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Akupunktur bei Neurodermitis

Akupunktur stammt aus der chinesischen Heilkunst, sie ist die in Deutschland am weitesten verbreitete Disziplin der Traditionellen Chinesischen Medizin. In Deutschland behandelt jeder 10. niedergelessane Arzt und sogar 36% der Allgemeinmediziner und 40% der niedergelassenen Orthopäden Patienten mit Akupunktur.

Der Lehre der Akupunktur zufolge gibt es einen Energiekreislauf im Körper, entlang dessen die Lebenskraft des Menschen strömt. Ist dieser Fluss blockiert, soll der Mensch krank werden. An den Akupunkturpunkten soll das Qi, die "lebenskraftnährenden feinstofflichen Dämpfe" von der Funktionskreisen des Körpers an die Körperoberfläche fließen. Mit dünnen Nadeln werden zwischen krankheitsabhängig bestimmte der insgesamt 360 Akupunkturpunkte gestochen und dann zum Teil gedreht, geklopft oder erhitzt. Während manche Akupunktur-Schulen nur eine oder wenige Nadeln gleichzeitig empfehlen, vertreten andere den Standpunkt, bis zu vierzig Nadeln gleichzeitig seien besser. Durch das Stechen soll der freie Fluss der Lebenskraft "Qi" wieder hergestellt werden.

Tut das nicht weh?

Die Akupunkturnadeln sind wesentlich dünner als die, die man etwa von Betäubungsspritzen kennt. Bei korrekter Ausführung empfinden die Patienten die Einstiche nur selten als unangenehm – wenn Sie ihn überhaupt spüren. Die Ruhephase danach, die etwa 20-30 Minuten dauert, erleben die Patienten als entspannend und wohltuend.

Alternativen zur Nadel

  • Bei der Akupressur werden die Punkte nicht mit Nadeln gestochen, sondern massiert. Auch die Akupressur kann praktische Erfolge aufweisen und ist darüber hinaus leichter selbst erlern- und anwendbar. So kann diese Heilmethode auch zu Hause durchgeführt werden. Für Kinder eignet sich die Akupressur besser als die Akupunktur, da man hier nicht so lange still sitzen muss.
  • Bei der Elektroakupunktur wird über die Nadeln ein schwacher Strom geleitet, der zusätzlich stimulieren soll.
  • Mittels Laserakupunktur werden die Akupunkturpunkte jeweils zwischen 10 Sekunden und einer halben Minute mit einem Softlaserlicht stimuliert. Ähnlich funktioniert auch die Akupunktur mit Infrarotlicht.
  • Die Stoßwellen-Akupunktur wird vor allem angewendet, wenn schmerzhafte Muskelverhärtungen gelöst werden sollen.
  • Besonders umstritten ist die Wirkungskraft beim Aufkleben von Magneten, Pflanzensamen oder Stahlkügelchen auf die Akupunkturpunkte. Zwar wird auch dieses Verfahren hin und wieder angewendet, eine mit Nadeln vergleichbare Stimulation scheint jedoch sehr unwahrscheinlich.

Was sagt die Wissenschaft

Bisher konnten die Akupunkturpunkte nicht durch mikroskopische Untersuchungen sichtbar gemacht oder durch Spannungsmessungen nachgewiesen werden. In der Neurobiologie wurden durch das Nadelstechen jedoch Veränderungen im Nervensystem festgestellt – an ganz unterschiedlichen Stellen im Körper. Vor allem das Eitnreten schmerzhemmender Mechanismen wie die Ausschüttung des "körpereigenen Schmerzmittels" Endorphins wurde als bemerkenswert eingestuft, konnte aber bisher noch nicht genau interpretiert werden.

Zu den Wirkungen ist folgendes bekannt: 

Akupressur: Wissenschaftliche Untersuchungen kommen zu dem Entschluss, dass Akupressur bei Übelkeit und Erbrechen hilft, in anderen Fällen aber nicht. Für Neurodermitis scheint es damit keinen Beweis zu geben, dass Akupressur hilft.

Akupunktur: Für die Wirkungskraft bei Neurodermitis konnten bisher keine ausreichenden Beweise in Studien erbracht werden. Bei allergischem Schnupfen, Schlafstörungen und Schmerzen konnten hingegen positive Wirkungen festgestellt werden, die Akupunktur könnte damit durchaus wirkungsvoll für Neurodermitiker sein. Auch Akne kann mit der Heilmethode erfolgreich behandelt werden, eine Hautkrankheit, die ebenfalls häufig mit Nahrungsmittelunverträglichkeiten/-allergien und der Psyche zu tun hat. Neueste Untersuchungen und genaue Analysen der bisherigen Studienergebnisse geben jedoch etwas Anlass zur Zurückhaltung, schließlich seien viele Studien in der Vergangenheit mit methodischen Mängeln bestückt. Ein Forscher hat jüngst sogar festgestellt, dass eine Scheinakupunktur in der Kontrollgruppe die selben Ergebnisse hervorrief wie die tatsächliche Akupunktur in der Testgruppe. Bei der Scheinakupunktur werden Nadeln mit einem stumpfen Ende verwendet, dass zur echten Stimulation gänzlich ungeeignet ist. In diesem Fall müsste man die positiven Auswirkungen der Akupunktur auf einen Placebo-Effekt zurückführen. Bedenkenswerte gesundheitliche Risiken gehen hingegen nicht aus von der Akupunktur – nur bei Herzschrittmachern etc. kommt etwa die Elektroakupunktur nicht in Frage.

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Quellen: 
Stiftung Warentest: Asiatische Heilkunde – eine Bestandsaufnahme (Bißwanger-Heim; Ernst)


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