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Neurodermitis-Risiko für Scheidungskinder

Heute leidet jedes 5. bis 7. Kind in Europa an einer allergischen Erkrankung. In den letzten 20 Jahren hat sich die Anzahl Betroffener damit verdoppelt. Inzwischen gibt es etliche Hypothesen und erste Belege dafür, warum sich Allergien und Neurodermitis so rasant ausbreiten. Die meisten Untersuchungen beziehen sich dabei jedoch auf das Körperliche: auf die Ernährung, die Gene, Hausstaubmilben, Tierhaare, Tabakrauch und auf Luftschadstoffe. Eine Studie aus dem Jahr 2006 kann jedoch ein ganz neues Puzzleteil hinzufügen.

Untersucht wurden dabei Kinder, deren Eltern sich haben scheiden lassen. Alarmierend war, dass Kinder, deren Eltern sich getrennt hatten, ganze dreimal so häufig unter Neurodermitis leiden wie Kinder aus anderen Familien. Die Deutsche Gessellschaft für Allergologie und Klinische Immunologie (DGAKI), die die Studie mit dem Namen LISA verantwortet hat, führt das auf die psychische Belastung zurück. Die Belastung beeinflusse auch in hohem Ausmaß das Immunsystem der Kinder.

Arbeitslose Eltern hingegen wirken sich nicht auf die Wahrscheinlichkeit einer Erkrankung des Kindes an Neurodermitis aus.

War ein Elternteil schwer erkrankt,  sank das Neurodermitis-Risiko der Kinder sogar – obwohl auch die schwere Erkrankung große Belastungen für das Kind bedeuten. Die Wissenschaftler der DGAKI vermuten, dass derartige Familienschicksale eine Familie auch zusammenschweißen können und das Kind von einer größeren sozialen Aufmerksamkeit profitiert.

Im Umkehrschluss könnte das auch bedeuten, dass die Scheidung selbst nur dann das Immunsystem der Kinder so bedeutend angreift, wenn die Kinder während der Scheidung nicht ausreichend Zuwendung bekommen.

Quelle:
Bockelbrink A, et al; the LISA Study Group: Atopic eczema in children: another harmful sequel of divorce. Allergy 2006; Jg. 61, Nr. 12, S. 1397 – 1402.
 

 


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