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Sonnenallergie – Ursachen und Verbreitung

In Deutschland leiden zwischen zehn und 20 Prozent aller Menschen unter einer Sonnenallergie (polymorphe Lichtdermatose). Kinder und junge Erwachsene sind häufiger betroffen als ältere Menschen, Frauen öfters als Männer.

Die Ursachen der Sonnenallergie sind bis heute nicht vollständig geklärt. Der Auslöser ist aber in jedem Fall eine ungewohnt starke Bestrahlung der Haut mit UV-A und / oder UV-B. Dies kommt vor allem im Urlaub vor, in denen die Haut häufig einer Sonneneinstrahlung ausgesetzt ist, die jene im Heimatland weit übersteigt, sowohl hinsichtlich Intensität der Sonne als auch der Dauer der Einwirkung.

Laut Statistiken sind UV-A und UV-B-Strahlen nicht gleichermaßen verantwortlich für die Sonnenallergie:

Sonnenallergie durch Anteil der Betroffenenen
UV-A 75%
UV-B 10%
UV-A und UV-B 15%

Auch wenn bis heute strittig ist, was eine Sonnenallergie verursacht, gibt es durchaus Erklärungsansätze. Die prominentesten Erklärungen sind die (Anti-)Oxidantien und die Immunreaktion.

Sonnenallergie durch (Anti-)Oxidantien

Einen Sonnenallergie könnte möglicherweise durch ein Ungleichgewicht von Antioxidantien und Oxidantien in den Hautzellen oder Oberhaut, den Keratinozyten, verursacht werden. Die Keratinozyten nehmen das schwarz-braune Pigment Melanin auf, das zum UV-Schutz von den Pigmentzellen der Oberhaut (Melanozyten) gebildet wurde. Melanin ist der Stoff, der die Haut nach dem Sonnen bräunlich erscheinen lässt.

Durch das UV-Licht entstehen in den Keratinozyten jedoch freie Radikale, aggressive Sauerstoffverbindungen, die die Hautzellen und das Erbgut schädigen können.

Melanin schützt den Zellkern vor dem UV-Licht und verhindert, dass das darin enthaltene Erbgut nicht zerstört wird.

Antioxidantien verbinden sich mit den freien Radikalen und machen sie unschädlich. Sie schützen also die Hautzellen. Zu den Antioxidantien gehören unter anderem:

  • Betacarotin
  • Vitamin C
  • Vitamin E

Die freien Radikale, die nicht neutralisiert werden, regen die Zellen an, das Molekül ICAM-1 zu bilden, das eine Rolle bei den Entzündungsprozessen im Körper spielt. Vermutet wird, dass Menschen mit einer Sonnenallergie mehr ICAM-1 im Körper haben als Gesunde. Die Haut reagiert in Folge empfindlicher auf die UV-Strahlen.

Vermutet wird weiterhin, dass ein Antioxidans mit dem Namen AGR die Sonnenallergie-Symptome lindern kann, wenn man es auf die Haut aufträgt.

Sonnenallergie durch Immunreaktion

Der zweite Erklärungsansatz für die Sonnenallergie betrifft das Immunsystem bzw. Immunreaktionen des Körpers nach der Sonnenbestrahlung.

Möglicherweise gibt es einen lichtempfindlichen Sensor in den Zellen der Haut, der die Sonnenallergie verursacht. 

Es könnte allerdings auch sein, dass bei Betroffenen eine andere Immunreaktion im Körper abläuft, wenn dieser UV-Strahlen ausgesetzt ist.

Während UV-B-Strahlen Teile des Immunsystems bei gesunden Menschen schwächen und damit Entzündungsreaktionen verhindern, könnte dies bei Menschen mit einer Sonnenallergie nicht der Fall sein. Ihr Immunsystem reagiert dann mit einer Abwehrreaktion auf Stoffe, die bei der Sonneneinwirkung entstehen, die „Photoprodukte“.
       
Die Photoprodukte sind in diesem Fall ein Allergen, das zu typischen allergischen Reaktionen führt.

Mehr dazu unter

Sonnenallergie
Sonnenallergie – Ursachen und Verbreitung
Sonnenallergie – Symptome
Sonnenallergie – Verlauf
Sonnenallergie – Diagnose
Sonnenallergie – Behandlung
Sonnenallergie vorbeugen
 


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