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Peak-Flow-Werte

Peak-Flow-Werte geben die Geschwindigkeit an, mit der ein Mensch Luft aus seiner Lunge blasen kann. Das Ermitteln der Peak-Flow-Werte sowie deren Kontrolle sind wichtige Bausteine in der Diagnose und Therapie von Lungenerkrankungen wie dem Asthma bronchiale. Peak-Flow-Werte werden mittels Peak-Flow-Meter oder Spirometer gemessen. Während es zahlreiche Peak-Flow-Meter-Messgeräte für unterwegs gibt, werden Spirometrie-Untersuchungen in der Regel bei und von einem Haus- oder Lungenarzt durchgeführt.

Peak-Flow-Werte richtig messen 

Zur regelmäßigen Kontrolle des Asthmas oder COPD sowie zur Analyse der Schwere eines Notfalls wenden Patienten einen Peak-Flow-Meter an – ein kleines, etwa handgroßes Gerät aus Kunststoff. Die Messung sollte zu Beginn zweimal täglich durchgeführt und die Ergebnisse in ein Diagramm eingetragen werden. Hinzu kommen Messungen bei Atemnot – mit ihrer Hilfe lässt sich leicht ausmachen, welche Medikamente angewendet werden sollten. 

Ein paar grundsätzliche Tipps, um den Peak-Flow richtig zu messen: 

  • Immer dasselbe Peak-Flow-Meter benutzen, da verschiedene Geräte verschiedene Ergebnisse hervorbringen können
  • Aufrecht stehend, nicht im Sitzen messen
  • Vorm Messen Zeiger bis zum Anschlag zurückschieben
  • Mundstück fest mit Lippen und Zähnen umschließen
  • So tief wie möglich einatmen, dann so schnell und kräftig wie möglich ausatmen
  • Peak-Flow-Wert ablesen
  • Mundstück abnehmen und mit warmen Wasser reinigen

Peak-Flow-Werte: Was sie bedeuten

Grundsätzlich gilt: ein hoher Peak-Flow-Wert heißt, die Atemwege sind frei und offen. Niedrige Werte deuten auf verengte Bronchien hin. Meist ist der Wert am Morgen niedriger als am Abend.

Gesunde Menschen haben Peak-Flow-Werte zwischen 400 und 700 Litern pro Minute. Der Wert hängt jedoch auch vom Geschlecht sowie von der Größe und dem Alter eines Menschen ab. Bei Asthmatikern oder COPD-Patienten liegt der Wert je nach Schwere zum Teil deutlich drunter. Richtwerte in Abhängigkeit von Größe („H“ in Metern) und Alter („A“ in Jahren) erhält man mit den folgenden Formeln:

  • Männer (6,14xH-0,043xA+0,15-1,64×1,21)x60 l/min
  • Frauen (5,50xH-0,030xA-1,11-1,64×0,90)x60 l/min

Der Wert allein nützt allerdings nur etwas im Vergleich – und zwar mit Werten, die man auf demselben Gerät im Zeitverlauf gemessen und festgehalten hat.

Gut geeignet ist dazu zum Beispiel das Asthma-Tagebuch der Deutschen Atemwegsliga: http://www.atemwegsliga.de/. In diesem können nicht nur Peak-Flow-Werte, sondern auch sonstige Atembeschwerden und der Gebrauch von Medikamenten dokumentiert werden.

Zur Einfachheit wurde ein Ampel-System entwickelt, mit dem der Wert schnell interpretiert und ggfs. Maßnahmen eingeleitet werden können. Neuere Messgeräte zeigen bereits die Ampelzeichen an, bei älteren muss man die Werte selbst zuordnen.

Peak-Flow-Werte und die Ampel

Rote Zone (< 50% des persönlichen Bestwertes):

  • Notfall, instabile Atemwege!
  • Notfall-Medikamente einnehmen
  • Wenn auch nach der Einnahme bronchienerweiternder Medikamente Peak-Flow-Wert weiterhin unter 50%: Sofort Arzt oder Klinik aufsuchen!
  • Beschwerden: Atemnot, nächtliche Beschwerden, anhaltender Husten, Giemen
  • Leistungsfähigkeit und Schlaf stark beeinträchtigt

Gelbe Zone (50-80% des persönlichen Bestwertes)

  • Atemwege instabil
  • zusätzliche Medikamente oder erhöhte Dosis nach Absprache mit dem Arzt
  • wenn länger in der gelben Zone: Arzt aufsuchen
  • Beschwerden: Atemnot, Giemen, zum Teil Husten
  • Normale Aktivität und Schlaf sind beeinträchtigt

Grüne Zone (80-100% des persönlichen Bestwertes)

  • das Asthma ist unter Kontrolle
  • keine oder nur minimale Beschwerden, kein Handlungsbedarf (Einnahme der Medikamente weiterhin wie mit dem Arzt abgesprochen)
     

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