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Tinkturen

Tinkturen (von lat. Tinctura: „Färben“) sind Extrakte aus pflanzlichen oder tierischen Grundstoffen, die mittels Extraktionsmittel hergestellt werden, meist 70%igem Alkohol, Wasser, Spiritus, Äther oder Aceton. Mittels „Mazeration“ wird ein Stoff einem Lösungsmittel wie Schnaps ausgezogen.

Manchmal wird der Begriff Tinkturen auch verwendet, wenn eine alkoholische Lösung anderer Grundstoffe vorliegt – zum Beispiel die auf Jod basierende Jodtinktur.

Wird in der Tinktur nur eine Pflanze oder ein chemischer Stoff wie Jod gelöst, spricht man von einfachen Tinkturen (Tinctura simplex), wurden mehrere Substanzen aufgelöst, handelt es sich um zusammengesetzte Tinkturen (Tinctura composita).

Tinkturen basieren üblicherweise auf Heilpflanzen und werden entweder tröpfchenweise innerlich oder verdünnt äußerlich auf der Haut angewendet.

Man unterscheidet fertige Tinkturen aus der Apotheke („offizielle Tinkturen“), selbstgemachte Tinkturen homöopathische Urtinkturen und Kräuteressenzen. 

Tinkturen aus der Apotheke

Tinkturen, die in der Apotheke fertig erhältlich sind, wurden nach dem Standard des Deutschen Arzneibuchs (DAB) hergestellt. Sie werden immer aus getrockneten Pflanzenteilen (Blüten, Wurzeln, …) sowie aus 70- oder 90%igem Weingeist erstellt, wobei die Herstellung Kontrollen unterliegt.

Vorteil dieser Tinkturen ist auch, dass sie meist dieselbe, standardisierte Wirkstoffmenge enthalten, sodass man die Mittel leichter nach Anwendung dosieren kann.

Selbstgemachte Tinkturen

Bei selbstgemachten Tinkturen ist der Spielraum größer – sowohl was die Auswahl und Kombination der Wirkstoffe, als auch der Lösung anbelangt. Vorzugsweise wird ein Weingeist oder klarer Schnaps wie Wodka oder Doppelkorn benutzt. Je alkoholischer, umso intensiver die Tinktur. Die Wirkung hängt außerdem vom verwendeten Pflanzenteil, dessen Menge und der Dauer der Tinkturherstellung ab. Dadurch können diese Tinkturen massiv in ihrer Wirksamkeit schwanken, was die Dosierung deutlich erschwert. Aus diesem Grund sollten ausschließlich nicht-giftige Pflanzen verwendet werden, entweder frisch oder in getrockneter Form. 

Homöopathische Urtinkturen

Diese Tinkturen werden nach Homöopathischen Regeln „potenziert“, also verdünnt. Sie werden stets mit frischen Pflanzenteilen produziert. Sie sind ebenfalls in der Apotheke erhältlich oder auch selbst herstellbar, wie die gewöhnlichen Tinkturen.

Aufgrund der starken Verdünnung sind die potenzierten Urtinkturen ungefährlicher – was sich auch im größeren Angebot an verwendeten Pflanzen wiederspiegelt.

Urtinkturen mit Bestandteilen giftiger Heilpflanzen sind verschreibungspflichtig.

Kräuteressenzen

Als „Kräuteressenzen“ werden ebenfalls manchmal alkoholische Kräuterauszüge angeboten, jenseits von Apotheken frei verkäuflich und nicht nach den Standards des Deutschen Arzneibuchs hergestellt, werden diese Produkte oft nur verkürzt als „Essenz“ verkauft. „Essenzen“ unterliegen also weniger Regeln als „Tinkturen“.
 


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