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pH-Wert der Haut

Der pH-Wert der Haut ist der Wert, der angibt, wie basisch bzw. sauer die Haut ist. Er liegt knapp unter 5. Damit ist die Haut leicht sauer. Der Säuremantel der Haut schützt sie vor Krankheitserregern.

Zur Orientierung:

  • der pH-Wert wird zwischen 0 (stark sauer) und 14 (stark alkalisch / basisch) angegeben
  • Wasser hat den Neutralwert 0

Beim Säureschutzmantel handelt es sich um einen dünnen Film aus Wasser und Fett, bestehend vor allem aus Talg, Schweiß und Hornzellen.

Der pH-Wert der Haut und seine Bedeutung

Schon seit 1882 ist bekannt, dass die Hautoberfläche sauer reagiert, erst seit 1928 spricht man jedoch vom Säureschutzmantel der Haut.

Zum genauen Wert gibt es zahlreiche Studien, lange galt ein Wert von 5,4-5,9 als Normalwert, gemessen am Unterarm eines weißen, erwachsenen Mannes. Dieser Wert wird auch noch heute sehr häufig zitiert. Allerdings haben neuere Studien wie die um die Wissenschaftler Lambers (2006) und Segger (2007) gezeigt, dass der echte pH-Wert meist knapp unter 5 liegt. Allerdings wird er zum Beispiel vom Geschlecht, Alter, Hautareal und angewendeten Kosmetikprodukten beeinflusst. So beträgt der pH-Wert im Intimbereich zum Beispiel etwas saurere 4-4,4. 

Wie wichtig der leicht saure pH-Wert der Haut ist, konnte in vielen Studien gezeigt werden. Zum Beispiel hat er die folgenden Effekte:

  • Krankheitserreger werden gehemmt, während Mikroorganismen der normalen gesunden Haut („Normalflora) wie Staphylococcus epidermis gut wachsen können. Gesundheitsförderliche Bakterien werden also stabilisiert, während gesundheitsschädigende gehemmt werden
  • Nur in diesem leicht sauren Milieu können viele Enzyme funktionieren, die am Aufbau und der Regeneration der Hautbarriere beteiligt sein

Auch an anderen Teilen des Körpers spielt der pH-Wert eine wichtige Rolle. Menschen vertragen nur einen bestimmten Bereich, in dem Blut und Zellflüssigkeiten liegen können. Der Wert es Blutes zum Beispiel wird durch ein sehr komplexes System eingestellt. Arterielles Blut hat einen Normalwert von 7,35-7,45. Je geringer er ist, umso weniger Sauerstoff kann das Blut binden, was der Körper nutzt: Kohlensäure aus der Lunge führt zu sinkendem pH-Wert des Blutes, aus der Lunge abgeatmetes Kohlendioxid lässt den pH-Wert des Blutes und damit die Aufnahmefähigkeit für Sauerstoff steigen.

Daneben beeinflusst das Milieu auch die Fortpflanzung: das basische Sperma des Mannes trifft auf das saure Scheidenmilieu (sauer zur Abwehr von Krankheitserregern), es kommt zur Neutralisierung und damit zu einem Milieu, indem sich die Spermien ideal bewegen können.

Der pH-Wert in der Reinigung und Pflege der Haut

Viele der Seifen, die wir zur täglichen Körperwäsche nutzen, sind jedoch deutlich basisch. Das Ergebnis: die Haut trocknet aus, die schützende Fettschicht nimmt ab, die Säureschicht wird zerstört.

„pH-neutral“, also der Wert 7 wie beim Wasser, ist damit für die Haut nicht neutral. Moderne Hautreinigungsmittel berücksichtigen den pH-Wert der Haut. Hier benötigt es je nach Einsatzgebiet Mittel mit einem pH-Wert von 4 bis 6,5. Dafür sorgt meist eine spezielle Zusammensetzung aus:

  • Synthetischen Tensiden
  • Trägersubstanz: aus Wasser, Glyzerin, Natriumchlorid, Natriumthiosulfat, Natriumhydrogencarbonat, Distearaten

Ein Mittel zur Hautreinigung über bloßes Wasser hinaus ist dabei wichtig – nur so können wir überschüssigen Talg, abgestorbene Hornzellen und Keime sowie Schmutz gründlich entfernen – und nur so können wir verstopfte Poren, Hautunreinheiten und Entzündungen bestmöglich verhindern. Zwar kann die gesunde Haut den negativen Einfluss der viel zu basischen klassischen Seifen innerhalb von etwa 30 Minuten wieder neutralisieren, bei empfindlicher, trockener Haut ist dies jedoch weniger der Fall.

Empfindliche Haut sollte mild gereinigt werden mit Präparaten mit einem pH-Wert zwischen etwa 4 und 6,5. Dazu gibt es in Drogerien und Apotheken Syndets, Waschgele und Waschlotionen.

Eine besondere Pflege braucht auch der Intimbereich, der mit einem Wert von ca. 4,4 deutlich saurer ist als die restliche Haut. Wer diesen Bereich zu häufig oder aggressiv wäscht, kann die Haut stark reizen, was verschiedene Beschwerden und Erkrankungen begünstigt. Mittel zur Intim-Pflege sollten sanft sein und weder Seifen noch Alkohol enthalten.

Auch bei dünnen Babyhaut (nur 1/5 der Dicke der Erwachsenenhaut) ist eine hautgerechte Reinigung und Pflege sinnvoll. Viele Produkte speziell zur Babypflege berücksichtigen dies.

Weitere Empfehlungen zur schonenden Hautpflege:

  • Kein heißes Wasser benutzen, da dies die Haut besonders stark austrocknet
  • Bäder trocknet die Haut ebenfalls stark aus, vor allem mit seifenhaltigen Badezusätzen. Daher nur kurz baden, oder Badeöle verwenden
  • Nach dem Duschen oder Baden oder der Gesichtswäsche Haut trocken tupfen statt reiben
  • Waschlappen und Handtücher regelmäßig wechseln
  • Sonnenschutz im Freien
  • Luftbefeuchter gegen trockene Heizungsluft verwenden (oder Schalen mit Wasser im Raum verteilen)

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