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Pimecrolimus

Pimecrolimus ist ein Wirkstoff zur Behandlung von Neurodermitis, teils auch von anderern Hauterkrankungen. Pimecrolimus ist unter dem Handelsnamen Elidel von Novartis erhältlich, zugelassen wurde es in der EU im Jahr 2002. Das Arzneimittel zählt wie Tacrolimus zu den topischen Immunmodulatoren. 

Zunächst als nebenwirkungsarme Alternative zu Cortison gefeiert in der Therapie von Hautkrankheiten gefeiert, summierten sich Bedenken, dass Pimecrolimus ganz ähnliche Nebenwirkungen hervorrufen kann. Aus diesem Grund wurde die Substanz 2005 mit einer Gesundheitswarnung von der FDA (Food and Drug Administration der USA) versehen. 

Der Wirkstoff bindet sich wie Ciclosporin an Zellen und hemmt dadurch Calcineurin und die Aktivität der T-Zellen, wodurch weniger Entzündungsmediatoren hergestellt werden und die Ausschüttung dieser Mediatoren aus Mastzellen unterdrückt wird. Die Folge: die Immunantwort wird verhindert. Und damit auch entzündliche Reaktionen wie die typischen Ekzeme bei Neurodermitis.

Cremes mit Pimecrolimus

Verwendet wird das Arzneimittel in Form einer Creme namens Elidel. Diese wird auf die entzündete, kranke Haut aufgetragen – vor allem bei Neurodermitis. Elidel soll für die Kurzzeitbehandlung (Akuttherapie) wie auch die Langzeitbehandlung geeignet sein. Bei einer längerfristigen Anwendung sollte sie allerdings nur in Intervallen, also mit zwischenzeitlichen Pausen, benutzt werden. Tendenziell kann Pimecrolimus besser als Cortison (Glukortikoide) vertragen werden, was es sowohl zur großflächigen Therapie als auch zur vorbeugenden Behandlung eignen lässt.

Elidel enthält 0,1% Pimecrolimus und ist zugelassen für leichte bis mittelstarke Formen von Neurodermitis.

Die Wirksamkeit konnte in verschiedenen klinischen Studien nachgewiesen werden, sowohl bei Kindern ab 2 Jahren (Wahn, 2002) als auch bei Erwachsenen (Paller, 2001) mit Neurodermitis und starkem Juckreiz.

Im Vergleich zu Tacrolimus, das in einer fetteren Salbengrundlage verarbeitet wird, wird Pimecrolimus oft auch von der empfindlichen Gesichtshaut vertragen, zudem gelangen weniger Wirkstoffe über die Haut in die Blutbahn, was die systemischen (den ganzen Körper betreffenden) Nebenwirkungen potenziell reduziert.

Nebenwirkungen

Mögliche Nebenwirkungen von Pimecrolimus / Elidel sind:

  • Hautirritationen: Rötung, Brennen, Juckreiz – vor allem zu Beginn der Behandlung
  • Stark erhöhtes Risiko für Infektionen mit Bakterien, Pilzen und Viren (z.B. Herpes, Dellwarzen, Windpocken), da das Immunsystem unterdrückt wird
  • Eventuell erhöhtes Krebsrisiko (wird noch bzw. immer wieder untersucht)

Anders als Cortison scheint der Wirkstoff die Haut jedoch nicht zu verdünnen.

Die Creme darf nicht in die Augen und auf die Schleimhäute gelangen.

Während der Therapie ist ein guter Sonnenschutz besonders wichtig.

Nicht geeignet ist das Mittel für Kinder bis 2 Jahre und immungeschwächte Menschen.

In jedem Fall sollte die Behandlung unter engmaschiger Kontrolle durch den Hautarzt erfolgen.
 


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