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Trehalose

Trehalose ist ein Zweifachzucker (Disaccharid), der aus zwei verknüpften Glucose-Molekülen besteht. Er zählt zu den nicht-reduzierenden Zuckern. Seit 2001 ist die Substanz EU-weit als „neuartiges Lebensmittel“ (Novel Food) zugelassen. Zuvor wurde Trehalose nicht in Lebensmitteln verwendet.

Trehalose – Eigenschaften

Bei Trehalose handelt es sich um einen besonders stabilen Zucker mit einer Süßkraft von 45-50%. Trehalose besteht aus zwei besondersartig verknüpften Glukose-Molekülen.

Der Stoff bindet kaum Luftfeuchtigkeit und kann daher als Glasur verwendet werden, die die Feuchtebarriere und die Haltbarkeit von zum Beispiel Lebensmitteln erhöht. Der Zucker karamellisiert nicht, wirkt nicht abführend und ist eine reine Quelle von Glukose, was ihn zu einer guten Alternative für Menschen mit Fruktose- oder Laktose-Intoleranz macht.

Der Zucker gilt als idealer Energiespender für Sportler, da der Verzehr nur einen moderaten Blutzuckeranstieg sowie einen geringen Insulineffekt mit sich bringt.

Hergestellt wird Trehalose vorwiegend ohne Gentechnik mittels Enzymen aus Tapiostärke. Der Zucker kann jedoch auch mittels gentechnisch veränderter Bakterien (E. coli) produziert wird – hier ist allerdings nicht bekannt, inwiefern das Verfahren heute eingesetzt wird. Dies muss nämlich nicht gekennzeichnet werden, da die Trehalose in mehreren Verarbeitungsschritten aus Stärker hervorgeht, und nicht direkt aus gentechnisch veränderten Pflanzen wie Mais.

Pro 100 Gramm enthält Trehalose:

  • Brennwert:    1516 kJ / 362 kcal
  • Kohlenhydrate:    90,20 g
  • davon Zucker:    90,20 g

Wo kommt Trehalose vor und welche Funktion erfüllt es?

Trehalose kommt natürlich in verschiedenen Pflanzen (als Reservestoff) sowie Pilzen vor, zudem in der Hämolymphe diverser Insekten.

Auch für Bakterien spielt der Zweifachzucker eine wichtige Rolle: nur wenn er sich in ihren Zellen anreichert, können sie Stresssituationen wie erhöhte Trockenheit überstehen, ohne dass dabei ihre Eiweiße zerfallen. Bestimmte Bakterien wie Mycobakterien und Corynebakterien bauen Trehalose zudem in ihre äußerste Zellwandschicht ein, womit die Bakterien leichter in den Organismus eines Wirts eindringen können.

Der Mensch baut ihn im Dünndarm mittels des Enzyms Trehalase zu D-Glucose ab.

Wo wird Trehalose verwendet?

Trehalose gilt als natürliches Frostschutzmittel – es schützt in Kombination mit anderen Substanzen verschiedenes Gewebe.

Wird die Trehalase bei Insekten gehemmt, sterben diese – die Stoffe sind grundsätzlich also auch als Insektenbekämpfungsmittel relevant.

In der Lebensmittelindustrie kommt Trehalose unter anderem vor in:

  • Getränken
  • Tiefkühlprodukten (schützt vor Zerfall)
  • Schokolade
  • Kaugummi (ist säurestabil, wird daher langsamer abgebaut als normaler Zocker – der Kaugummi bleibt damit länger süß)
  • Backwarren
  • Eis (sorgt für die cremige Textur von Fruchtsorbets oder Eiskrem)
  • Fruchtzubereitungen und Konfitüre
  • Fertigsaucen
  • Senf
  • Der Zucker eignet sich zudem als kalorienarme und fettfreie Frittier-Substanz.

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