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Phytopharmaka

Phytopharmaka (Einzahl: Phytopharmakon) sind Arnzeimittel aus pflanzlicher Herkunft. Sie dienen der Phytotherapie, also der pflanzlichen Therapie und werden angewendet als:

  • Fertigarzneimittel
  • Tinkturen
  • Pflanzenextrakte
  • Tee und Teemischungen

Phytopharmaka – Definition

In der Regel handelt es sich bei den Phytopharmaka um Vielstoffgemische aus verschiedenen Inhaltsstoffen – das macht es oft schwer, die enthaltenen wirksamen Bestandteile ausfindig zu machen. Ein Extrakt enthält also meist mehr als einen Wirkstoff.

Pflanzliche Reinstoffe wie Kokain (aus Cocablättern) oder Morphin (aus Opium) werden meist nicht zu den Phytopharmaka gezählt.

Homöopathische Mittel sind – abgesehen von sehr tiefen Potenzen und Urtinkturen – ebenfalls keine Phytopharmaka, da sie zu stark verdünnt keine nachweisbaren pflanzlichen Inhaltsstoffe mehr enthalten.

Phytopharmaka – Einteilung

Unterschieden werden die pflanzlichen Mittel nach wissenschaftlicher Akzeptanz in:

Rationale Phytopharmaka: Wirksamkeit wurde wissenschaftlich nachgewiesen – also zuverlässigen Studien (randomisiert mit Placebo-Kontrollgruppen). Hierbei handelt es sich oft um Monoextraktpräparate, standardisiert auf spezielle Inhaltsstoffe.
Traditionelle Phytopharmaka: keine wissenschaftlichen Nachweise, sondern Erfahrungswissen und (alte) Literatur sowie Heilansätze.

Weiterhin lassen sich unterscheiden:

Alternative Phytopharmaka: aus der Alternativmedizin, z.B. Bachblütentherapie oder Hildegard-von-Bingen-Medizin
Transkulturelle Phytopharmaka: aus der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) sowie aus dem Ayurveda

Phytopharmaka – Zusammensetzung

Die pflanzlichen Arzneimittel bestehen meist aus einem Gemisch aus verschiedenen Pflanzeninhaltsstoffen. Diese können den folgenden Gruppen zugeordnet werden:

Hauptinhaltsstoffe (Effektoren): die Substanzen, die die Wirkung der Heilpflanze bestimmen, zum Beispiel die Anthranoide von Sennesblättern
Leitsubstanzen: werden in der Analytik zur phytochemischen Identifizierung genutzt
Begleitstoffe (Coeffektoren): nicht unmittelbar an der Wirkung beteiligt, können aber die Wirkung der Hauptinhaltsstoffe beeinflussen
Gerüststoffe: sorgen für die Struktur und Stabilität der Pflanze

Weiterhin enthalten sein können nichtpflanzliche Hilfsstoffe, die bei der Herstellung von Fertigarzneimitteln eingesetzt werden.

Phytopharmaka – Nebenwirkungen

Dass pflanzliche Arzneimittel frei von Nebenwirkungen seien – eine weit verbreitete Einschätzung – ist ein Irrtum. Zwar sind die Mittel oft gut verträglich, sie können jedoch auch giftig oder schlecht verträglich sein bzw. allergische Reaktionen auslösen.

Unterschiede zwischen Phytopharmaka und chemischen Arzneimitteln

Anders als die synthetisch hergestellten, chemischen Arzneimittel enthalten die Pflanzen nicht nur einen oder wenige Wirkstoffe, sondern eine ganze Palette – und dies auch noch in unterschiedlicher Zusammensetzung.

Während synthetische Arzneimittel immer vergleichbar in ihrer Zusammensetzung sind – mit demselben Wirkstoff in derselben Konzentration – ist dies bei Phytopharmaka nicht so.

Deshalb können pflanzliche Heilmittel von verschiedenen Herstellern selbst dann unterschiedlich zusammengesetzt sein und wirken, auch wenn sie aus derselben Heilpflanze erzeugt wurden.
 


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