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Warenproben-Psychologie oder ein Ausflug in die Welt der undankbar Beschenkten (Gastbeitrag)

Das Verhalten von Menschen, wenn sie etwas gratis bekommen können ist erstaunlich. Selbst bei kostenlosen Warenproben wie Duschgel oder Lebensmittel lassen sich interessante Muster erkennen – ein Blick auf bescheidene Beobachtungen.

Kostenlose Warenproben und Produkttests rufen teilweise das abstruseste Verhalten in Menschen hervor. Sobald etwas gratis ist, will man es haben, muss man es gerade zu haben. Wer hat nicht schon einmal miterlebt, wie sich eine endlos lange Schlange vor einem Stand in der Einkaufsstraße gebildet hat, weil es angeblich etwas gratis gibt. Man stellt sich auch an, wartet, wartet noch etwas länger, nur um irgendwann wirklich einen Blick auf das Geschehnis zu werfen und festzustellen, dass es sich um ein Glücksrad handelt. Noch ist die Hoffnung groß, dass man etwas Tolles erdreht. Aber spätestens beim genaueren Hinsehen, muss man leider feststellen, dass sich auf der Drehscheibe weder der große Gewinn, noch ein phänomenaler Preis verbirgt.

Meist gibt ein Feld etwas mehr her, aber immer noch nur eine Kleinigkeit… Hinter den ganzen – im Übermaß vorhandenen – Nieten verbergen sich Trostpreise. Immer noch ein Dreh wert, denkt sich der geneigte Teilnehmer, bis er schließlich dran ist, natürlich einen solchen Trostpreis erdreht und schließlich eine Warenprobe in der Hand hält: Duschgel, Creme oder eine Parfümprobe. Ein ironisches Super geht den meisten vermutlich durch den Kopf, manchmal erahnt man einen solchen Gedanken sogar im Gesicht des Betroffenen. Ein leichtes Zucken an den Mundwinkeln, ein kurzer Seufzer, ein Zucken der Nase oder sogar rollende Augen und ein bitterböser Blick. Meiner Einschätzung nach ist diese Reaktion die üblichere. Die Wenigsten werden sich wohl über ihre kostenlose Warenprobe freuen.

Dabei besteht ein Tester geradezu auf seine Warenprobe, wenn es darum geht, eben diese zu gewinnen oder als Tester ausgewählt zu werden. In Foren und auf Internetseiten, auf denen man kostenlose Warenproben ordern kann, flippen die User fast aus, wenn sie ihre Warenproben nicht sofort nach Testauswahl bekommen. Die Nutzer scheinen immer etwas zu Meckern zu haben. Das reicht von der Beschwerde darüber, dass man nicht ausgewählt wurde. Entweder ist das dann schade oder es geht nicht mit rechten Dingen zu. Der Nutzer wundert sich, warum er nicht ausgewählt wurde. Warum seine Bewerbung, sein Beitrag oder sein Glück nicht ausreicht, um die kostenlose Warenprobe zu bekommen. Und wenn sie die Warenproben testen dürfen, geht es dennoch weiter. Warum sind die Warenproben noch nicht versendet worden. Wo bleibt mein Paket? Die Testseiten achten nicht selten auf Transparenz und informieren genauestens über jeden Schritt des Produkttests. Aber der Nutzer will seine kostenlose Warenprobe und das am besten sofort.

Dabei würde ein Blick auf die Beschreibung oder in eine Mail zum Test die Frage schon vor dem Stellen beantwortet. Und OWEHE der Paketbote kommt, wenn der Tester nicht zu Hause ist oder das Paket wird beim Nachbarn, in der Packstation oder bei der nächsten Filiale abgegeben. Und wenn es wirklich mal zu einem Problem kommt, was ja durchaus mal vorkommen kann, wie ein Fehler beim Drucken der Adresse oder es wurde die falsche Ware versendet, dann fühlen sich die Tester gerne verarscht und nicht ernst genommen. Amüsant sind dann die Beiträge der genervten Tester in den Foren oder direkt auf der Testerseite. Wenn sich die Tester schon über eine gratis Warenprobe so aufregen können, fragt man sich, wie sehr sich aufregen, wenn sie erst einmal Geld für das georderte Produkt gezahlt haben.

Das war ein kleiner Ausflug in die Welt der kostenlosen Warenproben und das Verhalten, welches diese bei Produkttestern auslösen können. Das sind natürlich nur kleine Ausnahmen und ein sehr einseitiger Blick auf für Außenstehende amüsante Einzelfälle.
 

Der Beitrag wurde uns dankenswerterweise von brandnooz.de, dem großen Portal für Produkttests, zur Verfügung gestellt.


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