten für Menschen mit Hautkrankheiten und unterscheidet sich von vielen Kosmetik-Unternehmen in vielerlei Hinsicht: während der durchschnittliche Anbieter von Kosmetika bzw. Arzneimittel zum Beispiel weitaus mehr Geld für Marketing ausgibt als für die Erforschung neuer, wirksamer Produkte, steht bei AureliaSan die Forschung im Mittelpunkt. Gemeinsam mit Experten der Universität Tübingen und der Universität des Saarlandes wird Johannes Ertelt und sein Team dabei auch vom Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie mit Fördergeldern unterstützt. Im Interview berichtet Herr Ertelt über den aktuellen wissenschaftlichen Stand zur Wirksamkeit der Heilpflanze Weihrauch bei Neurodermitis und Schuppenflechte und teilt mit uns die neuesten Erkenntnisse zur richtigen Anwendung des Mittels.

Hallo Herr Ertelt, zunächst vielen Dank für Ihre Bereitschaft, uns einen Einblick in die Möglichkeiten und Grenzen der Behandlung von Hautkrankheiten mit Weihrauch zu verschaffen. Wir freuen uns sehr, sie für das Interview gewonnen zu haben. Möchten Sie den Lesern zunächst ein paar Informationen zu Ihrem Hintergrund verschaffen? Seit wann beschäftigen Sie sich mit Weihrauch – und wie kam es überhaupt dazu?

Gerne! Im Jahr 2005 habe ich die Heidelberg-Apotheke in Bisingen von meiner Großmutter übernommen, die bereits 1958 gemeinsam mit meinem Großvater die erste Apotheke am Ort gegründet hat. In unseren Familienbetrieben spielte die Entwicklung und Herstellung eigener Produkte (Arzneimittel und hochwertige Pflegeprodukte wie Kosmetika) schon immer eine große Rolle. 

Zur Gründung unseres Forschungs-unternehmens „AureliaSan“ im Jahre 2005 kam es durch die Überzeugung, dass Weihrauch ein großes therapeutisches Potential besitzt. Mein Vater (ebenfalls Apotheker) hatte seit den frühen 90er Jahren die ersten wissenschaftlichen Publikationen von Prof. Dr. H.P.T. Ammon verfolgt und dachte sich,  dass die beschriebenen Weihrauch-Wirkungen auch auf eine äußerliche Anwendung übertragbar sein müssten. So bestand die Herausforderung darin, einen Weihrauch-Extrakt zu entwickeln, der einerseits die Wirkstoffe enthält und andererseits gute Eigenschaften für eine anschließende Verarbeitung in Cremes besitzt.

Daran tüftelte er in seinem Apothekenlabor bis ein optimaler Weihrauch-Extrakt gefunden wurde. Durch das geweckte, wissenschaftliche Interesse sowie die positiven Rückmeldungen unserer Kunden, wagten wir die Gründung eines eigenen Forschungsunternehmens.

Seit 2008 untersuchen wir im Rahmen einer Forschungskooperation mit der Universität Tübingen und der Universität des Saarlandes, gefördert durch das Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie, Extrakte, Wirkstoffe und pharmakologische Wirkungen des Weihrauchs. Das gemeinsame Ziel von uns und unseren Partnern ist die Entwicklung wirksamer Produkte bei Hautkrankheiten wie Psoriasis (Schuppenflechte) und Neurodermitis.

Weihrauch wurde schon vor 5000 Jahren von den Ägyptern als Heilmittel eingesetzt, auch in der chinesischen Medizin spielt es seit Jahrhunderten eine Rolle. Warum ist das in Europa anders? Wieso gewinnt die Pflanze erst seit ein paar Jahren an Interesse seitens der europäischen Wissenschaft und Hautheilkunde?

Schon im Mittelalter war es auch in Europa bekannt (Hildegard von Bingen) und ab 1827 bis 1941 war Weihrauch im Deutschen Arzneibuch (DAB) aufgeführt. Danach sind leider viele Heilpflanzen in Vergessenheit geraten. So auch der Weihrauch. Der Grund liegt in der Entdeckung und der häufig leichteren Herstellung von chemischen Wirkstoffen, die  die heutige Arzneimittellandschaft prägen. Nur 8% aller Arzneimittel sind pflanzlichen Ursprungs. Im Europäischen Arzneibuch ist der Weihrauch allerdings wieder seit ein paar Jahren gelistet.

Die neuen wissenschaftlichen Erkenntnisse zu dieser sehr alten, vielleicht eine der ältesten, Heilpflanze überhaupt, die seit der 90er Jahre stetig zunehmen, rücken Weihrauch wieder auf die Bühne der therapeutischen Optionen.

Welche Beweise gibt es derzeit für die Wirksamkeit von Weihrauch bei Hautkrankheiten? Wie bewerten Sie die bisherigen Untersuchungen und Studien – können sich die Betroffenen auf die Ergebnisse verlassen?

Auf der weltweit ersten, wissenschaftlichen Informationsplattform zum Thema Weihrauch – www.weihrauch.org – hat Prof. Dr. H.P.T. Ammon alle wissenschaftlichen Arbeiten, darunter experimentelle Untersuchungen, Pilotstudien bis hin zu klinischen Studien thematisch geordnet.

Aus all diesen Arbeiten zeigt sich sehr eindrucksvoll die Wirksamkeit von Weihrauchextrakten bei verschiedenen Erkrankungen. Die entzündungshemmenden Eigenschaften konnten auch bei Hautkrankheiten durch Pilotstudien für verschiedene Extrakte gezeigt werden. Leider sind die Kosten für klinische Studien für Forschungseinrichtungen oder für kleinere Unternehmen zu hoch. Wie groß diese Effekte im Vergleich zu Standardtherapien sind, ist Aufgabe weiterer klinischer Untersuchungen. Wir sind aber durchaus sehr optimistisch, dass solche geplanten Anstrengungen verlässliche Ergebnisse im Sinne der evidenzbasierten Medizin liefern können.

Aus der Anwendungspraxis wissen wir jedoch um die hohe Zufriedenheit der Anwender. Diese Erfahrungswerte motivieren uns zusätzlich, den wissenschaftlichen Weg weiterzugehen. Daraus begründet sich auch unser Claim „Weihrauch – vom Glauben zum Wissen“. Wir glauben an Weihrauch und wissen von Jahr zu Jahr mehr über das wertvolle und besondere Harz.

Was unterscheidet Weihrauch von den vielen anderen „Wundermitteln“, die immer wieder angepriesen werden – und am Ende leider viel zu oft zu nichts führen als Frust bei den enttäuschten Patienten?

Weihrauch sollte nicht als Wundermittel angepriesen werden, es kann vielen Menschen helfen, Juckreiz, Rötungen oder auch Verhornungen zu reduzieren und die zu Entzündungen neigende Haut zu beruhigen. Doch auch beim Weihrauch gilt: jeder Mensch ist anders und kann daher unterschiedlich reagieren. Wichtig ist generell eine solide wissenschaftliche Basis, die einen möglichen Nutzen plausibel und fachlich korrekt erklären kann, ohne dabei zu verklären.

Mich ärgert es jedes Mal, wenn dem Weihrauch alle denkbaren Wirkungen beigelegt werden und diese gerade von Anbietern – meist reine Vertriebsfirmen –, die im Übrigen nie wissenschaftlich aufgefallen sind, von A bis Z ausgeschlachtet werden. In der Art der Bewerbung, der Intensität der Beratung und in der fachlichen Kompetenz trennt sich die Spreu vom Weizen. Da hilft wirklich nur fragen, fragen, fragen. Eben am besten Ihren Arzt oder Apotheker… ☺

Wie kann man Weihrauch anwenden, pur, als Teil von Cremes und Salben oder in Tablettenform? Welche Anwendungsform ist am wirkungsvollsten?

Pur schmeckt Weihrauch sehr bitter und klebt im angefeuchteten Zustand schnell auf der Haut. Am besten ist daher der Einsatz von Weihrauch-Extrakten, die sich in Cremes verarbeiten lassen und eine definierte Zusammensetzung haben. Es gibt auch Produkte, die eingenommen werden können. Man geht hierbei von einer stärken Wirkung aus.

Kann man Weihrauch überdosieren? Gibt es eine Weihrauch-Allergie? Was sind die größten Fehler bei der Anwendung von Weihrauch?

Man kann alles überdosieren, selbst Kochsalz. Eine Überdosierung kann im Prinzip nur bei oraler Anwendung (Kapseln, Tabletten) auftreten. Daher ist die individuelle Beratung in der Apotheke so wichtig. Jeder Mensch ist anders gestrickt. Dies muss bei Festlegung von Dosierschemen, den angestrebten Effekten stets bedacht werden. Eine Weihrauch-Allergie ist bisher nicht bekannt. Jedoch enthält auch Weihrauch viele ätherische Öle, die eine empfindliche Haut reizen können.

Umso mehr wundern wir uns, dass es Produkte am Markt gibt, die zwar auf die bekannten und beschriebenen Weihrauch-Wirkungen abzielen, selbst aber nur Weihrauch-Öl zusetzen, das allerdings keine besonderen Wirkungen aufweist. Es ist daher ein Fehler, keinen Extrakt einzusetzen.

Sie haben sich der Wissenschaft verschrieben, Herr Ertelt. Die Behandlung von Hautkrankheiten ist ein riesiger Markt, auf dem sich auch etliche schwarze Schafe tummeln. Woran erkennen Patienten seriöse Anbieter? Und welche Signale sollten einen vorsichtig werden lassen?

Das Internet kann helfen, sich ein schnelles Bild über Anbieter jedweder Art zu machen. Gibt es seriöse Publikationen zum Thema? Auch solche Schwerpunkt-Plattformen wie die Ihrige helfen Betroffenen, seriöse Information schneller und vor dem Kauf zu finden.

Kritisch sind übertriebene Darstellungen, Vorher-Nachher-Vergleiche, Angebote, die nur noch heute gelten oder riesige Ersparnisse versprechen, Geld-zurück-Garantien, uvm.. Es lohnt auch immer, einen Blick ins Impressum zu werfen. Wo ist der rechtliche Sitz der Firma?

Ansonsten ist der nächste Gang in die Apotheke immer ratsam. Als Apotheke hat man einen viel größeren Zugriff auf weitere (Fach-)Informationen, kann einzelne Inhaltsstoffe bewerten, etwaige Allergien des Kunden berücksichtigen und im Prinzip sortiert die Apotheke für die Kunden die schwarzen Schafe schon raus. Auch Reklamationen lassen sich so leichter regeln.

Welche Produkte bietet die AureliaSan an, welches ist für wen geeignet, wo können Interessierte sich beraten lassen und wo kann man die Produkte erwerben?

Unsere AureliaSan-Produkte stellen durchdachte Pflegeprodukte dar, die die Besonderheiten der Anwenderkreise berücksichtigen. Durchdacht deswegen, weil unsere Kosmetika mit dem Wirkstoff Weihrauch z. B. auf alle Zusatzstoffe, die die empfindliche, bereits gereizte Haut von Neurodermitikern oder Psoriatikern zusätzlich irritieren könnten, verzichten. Dazu können Duft-, Parfüm-, Konservierungsstoffe oder auch Emulgatoren zählen.

Weniger ist manchmal wirklich mehr. Daher konzentrieren wir uns auf wenige Produkte, die auch therapiebegleitend eingesetzt werden können. Wie z. B. NEURELIA® Weihrauch-Creme und PSORELIA® Weihrauch-Creme. Nicht vergessen möchte ich das ARELIA®-Weihrauch-Gel, das zum Schutz und zur Pflege von Haut, Muskeln und Gelenken eingesetzt werden kann.

Interessierte können sich entweder in der Apotheke oder auch gerne direkt bei uns beraten lassen. Für Fachpersonal steht seit Ende 2010 die erste Fortbildung rund ums Thema Weihrauch online, damit die neuesten wissenschaftlichen Erkenntnisse umgehend dem Beratungsgespräch mit dem Kunden zugutekommen können.

Die Produkte können in jeder Apotheke portofrei bestellt werden. Einfach die sog. PZN angeben oder direkt bei uns im Online-Shop.

Vielen Dank für das interessante Interview. Wir freuen uns über Ihre Unterstützung und wünschen Ihnen und AureliaSan weiterhin viel Erfolg!

Zur Website von AureliaSan.


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