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Neurodermitis und Schuppenflechte – Mischformen möglich

Glaubt man der gängigen Meinung von Medizinern, schließen sich Neurodermitis und Schuppenflechte aus. Eine Studie der Universitäts-Hautklinik Halle zeigt, dass Mischformen möglich und viel weiter verbreitet sind als lange Zeit angenommen. 

Dass jemand entweder Neurodermitis oder Schuppenflechte haben könne, eigentlich aber nicht beides gleichzeitig, davon gingen Wissenschaftler bisher aus, weil es zwei Arten von T-Helferzellen in der Haut gibt, die mit der Immunabwehr zusammenhängen. Der Typ 1 (TH1) steuert anhand von Botenstoffe Abwehrreaktionen, die mit den typischen Schuppenflechte-Symptomen einhergehen, während bei Neurodermitis die Helferzellen beim Typ 2 verstärkt vorkommen – gesunde Menschen haben ein Gleichgewicht beider Helferzellen-Typen.

Diese Zweiteilung ist es, aufgrund derer bisher vermutet wurde, dass nur eine der beiden Krankheiten bei einem Patienten auftreten könne. Dr. Alla Stepanova und sein Team von der Universitäts-Hautklinik Halle haben nun 1520 Personen untersucht, um eventuellen Mischformen auf den Grund zu gehen.

Das Ergebnis: mehr als fünf Prozent der Patienten mit Psoriasis-Symptomen auf Haut, Nägeln oder an den Gelenken bzw. einer über Antigene nachweisebare Neigung zur Schuppenflechte hatten auch Anzeichen für Neurodermitis wie:

  • Juckreiz
  • Sehr trockene Haut
  • Weißer Dermographismus

Von den 1216 Patienten, die wegen ihrer Schuppenflechte in die TOMESA-Fachklinik eingewiesen wurden, hatten ca. 2,5 Prozent gleichzeitig Neurodermitis-Symptome.

Von den 1520 Probanden gaben 237 an, an Neurodermitis-Ekzemen zu leiden. Bei 15 der 237 Betroffenen konnte zusätzlich Schuppenflechte festgestellt werden.

Heißt also: Mischformen sind durchaus möglich und gar nicht so selten. Als erste Anzeichen für eine Schuppenflechte + Neurodermitis gelten bei Psoriatikern:

  • Juckreiz
  • Prall gefüllte Bläschen (Dyshidrose)
  • Atopie: erbliche Neigung zu allergischen Erkrankungen (nachweisbar anhand erhöhter IgE-Antikörper im Blut der Betroffenen)

Die Erkenntnis bringt auch Konsequenzen für die Therapie von Patienten mit Mischformen aus Neurodermitis und Psoriasis mit sich, müssen schließlich bei einer zusätzlichen Neurodermitis Hautreizungen vermieden werden, zudem muss die trockene Haut stets mit ausreichend Fetten und Feuchtigkeit versorgt werden. Einige der typischen Schuppenflechte-Medikamente wie Dithranol können aufgrund der starken Hautreizung in diesem Fall nicht oder nur mit großer Vorsicht eingesetzt werden.
 


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