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Thiomersal

Thiomersal (Thimerosal) wird als Konservierungsstoff in verschiedenen Kosmetik-Produkten und pharmazeutischen Produkten verwendet, um die Mittel dagegen zu schützen, dass sie durch Bakterien verderben. Bei Thiomersal handelt es sich um das Natriumsalz einer organischen Quecksilberverbindung. Thiomersal ist bereits in kleinsten Dosen wirksam. Je nach Keim reichen 0,2 bis 128 Mikrogramm pro Mililiter, um den Krankheitserreger zu hemmen. Der Wirkstoff lässt sich gegen eine Vielzahl von Keimen einsetzen, gegen sogenannte sporenbildende Keime ist er jedoch wirkungslos.

Im Organismus wird Thiomersal zu Ethylquecksilber und zu Thiosalicylat verarbeitet, ersteres hindert bestimmte Enzyme daran, aktiv zu werden. Dadurch werden Bakterien in kleinen Dosen von Thiomersal gestoppt oder bekämpft, bei einer höheren Thiomersal-Konzentration wirkt die Substanz giftig auf Nerven und Nieren.

Ob Thiomersal wachstumshemmend oder bakterienabtötend wirken, hängt vom pH-Wert ab.

Thiomersal in Kosmetik-Produkten

Entsprechend der Kosmetik-Verordnung darf Thiomersal in Deutschland in Kosmetika in einer Konzentration bis zu 0,007 verwendet werden. Zum Einsatz kommt es insbesondere, um Schmink- und Abschminkmittel haltbar zu machen.

Thiomersal in der Medizin

Auch bei Medizin-Produkten spielt Thiomersal eine Rolle. So wird es unter anderem in Lösungen zur Reinigung und Aufbewahrung von Kontaktlinsen verwendet. Thiomersal ist allerdings ein Allergen, also eine Substanz, die zu Allergien und Allergie-Symptomen führen kann. Dementsprechend klagten etliche Verbraucher dieser Thiomersal-haltigen Lösungen über allergische Beschwerde und mussten auf andere Präparate ausweichen.

Weiterhin wird Thiomersal für die Konservierung von Augentropfen, Nasen- und Ohrentropfen sowie in Cremes und Salben und Injektinsmitteln eingesetzt.

Dabei liegt Thiomersal in Konzentrationen von 0,001% und 0,01% vor. Ebenfalls kommt es in desinfizierenden Lösungen mit einer Konzentration von bis zu 0,1% vor.

Ist Thiomersal gefährlich?

Ganz unbedenklich ist Thiomersal auf keinen Fall, wie sich an den unerwünschten Nebenwirkungen in Form allergischer Reaktionen zeigt. Auch die Quecksilberbelastung des Organismus ist nicht unkritisch. So wurde befürchtet, dass Thiomersal vor allem als Bestandteil von Impfpräparaten Schäden für Kinder hervorrufen könnte, zum Beispiel Nervenschäden. Die verantwortlichen Behörden empfehlen daher, auf die Substanz zu verzichten – daher sind auch die meisten Impfstoffe für Säuglinge und Kinder frei von Thiomersal.

2004 hat die Europäische Arzneimittelagentur die Empfehlung, Thiomersal nicht in Impfstoffen für Kinder zu verwenden, zurückgezogen – es fanden sich keine Beweise für die Bedenklichkeit. Trotzdem wird die Herstellung nicht Thiomersal-haltiger Impfmittel nach wie vor empfohlen – auch aus Umweltgesichtspunkten wegen des Quecksilbers.

Inzwischen können viele Mittel sogar gänzlich ohne Konservierungsstoffe hergestellt werden. Thiomersal kommt daher nur noch höchstens als Produktionsspur in Mitteln für Menschen vor. Bei Medikamenten für Tiere ist es noch häufiger enthalten.

Muss Thiomersal auf der Packung stehen?

Wegen möglicher Überempfindlichkeitsreaktionen muss Thiomersal als Bestandteil in der Packungsbeilage sowie in der Gebrauchsinformation und Etikettierung erwähnt werden.
 


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