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Phenylendiamine

Phenylendiamine (auch als Diaminobenzole bezeichnet) sind chemische Verbindungen, die zur Gruppe der aromatischen Diamine zählen, allesamt kristalline Feststoffe sind und in drei Gruppen unterteilt werden:

  • 1,2-Phenylendiamin (ortho-Phenylendiamin)
  • 1,3-Phenylendiamin (meta-Phenylendiamin)
  • 1,4-Phenylendiamin (para-Phenylendiamin)

Bei Phenylendiaminen handelt es sich um wichtige Ausgangsprodukte einer Vielzahl organischer Verbindungen.

Wo kommen Phenylendiamine vor?

Phenylendiamine werden eingesetzt in der Herstellung folgender Produkte:

  • Kunststoffe
  • Photochemikalien
  • Pflanzenschutzmittel
  • Farbstoffe (auch Haarfärbemittel) und Pigmente
  • Kosmetika (als UV-Absorber), wobei nur manche Phenylendiamine verwendet werden dürfen.
  • Medikamente
  • Gummi-Antioxidans (Mercaptobenzimidazol)

Außerdem werden sie genutzt in biotechnologischen Laboratorien und als Fixiermittel bei Henna-Tattoos.

Phenylendiamin-Allergie (PPD-Allergie)

Die p-Phenylendiamin-Allergie ist eine Typ IV-Kontaktallergie. Das Allergen gehört zu den Parastoffen, im weitesten Sinne zu den Farbstoffen.
Allergiker sollten sich bewusst sein, dass die Phenylendiamine in den folgenden Produkten vorkommen können:

  • Haarfärbemittel
  • Augenbrauenfarben
  • Henna-Tattoos
  • Kosmetika
  • Sonnenschutzmittel
  • Fotokopiersystemen sowie in Druckfarben, Druckerschwärze, Kugelschreibern und Tinte, Kontrastmitteln, technischen Ölen, im Gummi von Melkmaschinen, an den Griffen von Motorrädern, Fahrrädern und Kinderwagen, in Autoreifen und Gummibooten
  • Als Ausgangs- oder Zwischenprodukt von Farbstoffen in: Leder, Pelzen, Strümpfen, Schuhen und Schuhputzmitteln, Lacken und Gummi

Besonders gefährdet von der Phenylendiamin-Allergie sind Berufsgruppen, die häufig mit der Substanz in Berührung kommen. Dazu zählen:

  • Friseure
  • Masseure
  • Chemiearbeiter
  • Fotographen
  • Druckereiarbeiter
  • Textilarbeiter
  • Pelzfärber
  • Arbeiter in der Schuhwaren-, Zellstoff- und Kunststoff-Industrie

PPD gehört zu den 10 wichtigsten Umwelt- und Berufs-Allergenen. Zwischen 1,5 und 10 Prozent der Menschen sind darauf sensibilisiert, bei den Friseuren sind es sogar 40-50 Prozent – obwohl der Stoff zum Beispiel seit Jahrzehnten in Deutschland nicht mehr zugelassen ist. Allerdings gelangen die Phenylendiamine als Teil von Haarfärbemitteln übers Ausland nach Deutschland, in der EU sind 3% PPD in den Produkten zugelassen.

Kreuzallergien sind zu verschiedenen Farbstoffen, Säuren und weiteren Substanzen möglich.

Diagnostiziert werden kann eine Allergie gegenüber Phenylendiaminen mittels Epikutantest.
 


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