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Homöopathie und Neurodermitis

Homöopathen gehen davon aus, dass sich Krankheiten heilen lassen, wenn eine geringe Menge von Stoffen eingenommen wird, die höher dosiert bei Gesunden ähnliche Symptome hervorrufen. "Ähnliches" soll daher mit "Ähnlichem" geheilt werden ("simila similibus curentur").

Die Mittel werden vor der Einnahme hochverdünnt und sollen am Ende die Energie enthalten, die die Heilung fördert. Bei der Auswahl der Mittel wird auch die Persönlichkeit und die Krankheitsgeschichte des einzelnen Patienten  in einem Anamnese-Gespräch (ausführliche und genaue Erfassung der Krankheitsgeschichte des Patienten) einbezogen. Häufig verwendet werden bei Neurodermitis die Stoffe Sulfur, Calcium Carbonium, Silicea (Kieselsäure), Graphitis und Psorinum. Doch auch viele andere sind möglich.

Es gibt in der Homöopathie eine Regel, wie sich die Heilung vollziehen soll. Sie wird die Hering’sche Regel genannt. Danach erfolgt die Heilung erstens von innen nach außen: zuerst bessert sich die Gemütsebene, dann zum Beispiel der entzündete Darm und schließlich das Ekzem auf der Haut. Zweitens von oben nach unten: die Besserung muss am Kopf anfangen und sich dann über Brust und Bauch zu den Armen, Beinen, Händen und Füßen ausbreiten.  Drittens bessern sich die Symptome der Regel zufolge in der umgekehrten Reihenfolge ihres Auftretens: die Symptome, die zuletzt aufgetreten sind, bessern sich zuerst.

Bevor überhaupt Besserungen eintreten, gibt es zu Beginn der Homöopathie oft eine „Erstverschlechterung“. Die Symptome der Neurodermitis verschlechtern sich vorübergehend, bevor die Heilung eintritt.

 

Im Mittelpunkt der homöopathischen Therapie steht stets der gesamte Mensch. Körper und Geist werden als Einheit betrachtet und behandelt. Die Sprache des Körpers soll erlernt werden.

Im Vergleich zur Schulmedizin gewinnt die Homöopathie an Bedeutung. Hatten sich 2004 erst 38 Prozent der Deutschen einmal homöopathischer Mittel bedient, waren es kürzlich bereits deutlich über 50 Prozent. Bisher wird allerdings wissenschaftlich stark bezweifelt, ob Homöopathie zur Linderung oder Heilung von Neurodermitis und anderen Krankheiten beitragen kann. Denn beim homöopathischen Potenzieren werden die Wirkstoffe so stark verdünnt, dass wissenschaftlich kein einziges Molekül des Wirkstoffs mehr nachgewiesen werden kann. Homöopathen argumentieren, dass das zur Verdünnung eingesetzte Wasser "ein Gedächtnis" habe, welches die Grundlage der späteren Heilung bildet.

Vielfach wird aber auch vermutet, dass der Placebo-Effekt die Heilerfolge der Homöpathie herbeiführt. Allein der Glaube an die Heilung der Krankheit kann diese postiv beeinflussen.

Viele Krankenkassen erstatten inzwischen homöopatische Behandlungen. Zum einen, weil der Heilerfolg, der sich scheinbar bei vielen Patienten einstellt, für sich spricht. Die wissenschaftliche Belegbarkeit der homöopathischen Methoden ist bei den Kassen dabei nur von untergeordneter Bedeutung. Zum anderen aber auch deshalb, weil die Erstattung der Behandlung als Marketinginstrument dient.

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Linktipps:
Mehr Informationen zur Homöopathie gibt es bei der Deutschen Gesellschaft für Klassische Homöopathie e.V. unter www.dgkh-homoeopathie.de.


 

Quellen:
Deutsche Gesellschaft für Klassische Homöopathie
Institut Allensbach
Bundesärztekammer


"Der Schriftbeitrag wurde von mir in meiner Eigenschaft als ärztlicher Beirat auf seine medizinische Aussagen geprüft. Es bestehen keine Bedenken. Der Beitrag eignet sich sehr gut als Vorinformation der Leidtragenden, kann jedoch nicht die individuelle ärztliche Diagnose, Beratung und Therapie ersetzen. Ich empfehle deshalb ausdrücklich den persönlichen Arztbesuch." Dr. med. Regine Sticken, Meldorf,
www.hautarzt-meldorf.de


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