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Peggy über ihre Erfahrungen mit zwei neurodermitiskranken Töchtern

Die Diagnose Neurodermitis jagt den meisten Eltern einen großen Schrecken ein. Ein so diffuses Krankheitsbild, ein so variabler Krankheitsverlauf und so unendlich viele Behandlungsansätze verwirren und ängstigen. Dazu kommt, dass man sofort an all die Dinge denkt, die das Kind künftig nicht mehr wird essen dürfen. Man hat Angst, dass das Kind wegen seiner Haut gehänselt wird.

Als unsere Große die ersten Anzeichen zeigte, da war sie 2 Jahre alt. Ihre Haut war trotz guter Pflege trocken und rissig. Es bildeten sich juckende Stellen an den Armen und an den Beinchen. Ich stand hilflos da und ging natürlich sofort zu unserem damaligen Kinderarzt. Der verschrieb als erstes eine Creme, die betroffene Eltern alle kennen. Die in der weißen Tube mit der blauen Schrift.

Das half uns aber nicht wirklich weiter. Die trockene Haut sah kurzfristig besser aus, das war es dann aber auch. Der nächste Besuch brachte dann Ernüchterung und noch mehr Angst: "Das ist dann Neurodermitis – da hilft nur Cortison. Ich schreib Ihnen da eine Salbe auf, die wird in der Apotheke angemischt." Die haben wir dann auch eine Zeit lang benutzt. Damit gingen die schlimmen Stellen zwar weg, aber sobald das Cortison abgesetzt wurde, bildeten sich neue. 

Ganz schlimm in der Winterzeit mit der trockenen Heizungsluft. Man hört als Mutter viel und über Cortison nichts Gutes. Also begann ich nachzufragen und nach Alternativen zu suchen. Geholfen wurde mir erst ein ganzes Jahr später. Auf einer Mutter- und Kind-Kur bekamen wir eine Salbe, die hilft – ohne Cortison. Und wir wurden trainiert. Trainiert auf eine neurodermitisfreundliche Hautpflege. Nun nehmen wir regelmäßig Bäder, wir cremen mit der richtigen Creme und wir achten auf gesunde Pflegeprodukte mit möglichst wenig chemischen Zusätzen. Und, und, und …

Jetzt wo wir uns daran gewöhnt haben, ist das total normal und kein Grund mehr zur Panik. Essen dürfen wir übrigens alles, denn unsere Neurodermitis ist keine Nahrungsmittelallergie. Unser zweites Mädchen ist ebenso betroffen. Da wir aber mit ihr ganz anders umgehen als mit der Großen zu Beginn, hat sie bisher keine großen Beschwerden.

Ich kann nur allen Eltern raten: Sucht so lange, bis ihr einen Arzt findet, der euch wirklich helfen kann. Lasst euch nicht abspeisen mit einer Cortison-Dauertherapie, solange andere Dinge noch helfen. Und seid einfach vorbereitet.

Habt – wo auch immer ihr seid – die Pflegeprodukte dabei, auf die ihr euch verlassen könnt. Das ist besonders im Urlaub wichtig, wenn ihr nicht mal eben in der nächsten Apotheke bekommt was ihr braucht. Wir haben da mal schreckliche Erfahrungen gemacht mit in Frankreich gekauften Windeln.

Wenn jemand diesen Artikel liest, der meine Mädels kennt, der wird sagen: Neurodermitis? Die beiden? Niemals! – Ist aber so. Da die Krankheit im Akutfall sehr belastend ist für den Körper und die Seele, versuchen wir so gut es geht vorzubeugen und man sieht den Kindern an der Haut nichts an.

Nun wird der eine oder andere sagen: Dann ist die Krankheit wohl wieder weg! Bei uns nicht, denn wenn wir nachlässig werden mit der Hautpflege, macht sich das sofort bemerkbar und es geht wieder los. Auch Stress sorgt dafür, dass es schlimmer wird. Wir versuchen daher, ihn wirklich gering zu halten. Recht erfolgreich leben wir mit Neurodermitis. Hier meine Liste der Dinge, die uns helfen:

  • möglichst gesunde Ernährung
  • gute naturnahe Pflegeprodukte
  • konsequente Pflege der Haut
  • gesunde giftfreie Kleidung
  • hautfreundliche Waschmittel

Mein Tipp für den Umgang mit der Krankheit ist, sich so lange zu informieren, bis man genau Bescheid weiß und einen guten Arzt gefunden hat. Foren wie dieses sind dabei eine grofle Hilfe. Dann legt sich schon bald die Angst von ganz allein!

Peggy Zawilla - www.Land-und-Kind.de


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