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Schuppenflechte und Gluten – weniger Getreide für eine gesündere Haut?

Schon seit Anfang der 90er Jahre wird vermutet, dass es einen Zusammenhang zwischen Schuppenflechte und Gluten-Unverträglichkeit gibt. Auch nachfolgende Studien bestätigen dies. Ein Bluttest kann Psoriatikern anzeigen, ob sich eine glutenfreie Ernährung für sie lohnt.

Die erste Veröffentlichung zum Thema Gluten und Schuppenflechte, die uns bekannt ist, stammt aus dem Jahr 1994, publiziert in einer biritischen Fachzeitschrift von Dermatologen der Universtität Uppsala. Im Jahr 2000 berichteten die schwedischem Forscher um den Dermatologie Professor Dr. Gerd Michaelsson dann von Patienten, denen eine glutenfreie Ernährungsumstellung bei ihrer Hautkrankheit geholfen hat. Welche Bedeutung die Erkenntnisse haben, dazu nimmt Dr. Michaelsson Stellung im Interview mit dem Magazin der nordamerikanischen Schuppenflechte-Selbsthilfeorganisation, Psoriasis Advance (Ausgabe Juli/August 2004).

Bei Gluten handelt es sich um das Klebereiweiß, das überwiegend in Getreide vorkommt. Bei einer erblich bedingten Überempfindlichkeit bzw. Unverträglichkeit sorgt der Verzehr von Gluten für eine Abwehrreaktion im Körper, die mit schweren Schädigungen der Dünndarmschleimhaut einhergehen kann. Die geschädigte Schleimhaut kann daraufhin weniger Vitamine und Nährstoffe aufnehmen, was zu Mangelerscheinungen führen kann. In diesem schweren Fall der Gluten-Unverträglichkeit spricht man von „Zöliakie“ oder Sprue.

Gluten und Schuppenflechte

Laut der oben genannten Studien leiden nur wenige Schuppenflechte-Patienten unter einer Gluten-Unverträglichkeit.

Antikörper gegen Gluten bzw. Gliadin konnten bei den Untersuchungen in 16% aller Fälle von Plaque-Psoriasis festgestellt werden. Für die Betroffenen war dieser Befund neu: bis dato hatte keiner der Patienten gewusst, dass er auf Gluten überempfindlich reagiert. Vermutet wird, dass die Schuppenflechte schnell abklingt oder gar nicht erst auftritt, wenn nach einer Zöliakie-Diagnose eine entsprechende Diät eingeleitet wird.

Auch unter den Patienten mit Psoriasis arthritis konnten bei 16% derartige Antikörper festgestellt werden. Bei jedem vierten dieser 16% wurde die Gluten-Unverträglichkeit jedoch bereits im Vorfeld diagnostiziert.

20 Prozent aller getesteten Personen mit Psoriasis palmoplantaris, also hartnäckigen Pusteln an den Handinnenflächen und Fußsohlen, wiesen Gliadin-Antikörper auf.

Die unentdeckten Fälle von Gluten-Unverträglichkeit machten sich bei den Betroffenen nicht durch die typischen Darmbeschwerden bemerkbar, nach einer Ernährungsumstellung auf glutenfreie Kost konnten die Hautsymptome der Schuppenflechte zum Teil sehr deutlich gelindert werden bei den Personen mit entsprechenden Antikörpern. Manche Patienten konnten ihre Schuppenflechte sogar für Jahrzehnte zurückdrängen. Kehrten sie zurück zur glutenhaltigen Ernährung, traten auch die Hautbeschwerden wieder vermehrt auf.

Wer unter einer Gluten-Überempfindlichkeit leidet oder zumindest vermutet, dass Gluten den Hautzustand bei Schuppenflechte verschlechtert, sollte eine glutenfreie Ernährung für einige Wochen in Betracht ziehen, um zu schauen, ob es ihm dann besser geht. Auf welche Nahrungsmittel man bei einer solchen Diät verzichten muss und worauf es bei der Ernährungsumstellung sonst noch ankommt, das erfahrt ihr unter Glutenfrei ernähren.

 

Quelle: PSO aktuell
 


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Eine Antwort zu “Schuppenflechte und Gluten – weniger Getreide für eine gesündere Haut?”

  1. I.Bloch sagt:

    Bei mir war es genau so. Ich hatte solche Psoriasis Schübe in den letzten Jahren immer wieder und nur starke Immunsystem-hemmende Medikamente plus Lichttherapie brachten nach mehreren Monaten eine Abheilung. Dann ging es eine Weile und der nächste Schub stand an. Sobald ich auf eine glutenarme Ernährung umgestellt habe, konnte der Psoriasisschub gestoppt werden. Magenbeschwerden konnte ich jedoch nie feststellen und ich habe auch nie getestet, ob ich an Zöliakie leide. Ich meide Gluten und seit ich das konsequent mache, bin ich beschwerdefrei (Holz anfassen)

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