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Verbrennung (Verbrühung)

Eine Verbrennung (Verbrühung) schädigt durch eine Hitzeeinwirkung von mehr als 45°C das Gewebe. Von einer Verbrühung spricht man, wenn heiße Flüssigkeiten oder Dampf Ursache der Hitze ist. Bei hohen Temperaturen kann es zu Zellschädigung oder zum Zelltot kommen, sowie zur Gerinnung der hauteigenen Eiweißpartikel und zur Verkohlung. Wie stark die Verbrennung ist, hängt davon ab, wie hoch die Temperatur und wie lang die Zeit der Einwirkung ist. Jährlich erleiden in Deutschland zwischen 10.000 und 15.000 Menschen eine so starke Verbrennung oder Verbrühung, dass eine Behandlung im Krankenhaus notwendig wird.

Je nach der Tiefe der Verbrennung bzw. Verbrühung liegt ein Schweregrad zwischen eins und vier vor – bei einem typischen Sonnenbrand liegt beispielsweise meist eine Verbrennung ersten Grades vor, gekennzeichnet durch Rötungen, Schwellungen und leichte Schmerzen. Geschätzt wird zudem das Ausmaß der Verbrennung nach der Größe der betroffenen Hautfläche in Bezug auf die gesamte Körperoberfläche.

Hierzu wird das Ausmaß des betroffenen Areals prozentual zur gesamten Körperoberfläche angegeben, für eine schnelle Einschätzung wird meist die „Neuner-Regel“ angewendet. Dabei nehmen folgende Körperteile jeweils 1, 9 oder 18 Prozent der Gesamtfläche in Anspruch:

  • Kopf: 9 Prozent
  • Arm: 9 Prozent
  • Brust: 18 Prozent
  • Rücken: 18 Prozent
  • Bein: 18 Prozent
  • Handfläche: 1 Prozent
  • Genitalien: 1 Prozent

Da Kleinkinder andere Proportionen haben (zum Beispiel einen im Verhältnis zum Körper deutlich größeren Kopf) als Erwachsene, müssen in diesen Fällen abweichende Regeln zum Einsatz kommen.

Behandelt werden Verbrennungen oder Verbrühungen je nach Tiefe der Verletzung unterschiedlich. Eine genaue Beurteilung ist oft erst am zweiten oder dritten Tag nach dem Unfall möglich. 

Wie gut die Verbrennung wieder abheilt, hängt ebenfalls von der Ausdehnung und der Tiefe ab sowie vom Alter des Betroffenen und seinen Voerkrankungen, ebenso von der Erstbehandlung am Unfallort und der anschließenenden Therapie. Bilden sich schwere Narben, kann eine lebenslange Nachbehandlung erforderlich werden.

Opfer von Verbrennungen und Verbrühungen sind häufig kleine Kinder. Daher sollten geeignete Sicherheitsmaßnahmen im Haushalt eingehalten werden. Mehr dazu unter Verbrennungen vorbeugen.

Wie die Haut aufgebaut ist

Wer Verbrennungen verstehen will, sollte den Aufbau der Haut kennen. Sie ist je nach Körperregion zwischen 0,5 und 5 Millimetern dick, besonders kräftig ist sie am Hinterkopf, am Rumpf und an den Streckseiten der Gliedmaßen. Je dicker die Hautschicht, umso besser ist sie vor Verletzungen geschützt.

Unterteilt wird die Haut in die zwei Hauptschichten Kutis und Subkutis. Die oberste Schicht, die Kutis, besteht aus der Oberhaut (Epidermis) und der sich darunter befindenden Lederhaut (Korium). Die Zellen in der Epidermis sind dafür verantwortlich, dass sich die Haut innerhalb von vier Wochen regenerieren kann. Die Lederhaut enthält von Gefäßen, Muskeln und Nerven durchzogenes Bindegewebe, die Subkutis (Unterhaut) besteht auf Fettgeweben und Blutgefäßen.

Die Haut übernimmt vielfältige wichtige Funktionen – daher kann eine Verbrennung schwere Folgen haben:

  • sie speichert Fett und Flüssigkeit
  • sie schützt den Körper vor Flüssigkeitsverlust und Schäden durch äußere Einwirkungen
  • sie reguliert die Wärme des Körpers, indem sie Blutgefäße verengt oder erweitert
  • sie ist ein Sinnesorgan, das Berührungen, Schmerz und Temperaturen erfühlt

 

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Verbrennung (Verbrühung)
Verbrennung (Verbrühung) – Ursachen
Verbrennung (Verbrühung) - Symptome und Schweregrade
Verbrennung (Verbrühung) – Diagnose
Verbrennung (Verbrühung) – Behandlung (Sofortmaßnahmen)
Verbrennung (Verbrühung) – Behandlung im Krankenhaus
Verbrennung (Verbrühung) – Nachbehandlung
Verbrennung (Verbrühung) – Verlauf
Verbrennung (Verbrühung) vorbeugen
 


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