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TCM – Traditionelle Chinesische Medizin

Die Traditionelle Chinesische Medizin TCM gilt nach über 2000 Jahren Einsatz als wohl ältestes und umfangreichstes medizinisches System auf der Welt. In Deutschland und Europa ist vor allem eine Technik aus der TCM bekannt: die Akupunktur. Der chinesische Ansatz geht jedoch weit über das Nadelstechen hinaus. Da sowohl Allergien als auch Asthma, allergische Bindehautentzündung sowie Neurodermitis und Nesselsucht mit TCM behandelt werden, möchten wir euch zeigen, was es mit der Medizin aus dem fernen Osten auf sich hat – und ob sie im Kampf gegen Allergien und Hautkrankheiten hält, was Therapeuten versprechen.

Bei der TCM wird der Mensch als Ganzes betrachtet. Körper und Geist gehören fest zusammen, gleiches gilt für Mensch und Umwelt. In der Diagnose und Behandlung nach der chinesischen Tradition geht es daher nie isoliert um ein krankes Organ, sondern immer um Organ, Körper, Psyche und Lebensbedingungen des Patienten. Damit unterscheidet sich die TCM grundlegend von der westlichen Schulmedizin, in der die Ärzte die Krankheitsursache möglichst genau eingrenzen und die Behandlung in der Regel möglichst stark auf ein Organ begrenzen wollen.

Eine direkte Gegenüberstellung von Schulmedizin und TCM sieht folgendermaßen aus:

  Schulmedizin TCM
Im Mittelpunkt Einzelne Organe Körperfunktionen
Diagnose einzelne Krankheitsursachen werden gesucht Körper, Psyche und Umwelt ganzheitlich berücksichtigt
Behandlung standardisiert individuell

Um die Denkweise der TCM nachvollziehen zu können, sollten wir uns zunächst mit den Grundannahmen auseinandersetzen, die sich von der hiesigen Schulmedizin deutlich unterscheiden. Wir werden daher mehr überfahren über Ordnungssysteme und Funktionskreise, bevor die Anwendung als Diagnose- und Therapieverfahren unter die Lupe nehmen.

Begriffe

Ausgangspunkt sind zwei Grundbegriffe, nämlich

  • Qi („tschi“), die Lebensenergie, speist sich aus Atmung und Nahrung, durchfließt den ganzen Körper und zeigt sich in den einzelnen Körperfunktionen.
  • Xue („hsjö“), das Gegenstück zu Qi, beschreibt die stoffliche Komponente der Lebensenergie im Körper, also zum Beispiel das Blut und die anderen Körpersäfte.

Ordnungssysteme

Die zwei Ordnungssysteme „Yin und Yang“ und „Fünf Wandlungsphasen“ bestimmen den Rahmen für alle weiteren Überlegungen der chinesischen Mediziner.

  • Yin und Yang, zwei entgegengesätzte Kräfte im Wechselspiel, die zusammen gehören.
  • Fünf Wandlungsphasen, eine Aufgliederung von Yin und Yang, mit denen zeitliche Abläufe in der Natur und im Leben beschrieben werden. Das Leben wird als Zyklus verschiedener Phasen (Erde, Feuer, Holz, Metall, Wasser) betrachtet.

Funktionskreise

Daneben sind die Funktionskreise von großer Bedeutung. Anstatt die Organe wie in der westlichen eher losgelöst voneinander zu betrachten, werden diese nach chinesischer Auffassung zu Körperfunktionen zugeordnet, die wiederrum in Funktionskreise zusammengefasst werden.

Lest hier mehr zu den Funktionskreisen nach TCM.

Mit den Grundbegriffen, den Ordnungssystemen und den Funktionskreisen haben wir den Grundstein gelegt, um auch Anwendung der Traditionellen Chinesischen Medizin bei Allergien und Hautkrankheiten zu verstehen.

TCM Diagnose

Ein Arzt, der Krankheiten nach der Traditionellen Chinesischen Medizin aufspürt, nutzt dabei vor allem eines: seine eigenen Sinne. Er tastet, riecht, hört und befragt den Patienten genau nach seiner Verdaaung, danach, wie oft er schwitzt und ob ihm öfter kalt oder heiß ist, wie er sich fühlt und wie er nachts schläft, welche Gedanken seinen Tag bestimmen und so fort.

Anschließend ordnert der Arzt seine Eindrücke und beantwortet unter anderem die folgenden drei Fragen:

  • Arbeiten eine oder mehrere Körperufunktionen eher zu schnell („Hitze“) oder zu langsam („Kälte“)? Im Fall von Allergien zum Beispiel reagiert das Immunsystem über, der Arzt diagnostiziert „Hitze“.
  • Ist der Patient oberflächlich erkrankt (z.B. Haut) oder tiefer im Inneren (Lunge)?
  • Ist der Patient besonders anfällig für Erkrankungen, weil er grundsätzlich geschwächt ist, oder haben äußerliche Faktoren die Krankheit ausgelöst?

Mehr zur TCM Diagnose.

Therapie mit TCM

Nachdem der Therapeut die Krankheit festgestellt und die Ursachen erkannt hat, erfolgt die Behandlung. Die TCM umfasst fünf Behandlungsmethoden:

Mit diesen fünf Säulen der TCM können unteschiedliche allergische Erkrankungen und Hautkrankheiten behandelt werden:

Weitere Informationen zur TCM-Therapie.

Chinesische Medizin bei Kindern

Auch bei Kindern kann die Traditionelle Chinesische Therapie eingesetzt werden. Bei den kleinen Patienten gibt es allerdings ein paar Besonderheiten, die bei der Behandlung beachtet werden müssen.

Mehr dazu unter TCM bei Kindern.

Allergien und Hautkrankheiten vorbeugen mit TCM

Wer sein Immunsystem und den ganzen Organismus stärkt, soll weniger anfälliger für Allergien und Hauterkrankungen sein. Die chinesische Medizin soll auch von Menschen genutzt werden können, die mit Selbsthilfetechniken Krankheiten vorbeugen möchten.

Siehe auch: Was heißt Gesundheit in der TCM?
 


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