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Prurigo

Prurigo („Juckblattersucht“) ist eine Hautkrankheit, die mit starkem Juckreiz (Pruritus) einhergeht. Sie zeigt sich an teils massiv juckenden Knötchen, die vor allem Arme, Schultern und Dekollete betreffen, das Gesicht ist meist nicht betroffen. Für Prurigo typisch ist, dass der Juckreiz nachlässt, wenn die Knötchen blutig gekratzt werden. Dabei werden kleine Hautnerven zerstört, die für den Juckreiz verantwortlich gemacht werden – allerdings bleiben nach dem Kratzen häufig kleine Narben zurück und die Haut wird anfällig für Infektionen.

Prurigo – Ursachen

Prurigo ist anlagebedingt und kann verschiedene Ursachen haben, meist ist eine zugrunde liegende Erkrankung dafür verantwortlich, zum Beispiel:

  • Zuckerkrankheit (Diabetes mellitus)
  • Gicht
  • Leberfunktions-störungen
  • Nierenerkrankungen (Prurigo tritt oft bei Dialysepatienten auf)
  • Stress und psychische Blastungen
  • Hormonelle Schwankungen
  • Tumore
  • Infektionen

Außerdem gibt es eine spezielle Neurodermitis-Form, bei der ebenfalls Prurigo-Knötchen auf der Haut auftreten.

Daneben können äußere Faktoren eine Rolle spielen, wie Pollen und Staub.

Sehr oft lassen sich die genauen jedoch auch Ursachen nicht aufklären.

Frauen sind von der Juckblattersucht deutlich häufiger betroffen als Männer.

Prurigo – Symptome und Diagnose

Man unterscheidet drei Formen der Prurigo:

  • Prurigo simplex acuta: bei Kindern bis zu sechs Jahren, schubweise verlaufend
  • Prurigo simplex subtacuta: bei Erwachsenen, chronisch wiederkehrend
  • Prurigo nodularis: besonders große Knoten, v.a. an den Streickseiten der Arme und Beine

Typische Prurigo-Symptome sind, nebem dem quälenden Juckreiz:

  • Kratzspuren auf der Haut
  • Narben
  • Depigmentierungen und Hyperpigmentierungen
  • Verschorfte, teils bläschenartige Papeln

Diagnostiziert wird Prurigo anhand eines Patientengesprächs und einer Untersuchung der Haut. Weil die Juckblattersucht oft durch andere Grunderkrankungen bedingt ist, wird bei Verdacht das Blut untersucht oder eine Gewebeprobe entnommen.

Prurigo – Behandlung

Wurde die Ursache der Prurigo identifziert, wird vorrangig die verantwortliche Grunderkrankung behandelt, zum Beispiel Diabetes oder Gicht.
Zur Behandlung von Hautveränderungen und Juckreiz stehen verschiedene Therapien zur Verfügung.

So werden zum Beispiel kortisonfreie und kortisonhaltige Cremes und Lotionen wie etwa Oberflächenanästhetica verordnet, die dünn auf die betroffenen Hautpartien aufgetragen werden und so kühlen und den Juckreiz lindern.

Weiterhin kann Kortison in Tablettenform zur Einnahme in Frage kommen, ebenso Antihistaminika. Die Mittel können den Juckreiz deutlich länger lindern als örtlich aufgetragene Cremes und Salben.

Daneben können einzelne Prurigo-Knoten mit Kortison unterspritzt werden. Zwar können die Spritzen schmerzhaft sein, allerdings werden auf diese Weise – anders als bei der Einnahme von Kortison-Tabletten – nicht auch noch andere Organe dem nebenwirkungsreichen Kortison ausgesetzt.

Eine weitere Prurigo-Therapie sind UV-Lichtbestrahlungen (PUVA / UV-B / UV-A). Bei PUVA wird vor der Lichtbehandlung Psoralen verabreicht, das den Körper lichtempfindlicher macht.

Prurigo – Prognose

Während die kindliche Form der Prurigo meist nach einigen Monaten mit Schüben wieder verschwindet, können Erwachsene chronisch über Jahre unter der Hauterkrankung leiden. Ist die Prurigo durch eine Grunderkrankung bedingt, und wird diese nicht erkannt und angemessen behandelt, ist die Gefahr einer langjährigen Erkrankung besonders groß.

 


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