});

Stratifikation

Stratifikation bezeichnet in der Medizin einen Vorgang, mit dem das Risiko dafür eingeschätzt wird, dass eine Erkrankung fortschreitet, zu Komplikationen führt oder zum Tod.

Der Begriff Stratifikation leitet sich aus dem lateinischen stratum für „Schicht“ und facere für „machen“ ab, bedeutet also, dass jemand Schicht macht, oder umgangssprachlich: den Löffel abgibt. Risikostratifikation und Risikostratifizierung meinen dasselbe wie Stratifikation.

Um die Risiko einer Erkrankung einzuschätzen, werden Risikofaktoren erfasst, die bekanntermaßen das Fortschreiten einer Erkrankung bzw. Komplikationen begünstigen. Mit einem individuellen Risikoprofil ermitteln Mediziner dann anhand von Algorithmen, Tabellen und Computerprogrammen, wie hoch das individuelle Risiko für den Patienten ist.

Killip-Stratifikation

Zu den bekanntesten Zahlen der Stratifikation zählt die Killip-Klassifikation. Mit ihr wird das Risiko eines akuten Herzinfarkts eingeschätzt. In der Kardiologie spielt diese Kennzahl eine wichtige Rolle.

Je niedriger die Killip-Klasse, umso niedriger das Risiko, dass ein Patient in den nächsten 30 Tagen stirbt. Die Klassen für die Stratifikation wurden an einer amerikanischen Uniklinik aus einer Analyse von 250 Patienten einer kardiologischen Intensivstation abgeleitet.

Dabei wurden folgende Ergebnisse gefunden und folgende Klassen gebildet:

  • Killip-Klasse I: Keine Anzeichen von Herzinsuffizienz, Sterberate: 6%
  • Killip-Klasse II:  Jugularvenenstauung, feinblasige Rasselgeräusche aus der Lunge oder 3. Herzton, Sterberate: 17%
  • Killip-Klasse III: Lungenödem, Sterberate: 38%
  • Killip-Klasse IV: Kardiologischer Schock oder sehr niedriger Blutdruck unter 90 mmHg + Zyanose oder Oligurie, Sterberate: 81%

Stratifikation in der Botanik

Neben der für uns relevanteren Bedeutung des Begriffs Stratifikation in der Medizin spielt selbige auch eine Rolle in der Botanik.

In der Pflanzenkunde meint Stratifikation die Kältebehandlung von Samen, damit diese in einer gepufferten Umgebung schneller keimen.

Unter Pufferung sind hier Schichten um die Samen gemeint, die diese hinsichtlich der Temperatur, Licht und Mikroorganismenbefall stabilisieren bzw. schützen. Damit die Samen nach ihrer Reife an der Mutterpflanze und der anschließenden Samenruhe keimen können, sind nämlich bestimmte Bedingungen notwendig – viele Arten von Samen brauchen so zum Beispiel eine Kälteperiode, bevor sie zu keimen beginnen. Stellt man diese Kälteperiode künstlich her, handelt es sich um eine Stratifikation.
 


Das könnte Dich auch interessieren:

  1. IgE-Wert Der IgE-Wert bezeichnet die Menge an den Antikörpern des Typs...
  2. Immunglobulin E (IgE) Bei Immunglobulin E (IgE, „IgE-Antikörper“) handelt es sich um Eiweiß,...
  3. Asthma-Medikamente – Dauermedikamente und Notfallmedikamente Asthma-Medikamente werden in zwei Grundklassen unterschieden, die Dauermedikamente zur Langzeitkontrolle...
  4. Dauermedikamente gegen Asthma Die dauerhafte, regelmäßige Behandlung des Asthmas mit Dauermedikamenten ist wichtig,...
  5. Gibt es einen Test zur Schuppenflechte-Veranlagung? Wie stark jemand für eine Schuppenflechte-Erkrankung veranlagt ist, dazu gibt...

Kommentare sind geschlossen.