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Rhinophym

Rhinophym bezeichnet eine Erkrankung der äußeren Nase, die durch vergrößerte Talgdrüsen (Talgdrüsen-Hyperplasie) bedingt ist und vor allem bei einem schweren Verlauf der Hauterkrankung Rosacea (Altersakne, Kupferfinne) entsteht – dann sind nicht nur die Talgdrüsen, sondenr auch die Blutgefäße der Haut sowie das Bindegewebe betroffen. Der Volksmund bezeichnet das Rhinophym als „Knollennase“ oder – und das hat meist keinerlei Bezug zur Realität – als „Säufernase“.

Das Rhinophym betrifft fast immer Männer, in der Regel tritt es zwischen dem vierten und dem fünften Lebensjahr auf.

Man nimmt an, dass die Gene eine Rolle bei der Entstehung des Rhinophyms spielen, ebenso ein gestörtes Immunsystem, Gefäßveränderungen und eine erhöhte Entzündungsbereitschaft der Haut sowie Bakterien und UV-Strahlen.

Rhinophym – 3 Formen

Unterschieden werden 3 Rhinophym-Formen: die glanduläre Form, die fibröse Form und die fibroangiomatöse Form.

  • Glanduläre Form: die Nase ist unregelmäßig knollenartig verändert, gesteigerte Talgproduktion (Seborrhoe) sowie erweiterte Talgdrüsenöffnungen gehen einher
  • Fibröse Form: betrifft vor allem das Bindegewebe, das hier übermäßig vermehrt ist
  • Fibroangiomatöse Form: vermehrtes Bindegewebe und erweiterte Blutgefäße sowie eine Entzündung. 

Ist ein Rhinophym gefährlich?

Das Rhinophym ist grundsätzlich medizinisch harmlos, kann in vereinzelten Fällen aber auch zu Atemproblemen führen. Belastend ist allerdings die deutliche Sichtbarkeit der Hautveränderung – hierunter leiden die Betroffenen besonders, was sich in psychischen Problemen wie einem verminderten Selbstwertgefühl äußert.
 
Dabei spielt mir hinein, dass das Rhinophym oft mit Alkoholikern in Konsum gebracht wird – fälschlicherweise.

Rhinophym-Behandlung

Es gibt unterschiedliche Maßnahmen zur Rhinophym-Behandlung. Häufig werden äußerliche und innerliche Ansätze kombiniert, bevor eine Operation ansteht. Mit den Maßnahmen sollen die Talgdrüsen verkleinert und die Operation erleichtert werden.

  • Äußerliche Behandlung: mit Cremes und Salben mit Antibiotika (Metronidazol) und Schälmitteln (Azelainsäure) swie schwefelhaltigen Präparaten. Abdecken der Rötungen sind ebenso möglich wie das Beseitigen einzelner stark sichtbarer Blutgefäße mittels Laser
  • Innerliche Behandlung: Antibiotika wie Tetrazykline / Erythromycin zur Einnahme; Isotretinoin (ein Vitamin-A-Säure-Abkömmling) – ist jedoch nicht zugelassen für die Indikation Rhinophym
  • Operation: hier wird das überschüssige Gewebe abgetragen. Zum Beispiel mittels Skalpell, Dermabrasion, Kryochirurgie (Kältetherapie), Elektrochirurgie (Schnitt mit Hochfrequenzstrom statt Messer) oder CO2-Laser. Durchgeführt unter örtlicher Narkose oder Vollnarkose. Komplikationen und bleibende Narben sind selten.

 
 


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