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Neurodermitis Kleidung

Die Auswahl der richtigen Kleidung und Kleidungsstoffe gestaltet sich für Neurodermitiker besonders schwierig. Denn unterschiedliche textile Materialien können Hautreizungen und Ekzeme hervorrufen oder beschleunigen. Denn der Körper ist nahezu 24 Stunden täglich von Textilien bedeckt, Kleidungstücke können somit einen großen Einfluss auf das Krankheitsbild des Neurodermitis Patienten haben.

Aber nicht nur das Material selbst ist entscheidend für die Verträglichkeit bei atopischer Dermatitis, sondern auch die Behandlung und Ausstattung der Textilien. So sind oftmals Farbstoffe (bis zu 800 unterschiedliche Farbstoffe werden in der Textilindustrie eingesetzt), chemische Behandlungen (z.B. um das Kleidungsstück knitterfrei zu machen, ca. 600 unterschiedliche Substanzen kommen zum Einsatz), Waschmittel, Weichspüler, Appreturen (z.B. UV-Filter) und Applikationen.

(z.B. Nickelknöpfe) als Auslöser für Kontaktallergien verantwortlich. Die bei der Herstellung eingesetzten Chemikalien bleiben auch nach vielen Waschgängen als Rückstände in der Kleidung und reizen die Haut besonders stark. 

Leider sind Bekleidungstextilien nicht wie Lebensmittel oder Arzneien anmelde- und zulassungspflichtig. Das Kleidungsetikett verrät in der Regel nichts darüber, welche chemischen Substanzen zur Weiterverarbeitung und zur Veredelung der Stoffe eingesetzt wurden. 100% Baumwolle bezeichnet somit nur, welcher Anteil des Grundmaterials vor der Färbung, Veredelung und Weiterverarbeitung in das Kleidungsstück eingegangen ist. Der Nettowert nach der Verarbeitung kann teilweise nur noch bei 80% liegen. Hohe Intransparenz besteht vor allem bei importierter Ware aus Niedriglohnländern wie China. Und die textile Importquote für Deutschland liegt immerhin bei 90%.

Wir von jucknix versuchen, ein wenig mehr Licht in die richtige Kleidungsauswahl zu bringen und stellen einen Leitfaden für den Kleidungskauf bereit. Dieser ist auch als „Pocket-Guide“ für das Portemonnaie zum Download verfügbar.

  


ÜBERSICHT KLEIDUNGSMATERIALIEN:

BAUMWOLLE:
Tragekomfort und allgemeine Gebrauchseigenschaften:
Positiv: Angenehmer Tragekomfort, keine statische Aufladung, weich, strapazierfähig, atmungsaktiv.
Negativ: Kaum elastisch und mitunter stark knitternd.

Bewertung der Verträglichkeit aus Neurodermitis-Sicht:
Positiv: Baumwolle gilt generell als hautfreundliche Faser da sehr atmungsaktiv und bei hohen Temperaturen waschbar.
Negativ: Bei der Züchtung werden teilweise in hohem Maße Pestizide eingesetzt (daher mehrmals vor Gebrauch waschen), zudem intensiver Einsatz von Imprägnierungen und Weichmachern.

 

LEINEN UND HANF:
Tragekomfort und allgemeine Gebrauchseigenschaften:
Positiv: Reißfest und strapazierfähig, atmungsaktiv.
Negativ: Geringer Wärmeschutz, aufgrund der Reißfestigkeit eher unelastisch, stark knitternd.

Bewertung der Verträglichkeit aus Neurodermitis-Sicht:
Positiv: Kaum Einsatz von Pestiziden und chemischen Pflanzenbehandlungen bei der Züchtung (da hohe Schädlingsresistenz), bei hohen Temperaturen waschbar.
Negativ: Leinen und Hanf wird oftmals zusammen mit Baumwolle verarbeitet, Kleidungsstücke weisen dann die Nachteile der Baumwolle auf.

 

WOLLE/ SCHURWOLLE:
Tragekomfort und allgemeine Gebrauchseigenschaften:
Positiv: Elastisch und knitterarm, nimmt Feuchtigkeit gut auf, hohe Wärmehaltung.
Negativ: -

Bewertung der Verträglichkeit aus Neurodermitis-Sicht:
Positiv: -
Negativ: Gefahr von Hautreizungen durch chemische Behandlung der Schafe und der gewonnen Wolle sowie durch die schuppige Oberfläche der Wolle.

 

SEIDE:
Tragekomfort und allgemeine Gebrauchseigenschaften:
Positiv: Weich und geschmeidig, hohe Wärmeisolation, hohe Elastizität.
Negativ: Empfindlich gegen Feuchtigkeit und Schweiß sowie gegen starke Sonneneinstrahlung, nur bei geringen Temperaturen waschbar, teuer.

Bewertung der Verträglichkeit aus Neurodermitis-Sicht:
Positiv: Sehr glatte Faser und daher wenig hautreizend, in der Regel wenig chemisch behandelt.
Negativ: Seide ist oftmals nur chemisch zu reinigen und daher ungünstig für Atopiker.

 

SILBERTEXTILIEN:

In letzter Zeit werden auch Silbertextilien angeboten, deren antimikrobielle Silberionen aktiv gegen Schmerz und Juckreiz auslösende Bakterien vorgehen sollen. Mehr Informationen zu Silbertextilien finden sich hier.

 

Weiter zum Neurodermitis-Leitfaden für den Kleidungskauf

Quelle: Hautfreund


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