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Von hochbegabten und hyperaktiven Allergikern

Cornelia Klioba, Referentin des DGhK e.V., der Deutschen Gesellschaft für hochbegabte Kinder, berichtet von zahlreichen Begegnungen mit allergiekranken Hochbegabten. Doch leiden hochbegabte Kinder wirklich öfter unter allergischen Erkrankungen als andere Gleichaltrige? Und wenn ja, warum?

Kinderärzte können diesen manchmal gefühlten Zusammenhang zwischen Allergien und Hochbegabung (IQ >130) nicht bestätigen. Anhand von Studien konnte diese Parallele nämlich bisher nicht nachgewiesen werden. Was zunächst erst einmal nichts daran ändert, dass es sie zu geben scheint.

Die am häufigsten vertretene These zur Begründung eines möglichen Zusammenhangs lautet: hochbegabte Kinder sind empfindlicher, haben also auch „dünnere Haut“. Weit hergeholt scheint diese These nicht. Schließlich ist zur Entwicklung einer Hochbegabung auch ein besonders hohes Maß an Sensibilität, und zwar emotional wie auch körperlich. Das macht hochbegabte Kinder oft stressempfindlicher, emotional angespannt und nervös. Hinzu kommt, dass die Kleinen täglich die Erfahrung machen müssen, anders als ihre Spielkameraden und Mitmenschen zu sein. Viele Hochbegabte fassen dies in ihrer Kindheit als negativ auf und meinen, daran „Schuld“ zu tragen.

Das Immunsytem reagiert auf Stress. Und es ist auch das Immunsystem, das beim Kontakt mit Allergenen ausschlägt. Wenig verwunderlich ist daher, dass sich Stress und allergische Reaktionen auch gegenseitig beeinflussen können. So erhöht ein größeres Stresslevel zum Beispiel die Stärke und Dauer allergischer Reaktionen. Verantwortlich dafür sind Botenstoffe, die zwischen Stressereignissen und der Anpassung des Immunsystems vermitteln.

Bekannt ist mittlerweile auch, dass Kinder mit Aufmerksamkeitsdefizitsyndrom, dem ADS, doppelt so häufig an Allergien, Asthma und Neurodermitis leiden, wie Kinder ohne diese Beeinflussung der Psyche. Die Hyperaktivität, das ständige Sichauspowern der kleinen ADS-Patienten schwächt nämlich das Immunsystem und die Abwehrkräfte. Und ein angeschlagenes Immunsystem ist also weniger tolerant gegenüber vermeintlichen negativen Fremdeinwirkungen wie Allergenen.

Bei allergiekranken Kindern mit ADS spielt die psychologische Versorgung auch bei der Allergie-Behandlung eine wichtige Rolle. Eine stabilere Psyche kann zu gelinderten allergischen Reaktionen führen.

Dass eine ähnliche Behandlung der Allergien auch bei hochbegabten Kindern bedeutsam sein dürfte, liegt auf der Hand. Soziale Einbindung, ein gestärktes Selbstwertgefühl und das richtige Maß zwischen Unter- und Überforderung können dann auch die Sensibilität gegenüber Allergenen verringern.

Quellen:
DGhK e.V.
Allum
Aktionsplan Allergien
Hautsache.de
 

 


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