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Salmiakpastillen

Salmiakpastillen sind rautenförmig geschnittene oder gestanzte Pillen mit folgenden Inhaltsstoffen:

  • Süßholzwurzelextrakt (Lakritze)
  • Salmiaksalz (Ammoniumchlorid)
  • Anisöl

Bei einem Gehalt bis 7,99% an Ammoniumchlorid gelten Salmiakpastillen (nach Herstelleraussagen) als traditionell angewendetes Arzneimittel, das bei der Schleimlösung im Bereich der Atemwege unterstützen sollen. Die Pastillen sind vor allem in Nordeuropa sehr beliebt, ebenso wie andere Produkte mit Salmiak-Geschmack.

Salmiakpastillen können aufgrund des enthaltenen Ammoniumchlorids, das sich im Speichel neutralisiert und Ammoniak freisetzt, durchaus desinfizierend wirken.

Allerdings geht von den Pastillen und Lakritz im Allgemeinen auch eine Gefahr aus: wird eine bestimmte Menge überschritten (was bei manchen Produkten sehr schnell geht), kann es zur „Lakritzkrankheit“ führen, wie die Medizinische Universität zu Lübeck warnt. Ihre Symptome: Müdigkeit, Kopfschmerzen, Schwindel und Übelkeit, Ohrgeräusche, teils massiver Bluthochdruck. Gehen diese Beschwerden mit einem sehr niedrigen Kaliumspiegel im Blut einher, der durch das in Salmiakpastillen und Co. enthaltene Glycyrrhizin bedingt ist, verdächtigen Ärzte, die die Erkrankung kennen, einen übermäßigen Lakritz-Konsum. Dann hilft nur ein „Entzug“.

Wissenschaftler empfehlen, nicht mehr als 100 mg Glycyrrhizin am Tag aufzunehmen.

Leider werden die drohenden Nebenwirkungen bis heute von den Herstellern entsprechender Produkte verschwiegen, es gibt oft weder Aussagen dazu noch Hinweise auf den Verpackungen. Seit 1995 gibt es zwar Regelungen vom Bundesministerium, dass pro 100 Gramm Lakritz nicht mehr als 200 mg Glycyrrhizin enthalten sein dürfen (wenn ja dann nur mit Hinweis auf der Verpackung), aber erstens halten sich viele Hersteller und Importeure nicht daran, und zweitens sind die empfohlenen maximalen 100 mg damit äußerst schnell erreicht.

Gefährdet sind insbesondere Menschen mit Nierenerkrankungen oder Bluthochdruck.

Salmiakpastillen – Erfahrungen

Erfahrungen von Anwendern der Pastillen findet ihr unter anderem hier:


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