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Neurodermitis und Pseudoallergien

Allergien gehören zu den häufigsten Auslösern von Neurodermitis-Schüben. Neben echten Allergien gibt es aber auch sogenannte Pseudoallergien (nicht IgE-vermittelte Allergien). Diese lassen sich nicht durch einen Allergietest nachweisen – nur einer der Gründe, warum die Bedeutung der Pseudoallergien bei Neurodermitis noch nicht vollständig geklärt ist. Was weiß man bisher darüber, und machen strenge Diäten überhaupt Sinn?

Von Allergien und Diäten

Nahrungsmittel können Neurodermitis auslösen oder verschlimmern. Anstatt sich individuell auf Allergien testen zu lassen, schwören viele Patienten auf strenge Diäten. Dann droht eine – oft ungerechtfertigte – Mangelernährung. Während neurodermitiskranke Kinder eher an Nahrungsmittelallergien leiden, nehmen diese mit zunehmendem Alter ab. Erwachsene Betroffene leiden daher viel öfter unter Pollen-, als unter Nahrungsmittelallergien. Was bleibt, sind die Pseudoallergien.

Die Pseudoallergie

Pseudoallergien können durch Medikamente, als auch durch Lebensmittel hervorgerufen werden. Genau geklärt ist der Mechanismus noch nicht. Fest steht aber, dass die Pseudoallergene entzündungswirksame körpereigene Stoffe wie das Histamin freisetzen können, die wiederrum die Ekzeme verschlechtern.

Welche Pseudoallergene gibt es bei Nahrungsmitteln?

Die Pseudoallergien werden durch Zusatzstoffe ausgelöst, wie zum Beispiel 

  • Aromastoffe (künstliche und natürliche)
  • Farbstoffe
  • Geschmacksverstärker
  • Konservierungsstoffe
  • Tyramin
  • Zitronensäure

Pseudoallergie – Studien und Behandlung

Betroffen sind zwischen zwei und sieben Prozent aller Kinder mit Neurodermitis, Asthma oder Nesselsucht.

Im Rahmen von Studien reagierten die meisten Patienten nach etwa zehn Minuten nach der Aufnahme der Pseudoallergene mit verstärktem Juckreiz und Hautrötungen.

Kinder mit Pseudoallergien auf Zusatzstoffe konnten wissenschafltich belegter Weise ihren Hautzustand deutlich bessern, wenn sie auf Nahrungsmittel mit den jeweiligen Pseudoallergenen verzichteten. Auch eine histaminarme Ernährung hatte einen deutlich positiven Einfluss auf das Hautbild der Patienten. 

Weniger Studien dazu gibt es bei erwachsenen Neurodermitikern. Die bisher durchgeführten zeigen jedoch ähnliche Ergebnisse wie bei den Kindern. In einer kleinen Studie reagierten unter kontrollierten Bedingungen (also im Vergleich von pseudoallergischen Nahrungsmittel und Placebos) 14 von 21 Patienten mit Ekzemschüben – einem ersten Schub nach 30 Minuten und einem weiteren nach 12 Stunden. In einer anderen Studie reagierte kein einziger von 91 Probanden auf die Zusatzstoffe.

In einer weiteren Untersuchung wurden die Auswirkungen einer Diät ohne Pseudoallergene erforscht. Bei zwei von drei Neurodermitikern, die sich für sechs Wochen pseudoallergenarm ernährten, besserte sich die Haut.
 

Quelle: Imke Rees und M. Worm, Allergologie, Jg. 25, Nr. 5/2002, S. 264-268
 


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