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Sport bei Asthma – Anstrengungsasthma?

Kinder wollen sich viel bewegen. Und sie sollen es auch, heißt es. Doch wie steht es um den Sport für asthmakranke Kinder… Asthma und Sport – passt das zusammen? Und was muss beachtet werden, damit Sport sogar die asthmatischen Beschwerden des Kindes lindert?

Bewegung ist entscheidend: nicht nur wegen des Bewegungsdrangs der Kleinen, sondern auch, weil die Bewegung wichtig ist für den Erwerb von koordinativen und motorischen Fähigkeiten, weil Sport selbstbewusst, teamfähig und leistungsfähig macht.

Antrengungsasthma

Wäre da nicht die Atemnot erkrankter Kinder, die bei zu großer Anstrengung resultiert, das sogenannte Anstrengungsasthma (Exercise-Induced-Asthma).

Oft tritt die Atemnot zwei bis zehn Minuten nach der körperlichen Belastung ein. Nach einer halben bis einer Stunde gehen die Beschwerden meistens zurück. Im folgenden, “Refraktärphase” genannten Zeiraum, der sich über ungefähr zwei Stunden erstreckt, sind neue körperliche Belastungen häufig weniger gravierend: Anstrengungen, die gewöhnlich zu einem Anfall führen, rufen dann nicht selten keinen weiteren aus.

Welche Faktoren aus Genen und Umwelt das Anstrengungsasthma verursachen ist nicht abschließend geklärt. Sicher ist aber, dass neben der Intensität, Dauer und Art der körperlichen Anstrengung auch Umweltbedingungen eine Rolle bei der Entstehung und dem Verlauf spielen. Den größten Einfluss haben wohl Luftschadstoffe – Abgase, Zigarettenrauch, Spuren von Farben und Lacken – sowie tierische und pflanzliche Allergene, allen voran Milben, Pollen, Schimmelpilze und Tierhaare.

Etwa 90% der an Asthma erkrankten Kinder leiden auch unter dem Anstrengungsasthma. Dies führt dann häufig zu Schonverhalten. Wenn die Freunde spielen, soll das Kind lieber nur zusehen, sagen die besorgten Eltern. Das muss aber nicht sein. Mit der richtigen Vorbereitung und geeigneten Sportarten kann der Sport sogar langfristig dabei helfen, die Krankheit besser zu bewältigen.

Auf die Plätze, Vorbereitung, Fertig, LOS!

Als am besten bewährt hat sich eine Kombination aus Medikamenten und nicht-pharmakologischen Maßnahmen. 

  • Das Kind sollte einerseits im Rahmen einer antientzündlichen Dauertherapie medikamentös optimal eingestellt sein. Vor der eigentlichen Anstrengung wird andererseits die Inhalation von brochienerweiternden Medikamenten empfohlen.
  • Zusätzlich können Patientenschulungen zum richtigen Umgang mit Asthma, Physiotherapie, Sport- und Bewegungstherapie helfen.
  • Ganz besonders wichtig ist auch die Aufwärmphase. Mit mindestens zehn bis 15 Minuten Aufwärmen inklusive Dehnungsübungen können spätere Atemnöte reduziert werden.
  • Wer lange keinen Sport gemacht hat sollte unbedingt langsam anfangen und sich keinesfalls zu viel abverlangen.
  • Asthmaspray für den Notfall immer einstecken!
  • Mannschaftskollegen, Trainer und Sportlehrer sollten über das Asthma informiert werden, damit sie bewusst mit dem Betroffenen umgehen und bei Gefahr schneller handeln können. Idealerweise ist der Trainer auch mit der Peak-Flow-Messung vertraut. So kann er den aktuellen Zustand der Atemwege halbwegs objektiv beurteilen.
  • Auf keinen Fall Sport machen sollte man: bei bestehender Atemnot, zwei bis drei Tage nach einem starken Asthmaanfall, bei Infekten und schlechter medikamentöser Einstellung

Geeignete Sportarten: Gerührt, nicht geschüttelt

Grundsätzlich sind Sportarten umso weniger belastend für Asthmatiker, je weniger der Körper dabei durchgeschüttelt wird. Bei gleicher Anstrengung werden so zum Beispiel Schwimmen, Radfahren, Skilanglauf sehr viel besser vertragen als Joggen. Neben diesen Ausdauersportarten können auch Ballspiele und dosiertes Krafttraining Spaß machen und dauerhaft gut tun – nicht nur hinsichtlich der Fitness und der Koordinationsfähigkeiten, sondern auch der Lunge.

Da große Defizite im Erwachsenenalter nicht mehr vollständig aufgeholt werden können, gilt: je früher man trotz Asthma besinnt Sport betreibt, umso besser.
 


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