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Schlehdorn (Schlehe)

Schlehdorn (Prunus spinosa) ist eine Pflanze, die in der Naturheilkunde genutzt wird.

Schlehdorn ist auch bekannt unter folgenden Namen:

  • Schlehendorn
  • Dornschlehe
  • Schlehe
  • Heckendorn
  • Schwarzdorn
  • Schlehen-Schwarzdorn
  • Ackerpflaume
  • Hageldorn
  • Haferpflaume
  • Saudorn
  • Schlinken
  • Schlingenstrauch

Der Begriff „Schlehe“ stammt aus dem Altdeutschen – „schleh“ für den matten, stumpfen, pelzigen, den Gaumen zusammenziehenden Geschmack der ungefrorene Quellen. Zudem wird das Wort zurückgeführt auf das althochdeutsche „sleha“ für „bläulich“.

Schon römische Gelehrte wussten um die Wirkungskraft der Pflanze und beschrieben sie in verschiedenen mittelalterlichen Kräuterbüchern. Dem Volksglaube nach sollte die Pflanze vor Hexen schützen. Früher wurde auch Tinte aus der Schlehe hergestellt.

Schlehdorn ist Stammform der Kulturpflaume.

Schlehdorn – Vorkommen und Eigenschaften

Beheimatet ist die Pflanze in ganz Europa, ausgenommen der hohen Norden und Island, ebenso der Vorderasien bis zum Kaukasus und Nordafrika. Eingebürgert ist der Schlehdorn in Nordamerika. Er wächst auf Flächen bis zu 1.500 Metern über dem Meeresspiegel.

Schlehdorn ist eine sommergrüne, stark dornenreiche und verästelte Strauchpflanze bzw. ein mehrstämmiger Kleinbaum. Er kann bis über 3 Meter hoch werden, in Gebieten mit starkem Wind bleibt er aber meist deutlich flacher. Die Büsche haben ein weit treibendes Wurzelwerk Die Rinde des Stammes ist dunkelbraun bis schwarz, im Alter kann sie rissig werden. Die Zweige des Schlehdorns haben eine fein behaarte rotbraune Rinde und stehen steif ab.
Vor dem Laubaustrieb im März oder April treten viele kleine weiße Blüten auf, die frisch und mandelartig duften. Die Blüten sind kurzgestielt fünfzählig und zwittrig mit einem Durchmesser von bis zu 1,5 Zentimetern. Bestäubt werden sie durch Insekten – an der Innenseite des Blütenbechers findet sich viel Nektar.

Im Mai entwickeln sich, nach den Blüten, die Laubblätter mit einer Breite von bis zu 2 Zentimetern und einer verkehrt eiförmigen Form. Die Blätter sind fein gezähnt, büschelartig angeordnet und kurz gestielt mit einer dunkelgrünen Oberseite und einer etwas helleren Unterseite.

Die kirschgroßen kugelartigen Steinfrüchte („Schlehen“) wachsen im Herbst heran. Sie färben sich ab September von dunkelblau gestreift bis zu schwarz.

Die Früchte tragen einen linsenförmigen oder kugelförmigen Steinkern und hängen oft bis in den tiefen Winter an der Pflanze.

Der Schlehdorn ist eine der für Tiere wichtigsten Wildsträucher – etwa 20 Vogelarten ernähren sich von ihr, ebenso Schmetterlinge, Käfer und Bienen.

Schlehdorn als Heilpflanze – Inhaltsstoffe und Wirkung

Die Blüten der Schlehe enthalten:

  • Amygdalin
  • Blautsäureglykoside
  • Cumarinderivate
  • Flavonoide,
  • Hyperodis
  • Kämpferolglykoside
  • Quercetin
  • Quercitrin
  • Rutin
  • In den Früchten finden sich:
  • Organische Säuren
  • Bitterstoffe
  • Gerbstoffe
  • Vitamin C, B1, B2, B6, K

Neben den Blättern und Früchten kann auch die Wurzelrinde medizinisch verwendet werden.

Als Heilpflanze wird Schlehdorn unter anderem bei Verdauungsbeschwerden eingesetzt. Folgende Heilwirkungen und Eignungen werden der Pflanze zugesprochen:

  • schleimlösend
  • krampflösend
  • entzündungshemmend
  • adstringierend (zusammenziehend)

Die Blüten unterstützen als Tee den Stoffwechsel und wirken leicht abführend und harntreibend. Die getrockneten Früchte werden vor allem bei Verdauungsstörungen, Harnwegserkrankungen und Appetitlosigkeit eingesetzt, sie wirken zusammenziehend. Der legendäre Kräuterpfarrer Kneipp schrieb, dass Schlehenblüten das harmloseste Abführmittel auf der Welt sein. Bei Blähungen, Verstopfung oder Bauchschmerzen kann das Mittel ebenso eingesetzt werden wie bei Fieber, Nierengrieß und Blasensteinen. Ebenfalls geeignet sind die Schlehenfrüchte bei Entzündungen des Zahnfleischs oder der Mundschleimhaut.

Bei folgenden Erkrankungen greifen Naturheilkundler also auf das Mittel zurück:

  • Atemwegsbeschwerden
  • Blasenleiden
  • Durchfall
  • Erkältungen
  • Hautausschläge
  • Magenbeschwerden
  • Magenschwäche
  • Menstruationsbeschwerden
  • Rheuma
  • Verstopfung
  • Zahnfleischentzündung

Schlehdorn – Anwendung

Angewendet werden kann die Schlehe in verschiedenen Formen, zum Beispiel als:

  • Schlehensaft: 1 Kilo Schlehenfrüchte in ein Gefäß geben, 250 ml kochendes Wasser darüber, 24 Stunden abgedeckt stehen lassen, nochmals aufgießen, 200 g Zucker dazugeben, abkühlen lassen, in Flasche umfüllen
  • Aufguss aus Schlehenblüten (Schlehdorn-Tee): 2 TL Schlehenblüten mit 250 ml Wasser übergießen, aufkochen, absieben, in kleinen Schlucken trinken
  • Schlehenlikör: 500 g Schlehenfrüchte, dazu eine Stange Vanille, 750 ml Korn / Wodka, 1 Stange Vanille in ein Glas geben, 6 Wochen sonnig stehen lassen, ab und zu schütteln, am Ende absieben
  • Schlehenblütenöl: Blüten in ein Glas geben, mit Mandelöl oder Jojobaöl auffüllen, 4 Wochen stehen lassen, ab und an umrühren, dann absieben und in ein dunkles Glas füllen, 500 g Zucker in 200 ml Rotwein auflösen und dazugeben, gut mischen
  • Mundspülung: 2 TL getrocknete Früchte mit 250 ml kochendem Wasser aufgießen, 10 Minuten ziehen lassen, sieben, abkühlen lassen, danach gurgeln

Schlehdorn sollte nur in Maßen verzehrt werden, weil die Blüten Blausäureglycoid enthalten.

In der Küche werden die Früchte außerdem zur Herstellung von Gelees, Marmeladen oder Sirup verwendet. Die Früchte schmecken herb.
Wer frische Schlehenblüten sammelt, sollte sie bei Zimmertemperatur auf einem Leinentuch trocknen, anschließend gut verschlossen in einer Dose aufbewahren.
 


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