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Pilzsporen

Pilzsporen sind die Sporen von Pilzen. Als Spore wird in der Biologie ein Entwicklungsstadium von Lebewesen bezeichnet, das einzellig oder wenigzellig und keine Geschlechtszelle (Gamet) ist. Sporen dienen der ungeschlechtlichen Fortpflanzung, der Ausbreitung und / oder der Überdauerung.

Pilzsporen und die Sporen anderer Lebewesen

Neben Pilzen produzieren auch andere niedere Lebewesen wie Bakterien, Algen, Moose, Farne oder Protozoen Poren. Bei höheren Pflanzen zählen das einzellige Pollenkorn (Mikrospore) sowie die Embryosackmutterzelle (Megaspore) zu den Poren.

Nach der Bildung unterscheidet man zwei Arten von Sporen, die Meiosporen und die Mitosporen, diese wiederum werden jeweils untergliedert nach der Bildung in der gametophytischen oder der sporophytischen Generation.

Pilzsporen und andere Sporen werden meist in sehr großer Anzahl produziert, was sie vor allem zur Ausbreitung und Vermehrung eignet. Die Fortpflanzung geschieht dabei ungeschlechtlich. Außerdem dienen die Sporen dazu, widrige Umweltzustände zu überdauern. Sie sind äußerst widerstandsfähig und benötigen kein Wasser, keine Nährstoffe und keinen Sauerstoff, wenn sie ihren Stoffwechsel einstellen. Ihre Zellwände verhindern, dass das Wasser verdunstet. So können die Sporen sehr lange überleben. Dies gilt ganz besonders für die Endosporen von Bakterien, die lange Zeiträume, aggressive oder toxische Stoffe und Austrocknung genauso überdauern wie große Hitze – einige dieser Bakteriensporen überdauern im trockenen Zustand sogar 150°C für 60 Minuten.

Pilzsporen in der Luft

Forscher vom Max-Planck-Institut und der Johannes Gutenberg-Universität in Mainz haben (nach eigenen Angaben) erstmals die Luft systematisch nach dem Pilzerbgut abgesucht. Das Ergebnis: die Menge und Vielfalt der Pilzspuren in der Luft ist noch weitaus größer als bisher angenommen. Mehrere hundert Pilzarten wurden in der Luft gefunden, pro Kubikmeter insgesamt 1000 bis 10000 Pilzsporen. Für die Ergebnisse untersuchten die Forscher Feinstaub und Grobstaub, den sie aus der Luft filterten und hinsichtlich ihrer DNA analysiert. Zudem ist der Anteil von Sporen, die Allergien oder Krankheiten auslösen sowie Pflanzen schädigen können, noch größer als vermutet. Bekannt sind inzwischen ganze 100.000 Arten von Pilzen, die Wissenschaftler rechnen mit insgesamt 1,5 Millionen Arten.

In der Luft befinden sich vor allem Sporen von Schlauchpilzen und Ständerpilzen, wozu sowohl Speisepilze wie Trüffel oder Champignon zählen, als auch Krankheitserreger wie Rostpilze und Schimmelpilze. Um sich zu vermehren, schießen die Pilze ihre Sporen aktiv in die Luft, zum Teil mit dem Hunderttausendfachen der Erdbeschleunigung. Werden die Pilzsporen eingeatmet oder kommen sie mit Pflanzen in Kontakt, können sie verschiedenste Erkrankungen sowie Allergien auslösen. Die meisten Pilze sind weltweit verbreitet und leben sowohl in und auf Pflanzen, Tieren und Menschen als auch von totem organischen Material. Am besten wachsen sie bei hohen Luftfeuchtigkeiten von 90% und Temperaturen zwischen 20 und 25°C.

Da der Mensch durchschnittlich zwischen 10.000 und 20.000 Litern Luft täglich einatmet, und bei jedem Atemzug eine bis zehn Sporen in den Körper gelangen, ist die Menge erheblich.

Allergische Reaktionen

Die Nase läuft, die Augen jucken und tränen – das muss nicht an Heuschnupfen liegen, sondern kann auch durch Pilze und deren Sporen bedingt sein. Hinsichtlich von Allergien sind unter anderem die folgenden vier Arten relevant:

  • Aspergillus species: in 300 Arten auf der ganzen Welt vertreten, und zwar praktisch überall: im Boden und Wasser, in der Luft und in Pflanzen, in feuchten Wohnungen, Klimaanlagen, Blumentropferde und Lebensmitteln. Einige der Arten werden in der biotechnologischen Produktion von Arzneimitteln und Lebensmitteln eingesetzt und auf diesem Weg oft unbemerkt über Medikamente und Speisen aufgenommen.
  • Cladosporium species: in über 500 Arten vertreten in Wasser und Luft, Boden, feuchten Wohnungen, Topferde, Klimaanlagen, abgestorbenen Pflanzen und Lebensmitteln. Die am stärksten vertretene Pilzart und Art von Pilzsporen in der Außen- und Innenluft. Nicht zerstörbar durch UV-Licht, weit transportierbar. Besonders hoch konzentriert in der Luft zwischen Juli und August und oft nicht von Gräserpollenallergien zu unterscheiden.
  • Grauschimmel (Botrytis cinerea): wichtigster Vertreter aus der Gattung Botrytis und ebenfalls weltweit verbreitet. Kommt al Schimmel auf Lebensmitteln wie Obst und Salat vor, zudem auf verwesenden Pflanzenresten. Führt zur Edelfäule von Weintrauben. Ist weiterhin in Böden, in der Luft und in der Sauna anzutreffen.
  • Schwärzepilz (Alternaria alternata): Auf der ganzen Welt verbreitet und in etwa 50 Arten auftretend. Kommt oft als Lebensmittelschimmel sowie als Wandschimmel vor, zudem in Böden und der Luft. Am wohlsten fühlt er sich bei 90% Luftfeuchtigkeit und einer Temperatur zwischen 20 und 30°C. Der Schwärzepilz ist vor allem bei allergischem Asthma sehr relevant.

 


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