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Stutenmilch bei Neurodermitis

Bereits seit Jahrtausenden wird Stutenmilch als Arznei und Nahrungsmittel eingesetzt. In der Mongolei galt Stutenmilch als das Lebenselixier überhaupt, bei den Chinesen finden sich bereits vor Christi Geburt Hinweise auf die Einnahme von Stutenmilch und auch Karl der Große verordnete seinen Truppen die von der Stute gewonnene Milch, um sein Heer „unbesiegbar“ zu machen.

Da Stutenmilch oft als eine Art Wundermittel gegen Neurodermitis angepriesen wird, beantwortet die jucknix-Redaktion die wichtigsten Fragen:

  • Was überhaupt ist Stutenmilch? Wie und wo wird sie produziert?
  • Welche wissenschaftlichen Erkenntnisse lassen sich für die Wirkung der Stutenmilch finden?
  • Kann Stutenmilch zur Neurodermitis Behandlung eingesetzt werden oder handelt es sich dabei um Geldmacherei bei betroffenen Eltern?
  • Lohnt es sich, knapp 10 € für einen Liter der kostbaren Milch auszugeben?

Was ist Stutenmilch? Wie und wo wird sie produziert?

In Deutschland existieren rund 30 Stutenmilch-Betriebe. Dort werden die Stuten erst dann gemolken, wenn die Fohlen imstande sind, sich durch Futteraufnahme weitestgehend autark zu versorgen. Die Stuten werden nicht wie Kühe speziell zur Milchgewinnung gezüchtet. Daher ist die Milchabgabe pro Stute – pro Melkvorgang ca. 1 Liter – auch sehr viel geringer. Und die Stutenmilch damit auch deutlich teuer als Kuhmilch. Um die positive Wirkung nicht durch Erhitzung oder Sterilisierung zu zerstören, wird die Milch schonend weiterverarbeitet, anschließend schockgefroren und in dieser Form an den Kunden verschickt.

Stutenmilch ist der menschlichen Muttermilch sehr ähnlich, enthält wenig Fett und Eiweiß, viel Milchzucker und viele ungesättigte Fettsäuren. Das enthaltende Immunoglobulin IgA sorgt für die Stärkung der körpereigenen Abwehr. Außerdem enthält Stutenmilch die Vitamine A, B1, B2, B6, B12, C, E sowie die Mineralstoffe Kalzium, Magnesium, Phosphor und Eisen.

Beim Auftauen der im schockgefrorenen Zustand angelieferten Milch ist es wichtig, diese langsam in einem lauwarmen Wasserbad zu erwärmen. Die Stutenmilch soll morgens als erste Mahlzeit oder am Abend als letzte langsam schluckweise getrunken werden.

 

Welche wissenschaftlichen Belege lassen sich für die Wirkung der Stutenmilch finden?

Unter anderen belegen Forschungsergebnisse der Universität Jena, dass Stutenmilch zu einer Besserung bei Darmproblemen führen kann. So aktiviere Stutenmilch die Milchsäuregärung im Darm und führe zur Vermehrung von wichtigen Bifidus-Bakterien. Zusätzlich werden Verdauungsdrüsen angeregt und die antibakterielle Zusammensetzung wirke sich positiv auf das gesamte Immunsystem aus. Nach Selbsteinschätzung  trat eine Verbesserung der Neurodermitis Symptome bei 90% der in der Studie befragten Neurodermitker ein.

Kann Stutenmilch zur Neurodermitis Behandlung eingesetzt werden?

Bei der Neurodermitis-Behandlung wird Stutenmilch als Trinkkur verabreicht. Studien konnten zeigen, dass es zu einer Verbesserung des Hautbilds kommt. Ein wesentlicher Teil dieser Wirkung soll auf der Stärkung der Abwehrkräfte innerhalb des Immunsystems beruhen. Denn eine Erkrankung der Haut bedeute auch eine verschlechterte Abwehrreaktion und oftmals ein überschießendes, autoagressives Immunsystem. Stutenmilch fördere die Durchblutung, so die Wissenschaftler, verbessere den Stoffwechsel und trage zur Glättung der Haut bei.

Im Rahmen der Neurodermitis Behandlung erfolgt eine Stutenmilchkur über mehrere Wochen. Dabei trinkt man täglich ein Glas.

Auch gegen Schuppenflechte kann Stutenmilch ausprobiert werden, siehe: Stutenmilch bei Psoriasis.

Bewertung der jucknix Redaktion:

Wie andere ernährungsbasierte Therapien setzt die Stutenmilchkur bei der Stärkung des Immunsystems an. Nach Auswertung zahlreicher Recherchen sowie der vorliegenden wissenschaftlich Erkenntnissen kann Stutenmilch, insb. wegen seiner ähnlichen Zusammensetzung wie die der Muttermilch eine positive Wirkung auf die Neurodermitis hervorrufen.

Stutenmilch ist, und das ist der große Nachteil, sehr teuer. 1 Liter kostet um die 10 €. Bei einer mehrwöchigen Kur kommen so schnell hohe Beträge zusammen, die sich nicht jeder leisten kann, zumal die Stutenmilchtherapie in der Regel nicht von den Krankenkassen unterstützt wird.

Andere ernährungsbasierte Therapien setzen ebenfalls an der Stärkung des Immunsystems an und sind weitaus günstiger. Auch die Einnahme von Probiotika kann in diesem Zusammenhang zu Erfolgen führen. Eine ausgewogene, nährstoff- und vitaminreiche Ernährung sollte nicht zuletzt den Ausgangspunkt jeder Neurodermitis Bekämpfung darstellen.

 


Quelle: Friedrich-Schiller-Universität Jena, Biologisch-Pharmazeutische Fakultät, Institut für Ernährungswissenschaften, Lehrstuhl Ernährungsphysiologie
Bildquelle: Tegut

Linktipps:
Unter stutenmilch.info erfahrt ihr mehr über die Wirkung der Stutenmilch bei Neurodermitis und weiteren Krankheiten


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