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Parapsoriasis

Parapsoriasis bezeichnet eine Gruppe häufiger, entzündlicher, nicht infektiöser, chronischer Hautkrankheiten mit einer Ähnlichkeit zur Psoriasis (Schuppenflechte). Parapsoriasis tritt üblicherweise ab dem Jugendalter oder später auf. Die Ursachen der Hautkrankheit sind bis heute unklar.

Der Name „Parapsoriasis“ stammt vom französischen Hautarzt Louis-Anne-Jean Brocq, der die Krankheit 1902 zunächst provisorisch in Anlehnung an die bekannte Schuppenflechte bannte.

Zur Gruppe der Parapsoriasis-Erkrankungen zählen insbesondere die kleinfleckige und großflächige Parapsoriasis en plaques sowie die akute und die chronische Parapsoriasis guttata (auch bekannt als Pityriasis lichenoides). Daneben werden die folgenden drei Krankheiten zum Formenkreis gezählt: Parakeratosis variegata, Parakeratosis en plaques sowie Mykosis fungoides. Wir werden uns im folgenden aber auf die Formen der klassischen Parapsoriasis konzentrieren.

Die kleinfleckige Parapsoriasis en plaques

Diese Form ist durch scharf begrenzte, kleine hellrote bis gelbbraune Herde gekennzeichnet, die ohne bestimmtes Muster am Körper auftreten – vor allem am Rumpf sowie an den Beugeseiten der Arme und Beine.

Die Herde sind etwas faltig und schuppen kleieförmig. Sie können ein bisschen jucken, aber nicht stark.

Im Winter ist die Krankheit meist stärker ausgeprägt, im Sommer wird sie besser. Immer bleibt sie jedoch harmlos und unbedenklich.

Behandelt werden kann die kleinfleckige Parapsoriasis en plaques mit Sonne, in seltenen Fällen kann eine PUVA-Behandlung angezeigt sein.

Die großflächige Parapsoriasis en plaques

Bei der großflächigen Parapsoriasis en plaques sehen die Herde aus wie bei der kleinfleckigen, allerdings sind sie größer und fließen ineinander zusammen. Die Grenzen sind weniger scharf, am häufigsten tritt sie am Rumpf auf. Der Juckreiz ist hier stärker.
Neben der PUVA-Therapie ist eine strenge Überwachung bei sehr großen und stark juckenden Krankheitsbildern notwendig, da sich an den betroffenen Hautpartien ein Lymphom (Tumor des Lymphgewebes) entwickeln kann.

Die akute Parapsoriasis guttata

Die akute Parapsoriasis guttata tritt plötzlich auf und geht manchmal mit einem allgemeinen Krankheitsgefühl auf. Rumpf, Arme und Beine sind am häufigsten betroffen.

Der Hautausschlag kann sehr verschieden aussehen, möglich sind helle Rötungen sowie Bläschen und Knötchen bis hin zu starker Krustenbildung.

Die chronische Parapsoriasis guttata

Die chronische Parapsoriasis guttata verläuft chronisch über Wochen bis Monate hinweg. Der Juckreiz ist gering ausgeprägt, der Ausschlag erkennbar an rötlich-braunen Knötchen in Linsenform, die mit einem Schuppendeckel besetzt sind. Dieser Deckel kann seitlich angehoben werden, man spricht vom Hobelspan-Phänomen.

Verläuft die Parapsoriasis – ganz gleich welcher Art – schwer, können neben PUVA und Klimatherapie auch Cortison-Behandlungen oder Antibiotika nötig sein.
 


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