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Schneckenschleim

Schneckenschleim wurde schon im alten Griechenland gegen Hautverletzungen und Entzündungen eingesetzt. Nachgewiesen wurde die Wirksamkeit des Schneckenschleims und seiner Inhaltsstoffe jedoch bis heute nicht. Trotzdem gibt es in den letzten Jahren vermehrt Produkte und sogar ganze Produktlinien, die das Sekret enthalten und die Haut pflegen und bei der Heilung unterstützen sollen.

Warum schleimen Schnecken?

Schneckenschleim produzieren die Tiere, um sich vor Bakterien und damit Krankheiten zu schützen. Das Sekret wirkt antibakteriell und hält den ganzen Körper der Schnecke feucht. Weil die Schnecke dafür viel Flüssigkeit aufnehmen muss, bewegt sie sich an trockenen Tagen weniger oder gar nicht als an regnerischen. Weiterhin ist der Schleim nötig, damit die Schnecke überhaupt vorankommt: es wirkt als Klebstoff und Gleitmittel gleichermaßen, ist der Film, auf dem die Schneckenfüße gleiten.

Darüber hinaus wird Schneckenschleim (angeblich) auch von den Tieren abgesondert, um kleinen Wunden zu heilen, die entstehen, wenn die Schnecken über unebenen oder scharfen Untergrund kriechen.

Hier kommen die Kosmetik-Produkte ins Spiel: was die Schnecke heilt, könne auch die menschliche Haut heilen, so die Anhänger des Sekrets.

Wirkt Schneckenschleim wirklich?

Die Schnecken produzieren vergleichsweise wenig von diesem Sekret – kein Wunder also, dass sie kaum vorankommen und oft versuchen, sich in den Schleimspuren ihrer Artgenossen fortzubewegen, statt selbst „ihre Straßen“ zu bauen.

Diese geringe Menge ist es, die die Anbieter von Produkten mit dem Schneckenschleim-Extrakt oft hohe Preise verlangen lässt: was knapp ist, kostet entsprechend, so die Argumentation. So können 120ml schon mal 48 Euro und mehr kosten.

Im Schneckenschleim enthalten sind Zuckermoleküle, die durch Eiweiße zusammengehalten werden. Im Sekret der „gefleckten Weinbergschnecke“ Helix aspersa zum Beispiel sind angeblich folgende Substanzen enthalten:

  • Allantoin (erhöht die Hautfeuchtigkeit)
  • Elastin
  • Kollagen (wirkt antibakteriell)
  • Glykolsäure (macht die Haut glatter und geschmeidiger)
  • Proteine
  • Vitamine

Ob die Inhaltsstoffe wirklich wirken, dazu liegen uns keinerlei Studien vor – weder grundsätzlich für die Haut als auch im Hinblick auf spezielle Hauterkrankungen wie die Schuppenflechte oder Neurodermitis. Dies gilt auch für alle Schneckenarten, die angeblich besonders selten und wertvoll sein sollen.

Wir raten eher von diesen Mitteln ab: insbesondere unter Einwirkung von Sonnenstrahlen können die Präparate mit Schneckenschleim zu Hautausschlag mit Blasen und Juckreiz führen. 
 


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