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Warzenkraut

Warzenkraut (auch Schöllkraut, Chelidonium majus) ist eine giftige Heilpflanze. Die Bezeichnung „Warzenkraut“ verdankt sie dem Umstand, dass der gelbliche Saft der Pflanze Warzen vertreiben soll. Das Kraut sieht unauffällig aus und erinnert an Unkraut. Der gelbliche Saft tritt aus, wenn man den Stengel abbricht.

Daneben sind folgende Bezeichnungen üblich:

  • Afelkraut
  • Augenkraut
  • Goldwurz
  • Hexenmilch
  • Krätzenkraut
  • Gelbkraut
  • Maikraut
  • Rotlaufgras
  • Schwalbenwurz
  • Teufelskraut

Warzenkraut – Eigenschaften und Vorkommen

Das Kraut ist eine Pflanzenart aus der Gattung Chelidonium, zugehörig zur Familie der Mohngewächse. Die Pflanze wächst zwei- bis mehrjährig, wird bis zu 70 cm hoch und hat ein ästiges Rhizom. Ihr Milchsaft ist gelblich-orange. Die Pflanze verfügt über gestielte, wechselständige Laubblätter, die an der Unterseite etwas heller und leicht behaart sind. Sie verfügt über einen runden Stengel und gelbe, vierblättrige Blüten.

Warzenkraut blüht von Mai bis Oktober. Bevorzugt wächst es an Hecken, Mauern und Wegrändern. Sie kommt überall dort in Europa, Asien, im Mittelmeerraum und in Nordamerika vor, wo gemäßigtes, warmes Klima herrscht.

Der Saft des Schöllkrauts ist milchig und schmeckt unangenehm, scharf und bitter. Die Blüten verschließen sich bei schlechtem Wetter, ihre Stiele senken sich dann ab. Bestäubt wird die Pflanze durch Insekten. Die Verbreitung der Samen geschieht durch Ameisen.

Warzenkraut – Wirkung und Anwendung

Gesammelt wird das Warzenkraut von Juni bis Juli (Handschuhe benutzen!), nach dem Einsammeln der Pflanze wird sie in dünnen Schichten getrocknet.
Neben der Behandlung von Warzen wurde das Kraut schon vor langer Zeit bei Erkrankungen von Leber oder Galle sowie bei Verstopfung und anderen Beschwerden im Magen-Darm-Trakt und sowie weiteren angewendet – es wirkt (bei):

  • Antibakteriell
  • Beruhigend
  • Entkrampfend
  • Entzündungshemmend
  • Galle
  • Gallenblasenentzündung
  • Gallengries
  • Gelbsucht
  • Gicht
  • Krampflösend
  • Leber
  • Leberschwellung
  • Magenschmerzen
  • Menstruationskrämpfen
  • Reiz- und Krampfhusten
  • Rheuma
  • Schmerzstillend
  • Warzen
  • Zellwachstumshemmend

Heutzutage verwendet man das Schöllkraut kaum noch als Einzelmittel, stattdessen wird es kombiniert mit anderen Kräutern.

Verwendet werden kann der Saft der Pflanze als Tinktur oder Presssaft. Da er die Haut stark reizt und giftig ist, sollte man jedoch nur sehr geringe Mengen verwenden.

Die (giftige) Wirkung des Warzenkrauts wird zurückgeführt auf:

  • Alkaloide: Berberin, Chelerythrin, Chelidonin, Coptisin, Spartein, Sanguinarin, Chelidoxanthin (enthalten in oberirdischen Teilen der Pflanze sowie in der Wurzel, konzentrieren sich im Herbst in der Wurzel, wodurch diese hochgiftig wird)
  • Flavone
  • Bitterstoffe

Chelidonin, Coptisin und Protopin wirken antibakteriell, antiviral und antimykotisch.

Chelerythrin und Sanguinarin wirken toxisch.

Bei innerlicher Anwendung wirken die Bitterstoffe und Flavone vor allem auf Galle und Leber, sie fördern den Gallenfluss an, entkrampfen und regen die Leberfunktion an.

Die entzündungshemmende und analgetische Wirkung von Warzenkraut sind schwach ausgeprägt.

Angewendet wird die Pflanze u.a. pur oder als Salbe („Glaucionsalbe“). Auch im nach wie vor umstrittenen Mittel gegen Krebs mit dem Namen Ukrain sind Teile des Krauts enthalten.

Werden größere Mengen verschluckt, drohen schwere Reizungen des Magen-Darm-Traktes mit folgenden Symptomen:

  • Brennen
  • Schmerzen
  • Übelkeit und Erbrechen
  • Durchfall (zum Teil blutig)
  • Leberschäden (Hepatitis, Cholestase, Leberversagen)
  • Kreislaufversagen und Tod bei schweren Vergiftungen

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