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Salbutamol zur Asthma-Behandlung

Salbutamol ist ein ein verschreibungspflichtiger Wirkstoff aus der Gruppe der Beta-2-Sympathomimetika. Es wird angewandt bei Asthma jeglicher Ursache, chronisch obstruktiven Lungenerkrankungen (verengte Bronchien durch dauerhafte Entzündung der Bronchialschleimhaut) oder bei Lungen-Emphysem (bleibend verhärtete und überblähte Lungenbläschen). Salbutamol kann helfen, allergische und entzündliche Reaktionen der Atemwege zu reduzieren.

Wie funktioniert der Wirkstoff?

Salbutamol ist in der Lage, bei allen Formen der Atemnot sehr schnell die Bronchien zu erweitern. Gleichzeitig wird das Abhusten von Schleim, der die Atemnot wesentlich verstärkt, erleichtert.

Salbutamol wirkt aktivierend auf den Sympathikus, den "antreibenden" Teil unseres vegetativen Nervensystems, das willentlich nicht zu beeinflussen ist. Der Wirkstoff löst innerhalb kürzester Zeit eine maximale Erweiterung der Bronchien aus. Dadurch wird ein optimaler Luftaustausch und eine gute Sauerstoffaufnahme ermöglicht. Wenn der Organismus wieder ausreichend mit Sauerstoff versorgt ist, ist die Atemnot vorbei.

Die Wirkung hält aber nur ungefähr vier Stunden an. Salbutamol kann als hervorragendes Erste-Hilfe-Mittel gesehen werden. Es ist weniger zur Dauermedikation geeignet – dafür gibt es nachhaltigere Wirkstoffe. Salbutamol wird vom Körper relativ schnell über die Nieren wieder ausgeschieden: nach 24 Stunden ist nur noch etwa ein Drittel des Wirkstoffes nachweisbar.

Dosierung und Einnahme

Da es Salbutamol nur auf Rezept gibt, legt auch der Arzt fest, welche Wirkstärke und Darreichungsform für den Patienten optimal ist. Generell kann man sagen, dass Kinder bis 12 Jahre nur die Hälfte der Tagesdosis eines Erwachsenen zu sich nehmen dürfen.

Salbutamol kann in Tablettenform eingenommen werden, hier liegt die maximale Dosierung für Erwachsene bei je 8 Milligramm morgens und abends, für Kinder bei je 4 mg morgens und abends.

Meist wird Salbutamol in unterschiedlicher Form als Inhalation angewandt. Aktuell wird zu Inhalation angeboten:

  • Die Druckgas-Inhalation, bestehend aus Suspension und Treibmittel, Stärke 0,1 mg Wirkstoff pro Sprühstoß. Die tägliche Maximaldosis liegt bei 0,8 mg für Erwachsene und 0,4 mg für Kinder.
  • Pulver-Kapseln zur Inhalation oder Pulver im Inhalator mit einer Stärke von 0,1 bis 0,4 mg pro Anwendung. Die tägliche Maximaldosis liegt für Erwachsene bei 0,8 mg, für Kinder bei 0,4 mg.
  • Inhalationslösung in einer Stärke von 0,5 mg bis 5 mg Salbutamol pro 1 Milliliter Lösung. Wird die Lösung über einen Vernebler (zum Beispiel "PARI") aufgenommen, wird für Erwachsene eine durchschnittliche Tagesdosis von 1,25 bis 2,5 mg, für Kinder pro Lebensjahr 0,25 bis 0,5 mg empfohlen. Pro Anwendung darf bei einem Kind die Einzeldosis von 2 mg auf keinen Fall überschritten werden! Die tägliche Maximaldosis für Erwachsene liegt bei 15 mg, für Kinder 7,5 mg.

Wechselwirkungen mit anderen Mitteln

Vor einer Operation mit Narkose darf Salbutamol mindestens sechs Stunden nicht angewendet werden. Der Narkosearzt muss über den Gebrauch des Wirkstoffs unbedingt informiert werden.

Bei Herz- und Blutdruckmitteln ist Vorsicht geboten: Salbutamol und Beta-Rezeptorenblocker schwächen sich gegenseitig in der Wirkung ab und dürfen deshalb keinesfalls gemeinsam genommen werden, weil es dadurch bei Asthma-Patienten zu schwersten Bronchialkrämpfen kommen kann. Zu Wechselwirkungen kann es ebenfalls bei der gleichzeitigen Einnahme von Herzmitteln wie Antiarrhythmetika oder Herzglykosiden kommen.

Wird Salbutamol zusammen mit anderen Beta-2-Sympthomimetika (zum Beispiel der Wirkstoff Methylxanthinen in dem Asthma-Medikament Theophyllin) eingenommen, kann sich die Wirkung verstärken.

Eine hohe Dosis Salbutamol kann die Wirkung von Antidiabetika stark vermindern. Die gleichzeitige Einnahme mit Alkohol, L-Thyroxin, Procarbazin, Parkinsonmitteln, Mutterkornalkaloiden, Oxytocin und trizyklischen Antidepressiva sowie MAO-Hemmen ist zu vermeiden, da auch hier mit Wechselwirkungen zu rechnen ist.

Nebenwirkungen und Gegenanzeigen

Wird Salbutamol als Spray eingesetzt, wirkt es überwiegend auf die Atemwege und beeinflusst den restlichen Körper nur gering – so halten sich Nebenwirkungen in Grenzen. Bei Tabletten können sie stärker ausfallen.

Während einer Schwangerschaft oder in der Stillzeit darf Salbutamol nur nach Absprache mit dem Arzt angewendet werden.

Allergische Reaktionen können immer auftreten, sie zeigen sich mit folgenden Symptomen: Schwellung von Zunge, Hals oder Gesicht, Schluck- und Atembeschwerden, Nesselsucht und Brustschmerz. Bei starken Beschwerden sollte sofort ein Arzt aufgesucht werden.

Häufige Nebenwirkungen:

  • Zittern,
  • beschleunigter Puls,
  • Kopfschmerzen,
  • Muskelkrämpfe.

Gelegentlich auftretende Nebenwirkungen:

  • Herzklopfen,
  • Reizung der Mund- und Rachenschleimhaut,
  • Sodbrennen,
  • erniedrigter Kaliumgehalt im Blut,
  • Hitzegefühl.

Sehr seltene Nebenwirkungen:

  • Ohnmacht,
  • Kollaps,
  • erhöhte Reizbarkeit und Aktivität,
  • Schwitzen,
  • Herzrhythmusstörungen,
  • Brustschmerz,
  • juckende Hautreaktion,
  • Schlafstörungen oder Halluzinationen,
  • erschwerte Atmung direkt nach Salbutamol-Anwendung.

Extreme Nebenwirkungen können bei einer Überdosierung auftreten:

  • Zittern,
  • Kopfschmerzen,
  • Herzrasen,
  • Übelkeit,
  • Erbrechen,
  • starke Unruhe oder Erregung,
  • Krampfanfälle,
  • Reizbarkeit,
  • Schläfrigkeit.

Überdosierungen können lebensgefährlich sein – eventuell sofort einen Arzt rufen.

 

Bildquelle:

Zerbor – shutterstock.com
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