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Saccharoseintoleranz

Saccharoseintoleranz (Saccharase-Isomaltase-Mangel, Saccharose-Isomaltase-Malabsorption) ist eine Nahrungsmittelunverträglichkeit gegenüber dem Haushaltszucker, der Saccharose. Dabei wird die Saccharose nur schlecht oder gar nicht vertragen, der Verzehr führt zu Beschwerden.

Ursachen

Die primäre Saccharoseintoleranz ist eine vererbbare Stoffwechselkrankheit, die sekundäre Saccharoseintoleranz resultiert aus einer Darmentzündung oder einer anderweitig geschädigten Darmschleimhaut, zum Beispiel durch Antibiotika oder infolge von Zöliakie.

Bei der Saccharoseintoleranz handelt es sich um eine Enzym-Mangel-Erkrankung des Dünndarms. Das Enzym, das für den Abbau der Saccharose zustndig ist, arbeitet nicht richtig im Körper: es ist zwar vorhanden, aber inaktiv. Die Folge: die beiden Zucker, aus denen der Haushaltszucker besteht (Glucose und Fructose) können nicht im Dünndarm aufgenommen werden und gelangen in den Dickdarm. Dort werden sie von Bakterien zersetzt, es entsteht Kohlendioxid und Wasser.

Symptome

Diese Substanzen im Dickdarm führen zu den typischen Saccharoseintoleranz-Symptomen: 

  • Bauchkrämpfe
  • Durchfall
  • Erbrechen
  • Unwohlgefühl

In der Regel macht sich die Saccharoseintoleranz erst ab dem sechsten Lebensmonat bemerkbar, wenn das Baby erstmals Zucker über die Beikost aufnimmt.

Die Wahrscheinlichkeit, von dieser Unverträglichkeit betroffen zu sein, beträgt 1:222.900, ist also recht gering.

Diagnose

Diagnostiziert werden kann die Saccharoseintoleranz nur mittels Dünndarmbiopsie, also der Entnahme und Untersuchung eines Stück Dünndarmgewebes. Deutlich unsicherer, aber manchmal auf eingesetzt, ist ein H2-Atemtest, der auch bei Laktoseintoleranz verwendet wird.

Behandlung

Betroffene sollten ihre Ernährung auf eine saccharosearme Kost umstellen. Anstelle des Haushaltszuckers können Patienten Einfachzucker wie Glucose (Traubenzucker), Fructose (Fruchtzucker) oder Laktose (Milchzucker) verwenden.

Vorsichtig sein sollte man bei etlichen Obstsorten, da diese größere Mengen an Saccharose enthalten können.

Wie streng die Diät eingehalten werden muss, hängt von der Restaktivität der verantwortlichen Enzyme im Körper ab. Während manche Patienten durchaus problemlos eine kleine Menge der Saccharose verzehren können, führen bei anderen schon die geringsten Mengen zu deutlichen Beschwerden.

Kinder vertragen den Haushaltszucker in der Regel mit zunehmenden Alter besser.

Neben der Diät können auch Ersatzenzyme gegen den Disaccharidasemangel eingenommen werden.

 

 
Quellen:
NMI-Portal (Edburg Edlinger, Alexander Osl, Michael Zechmann)
"Journal of Clinical Investigation", Jacob et al., 106:281-287 (2000)

 

 

Linktipp:

Viele weitere Informationen rund um Ernährung und Sport im Blog "Gesünder leben".

 

 


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