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Waschmittel-Allergie und Neurodermitis

Waschmittel-Allergien gehören dem Allergie-Typ-IV an, den Kontaktallergien. Bei einem einmaligen Kontakt mit den Inhaltstoffen von Waschmitteln kommt es fast nie zu allergischen Reaktionen. Der dauerhafte Kontakt mit den Rückständen von Waschmitteln in der Kleidung kann die Haut jedoch durch Substanzen wie Duftstoffe, Tensiden oder Seifen irritiert werden und mit Rötungen und Ekzemen reagieren. Obwohl das Gefahrenpotential von Allergien durch Waschmittel umstritten ist, sollten vor allem Menschen mit allergischen Ekzemen, Neurodermitis oder Schuppenflechte bestimmte Substanzen vermeiden, um Juckreiz, Rötungen und Hautausschlägen vorzubeugen.

Grundsätzliche Tipps:

  • bei empfindlicher Haut auf Weichspüler verzichten
  • Waschmittel speziell für empfindliche Haut verwenden
  • Wäsche nicht im Freien trocknen (u.a. wegen Pollen)
  • Wäsche vor dem ersten Tragen am besten 2 Mal waschen
  • weniger Inhaltstoffe sind besser als mehr Inhaltstoffe

Bleichmittel

Noch immer findet man in vielen Waschmitteln das Perborat (wie in Persil), ein Bleichmittel. Nach dem Bleichen entstehen aus Perborat Borsalze. Diese wirken als Pflanzengifte, verunreinigen das Abwasser und schädigen dann ungefiltert die Umwelt. Gegenüber dem umweltfreundlicheren Percarbonat wirkt Perborat jedoch länger.

Hautreizend! (nicht zu verwechseln mit Chlorbleiche, die durchaus zur Neurodermitis Behandlung eingesetzt werden kann).

Duftstoffe

Fast alle Waschmittel und Reinigungsmittel enthalten Duftstoffe wie Parfüm. Parfüm bezeichnet sogenannte polyzyklische, also aus mehreren Ringen bestehende, meist fettlösliche Moschus-Verbindungen, die der Gesundheit schaden können. Der Körper nimmt sie aus der Wäsche über die Haut auf, anschließend reichern sich die Verbindungen im menschlichen Gewebe an und wurden unter anderem im Fettgewebe sowie in der Muttermilch nachgewiesen.

Duftstoffallergiker aufgepasst, auch bei als natürlich angepriesenen ätherischen Ölen! 

Enthärter

Zu den häufig verwendeten Enthärtern gehört Phosphat, weniger umweltschädigend sind Zeolith, Citrate und Silikate. Die Enthärter verhindern unter anderem, dass sich das Kalk im Waschwasser auf der Wäsche absetzt.

Kein Problem! - Enthärtetes Wasser macht Ekzeme bei Kindern sogar unwahrscheinlicher

Enzyme

Um Eiweiße, Fette und Stärke auch bei niedrigen Temperaturen abzubauen, werden gentechnisch gewonnene Enzyme in Waschmitteln eingesetzt. Vorsicht: Manchmal lösen Enzyme Allergien aus oder verstärken sie. Das gilt vor allem für den direktem Hautkontakt mit dem Waschmittel. Bei hohen Temperaturen werden die meisten Enzyme zerstört, sodass Rückstände von Enzymen an der Kleidung eher ungefährlich sind.

Finger weg! (Enzyme sind auf der Verpackung gekennzeichnet)

Metalle

Zwar kommen Metalle wie Chrom, Nickel oder Kobalt in einigen Waschmitteln vor, allerdings in so geringer Konzentration, dass allergische Reaktionen selbst bei einer bestehenden Chrom-, Nickel- oder Kobalt-Allergie sehr unwahrscheinlich sind.

Finger weg bei Allergien!

Optische Aufheller

Optische Aufheller sind aber dennoch in den meisten Waschmitteln, vor allem Vollwaschmitteln, enthalten. Ihre Aufgabe ist es, einen Gelbstich aus heller Wäsche zu entfernen. Sie sind nicht nur umweltschädigend, sondern stehen auch unter Verdacht, die Gesundheit anzugreifen. Auch eine – bisher nicht vollständig erforschte – hormonelle Wirkung soll von den optischen Aufhellern ausgehen. Durch Studien bestätigt sind diese Verdächtigungen nicht, aber dennoch:

Eher unnötig und gesundheitsschädigend – besser vermeiden!

Tenside

Tenside reinigen dort, wo Wasser nicht ausreicht. Seife ist das bekannteste Mitglied der Tenside. Es gibt vier Arten: die anionischen, kationischen, amphoteren und die nichtionischen Tenside. Während anionische Tenside auch aus pflanzlichen Stoffen wie zum Beispiel Kokos gewonnen werden können und meistens sehr gut hautverträglich sind, sind längst nicht alle der kationischen, amphoteren und nichtionischen Pendants zu empfehlen. Als besonders aggressiv gilt die Chemikalie “Laurylsulfat”, die aufgrund der niedrigen Preises noch Bestandteil sehr vieler Waschmitteln ist. Laurylsulfat und andere Tenside greifen den natürlichen Fettfilm der Haut sowie die Schleimhäute an und können allergische Reaktionen hervorrufen.

Tenside nur begrenzt zulassen – besser geeignet sind schonenende, ph-neutrale Waschmittel und “seifenfreie Seifen” ohne Tenside

Kationische Tenside

Ein beliebtes Mittel vieler Weichspülmittel-Hersteller. Kationische Tenside machen Wäsche geschmeidiger und weich, erleichtern das Bügeln und können die fürs Trocknen nötige Zeit verringern. Die Stoffe sind nicht nur giftig für Wasserlebewesen, sondern können auch Unkrautvernichtungsmittel wirksamer machen und sind insgesamt umweltschädigend.

Achtung Hautreizung – lieber meiden!

Welche “Qualitätszeichen” für Allergiker und Neurodermitiker taugen – und welche nicht

  • 1. Platz ECARF-Qualitätssiegel für allergikerfreundliche Waschmittel
    Anforderungen: an Neurodermitikern getestet und für gut geeignet befunden bei sensibler, zu Allergien neigender Haut
    Bisher hat ECARF, die europäische Stiftung für Allergieforschung, 7 Waschmittel – alle aus dem Hause Henkel – mit dem Siegel versehen:
    Persil Sensitive Gel,
    Persil Sensitive Megaperls®,
    Persil Sensitive Pulver,
    Spee Gel Sensitive,
    Le Chat Sensitive Gel,
    Le Chat Sensitive Tabs,
    Le Chat Sensitive Lait de Soie
  • 2. Platz: Qualitätszeichen Naturtextil
    Anforderungen: vollständige Deklaration der Inhaltsstoffe, nicht gesundheitsschädigend, ökolisch
    -> aufgrund der strengsten Standards für Allergiker und Neurodermitiker das zuverlässigste Siegel nach ECARF
  • 3. Platz: Global Organic Textil Standards (GOTS)
    Anforderungen: ähnlich dem Platz 1, aber mit Abstufungen nach Anteil der Biofasern und mit Augenmerk auf allergieauslösende Stoffe
    -> ebenfalls empfehlenswert
  • 4. Platz: Öko-Tex Standard 100 Plus
    Anforderungen: gesetzliche Grenzwerte für Schadstoffe nicht überschritten, umweltverträglich
    -> nur bedingt empfehlenswert, da Allergien nicht explizit beachtet werden
  • 5. Platz: Toxproof
    Anforderungen: gesetzliche Grenzwerte für Schadstoffe nicht überschritten
    -> nur bedingt empfehlenswert, da Allergien nicht explizit beachtet
  • 6. Platz: Europäisches Umweltzeichen
    Anforderungen: umweltverträgliche Produktion
    -> nur bedingt empfehlenswert, da Allergien und Gesundheitsaspekte nicht explizit beachtet werden

Tipp: Weniger ist mehr! Wer bereits unter Allergien leidet, sollte so wenig Waschmittel wie nötig verwenden. Dadurch bleiben weniger allergene Rückstände an der Kleidung zurück. Auch ein zusätzlicher Spülgang kann die Wäsche von den chemischen Rückständen der Waschmittel befreien.

Quellen:
Hautsache,
Hautfreund (DNB),
wikipedia,
ECARF,
http://www.n-tv.de/wissen/Enthaerter-helfen-bei-Ekzemen-article52119.html


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2 Antworten zu “Waschmittel-Allergie und Neurodermitis”

  1. ilse sagt:

    Nach dem “Erfolg” des Neuanstrichs meiner Wohnung wurde eine sehr starke Reaktion auf Methyl- und Benzisothiazolinon und (Chlor)Methylisothiazolinon) festgestellt.

    Hier fehlt z.B. der Hinweis, dass sich diese Konservierungsstoffe ebenfalls in “Persil Sensitive Gel” befinden. Es befindet sich ausser in den hier beschriebenen Produkten ebenfalls in sehr vielen anderen Sensitive-Produkten, sei es Waschmittel, Putzmittel oder auch im Klarspüler für die Spülmaschine. Aber auch Sensitive-Kosmetikprodukte sind davor nicht gefeit. Herzlichen Dank den Farbenherstellern. Nein, diese Allergie war mir vorher nicht bekannt.

  2. admin sagt:

    Hallo,

    wer nocheinmal nachlesen möchte, was Benzisothiazolinone genau sind, wie und warum sie von der Industrie eingesetzt werden und ab welcher Konzentration sie Allergien auslösen können, findet mehr Informationen unter http://jucknix.de/benzisothiazolinone/

    Ilse, im Namen unserer Community vielen Dank für Deinen Erfahrungsbericht.

    Jens – Autor von jucknix.de

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