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Neurodermitis – Psychische Folgen und wie man Ihnen vorbeugen kann

Psychische Probleme durch Neurodermitis? Das ist durchaus möglich, sagen Forscher. Kinder, die bereits im ersten Lebensjahrzehnt an Neurodermitis erkrankt sind, sind auffällig häufiger psychisch unausgeglichen als die gesunden Gleichaltrigen. Vermutet wird, dass daran vor allem der Juckreiz schuld ist und sein Einfluss auf das Schlafverhalten und die Konezntration. Auch um den unerwünschten psychischen Folgen vorzubeugen, sollte eine geeignete Ekzem- und juckreizlindernde Therapie so früh und konsequent wie möglich angewendet werden.

Immer mehr Kinder in Westeuropa erkranken an Neurodermitis. Geschätzt wird, dass inzwischen 8 bis 16 Prozent aller deutschen Kinder unter Neurodermitis leiden, noch bevor sie eingeschult wurden. Das quälendste Merkmal der Neurodermitis ist der starke Juckreiz, der die Patienten tags wie nachts belasten kann. Die betroffenen Kinder kratzen dann heftig auf ihrer Haut (wenn sie es nicht anders gelernt haben), schädigen die Haut dadurch weiter und verstärken den Juckreiz – ein Teufelskreis setzt ein. In der Nacht resultieren Ein- oder Durchschlafprobleme, am nächsten Tag erwachen die Patienten oft müde, Konzentrationsschwierigkeiten folgen.

Eine Studie der „German Infant Nutrition plus“, durchgeführt mit 3000 Neurodermitis-Patienten im Alter von zehn Jahren, zeigt, dass die Hauterkrankung sich nicht nur während eines akuten Schubs auf die Psyche auswirken kann, sondern auch noch lange Zeit darüber hinaus.

Die untersuchten Kinder litten deutlich häufiger an: 

  • Aufmerksamkeitsstörungen
  • Verhaltensauffälligkeiten
  • Emotionalen Schwierigkeiten

als die gleichaltrigen Kinder ohne Hauterkrankung. Je länger das Kind dabei unter Neurodermitis litt, umso stärker waren auch die Auffälligkeiten.

Selbst Kinder, die seit einigen Jahren keinen Neurodermitis-Schub mehr erlebt hatten, waren auffällig. Die Forscher leiten daraus ab, dass Neurodermitis auch langfristige seelische Beschwerden verursachen kann, allen voran:

  • Schlafmangel
  • Minderwertigkeitsgefühle
  • Konzentrationsprobleme

Die Haut konsequent behandeln, auch der Psyche zuliebe

Empfohlen wird eine „proaktive Therapie“, das heißt: auch in schub- und ekzemfreien Phasen sollte die Haut sehr konsequent gepflegt und behandelt werden. Dieser Ansatz ist verhältnismäßig neu, bis vor wenigen Jahren beschränkte sich die Behandlung auf akute Beschwerden. Notwendig ist die proaktive Therapie, weil bei Neurodermitikern auch in einer schubfreien Zeit mehr Entzündungszellen in der Haut nachweisbar sind. Wer diesem Umstand durch die tägliche Hautpflege Rechnung trägt, kann das Risiko neuer oder erneut aufblühender Ekzeme senken.
 


Quelle:
Infant-onset eczema in relation to mental health problems at age 10 years: Results from a prospective birth cohort study, von: German Infant Nutrition Intervention plus, The Journal of Allergy and Clinical Immunology Jahrgang 125, Nr. 2, Seite 404-410, Februar 2010.

 


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