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Säuglinge: Vorsichtiger Kostaufbau ab dem 5 Monat nicht sinnvoll

Bisher wurde jungen Müttern stets empfohlen, mindestens 6 Monate zu stillen, wenn eine familiäre Neurodermitis-Veranlagung gegeben war. Danach sollte, so die bisherige medizinische Empfehlung, nur langsam beigefüttert werden, und zwar mit allergen-armer Nahrung. Nicht-stillenden Müttern wurde darüber hinaus empfohlen, hypoallergene Säuglingsnahrung mindestens 6 Monate zu verwenden. Diese Empfehlungen scheinen nun ein Stück weit hinfällig.

Auf dem aktuell stattfindenden Allergiekonkress in Hannover konstertiert Professor Dr. Thomas Werfel, Vizepräsident der Deutschen Gesellschaft für Allergologie und klinische Immunologie (DGAKI): "Auswertungen großer Studien zur Vorbeugung allergischer Erkrankungen haben überraschenderweise ergeben, dass die bislang geübte Praxis des ‘vorsichtigen’ Kostaufbaus zur Verhinderung der Neurodermitis nicht sinnvoll war". So zeigte sich insbesondere durch die Auswertung von Studien, dass bei ab dem 5. Monat beigefütterten Fischmahlzeiten, die Rate von Ekzemen signifikant niedriger war, als bei reduzierter Nahrung.

Auf Basis der aktuellen Ergebnisse vom Allergiekongress ergeben sich damit folgende Ernährungsempfehlungen für junge Mütter:

  • Babys mit Neurodermitis-Veranlagung sollten mindestens 4 Monate gestillt werden. Dadurch wird der Säugling ideal mit Antikörpern versorgt.

    Denn die Muttermilch stellt nicht nur alle notwendigen Nährstoffe bereit, sondern versorgt das Neugeborene auch mit Immunglobulinen, die seine Abwehrkräfte stärken. Die Stillzeit zögert den Zeitpunkt der "externen" Zuführung von Allergenen so lang wie möglich hinaus.

  • Ebensfalls die Alternative von hypoallergener Säuglingsnahrung sollte 4 Monate gefüttert werden, wenn Stillen nicht möglich ist. In dieser sind die allergieauslösenden Milchbestandteile zerlegt oder reduziert und weniger Allergien können hervorgerufen werden.
  • Nach der Phase der reinen „Milchernährung“ kann nun auf Basis obiger Empfehlung weniger konservativ beigefüttert werden. Vollwertige Kost und inbesondere Fisch-Beifütterung scheint die allergene Sensibilisierung des Babys sogar zu reduzieren – eine dauerhafte hypoallergene Diät ist also nicht zu empfehlen .

Quelle: Deutsche Gesellschaft für Allergologie und klinische Immunologie e.V. – DGAK


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