});

Neurodermitis beim Baby – Sonstige Maßnahmen

Bei der Kleidungsauswahl (Strampler, etc.) sollte auf atmungsaktive und glatte Materialien geachtet werden. Baumwolle, Leinen und Seide bieten sich an. Wolle bzw. Schurwolle hingegen reizt die empfindliche Neurodermitis OverallHaut und kann zu verstärktem Juckreiz führen. Wolltextilien können aber durchaus zum "Drüberziehen" verwendet werden.

Auch auf synthetische Materialen sollte weitestgehend verzichtet werden, da die häufig verwendeten Dispersions-Farbstoffe schlecht an diesen Fasern heften und auf die Babyhaut übergehen können. Auch pflegeleichte, knitter- und bügelfreie Kleidung kann oftmals formaldehydhaltige Kunstharze (Allergierisiko!) beinhalten, auf die verzichtet werden sollte. Reißverschlüsse aus Nickel (häufige Kontaktallergie bei Neurodermitkern!) sollten gemieden oder überklebt werden. Generell sollten alle neuen Textilien vor dem Gebrauch mehrfach gewaschen werden. 

Die Babykleidung sollte locker sitzen und luftdurchlässig sein. Wärmestau ist in jedem Fall zu vermeiden. Ob dem Baby zu warm oder zu kalt ist, kann am besten am Rumpf oder Köpfchen gefühlt werden. Zu kalt empfundene Händchen sind eher beim Baby typisch, da die Durchblutung des jungen Organismus noch nicht ausgereift ist.

Für Babys mit starkem Juckreiz gibt es inzwischen spezielle Neurodermitis Kleidung fürs Baby. Neurodermitis-Overalls mit angenähten Fäustlingen verhindern das Kratzen, insbesondere in der Nacht. Diese, auch aus Mikrofaser mit besonders glatter Oberfläche zu haben,  sind allerdings nicht gerade günstig. Zunächst kann durch das Kurzhalten der Fingernägel versucht werden, die nächtlichen Kratzeffekte zu reduzieren.
 Die Firma allsana hat ein interessantes Youtube-Video veröffentlicht, in dem man sehen kann, wann und wie Neurodermitis-Anzüge verwendet werden sollten.
 
Zudem kommen in letzter Zeit vermehrt Silbertextilien – auch für Babys – zur Anwendung. Die aus versilbertem Polyamid gewebten Kleidungsstücke weisen eine antibakterielle Wirkung auf, reduzieren den Juckreiz und führen zu einem angenehmen Temperaturausgleich. Sie kühlen im Sommer und wärmen im Winter. Prinzipiell gelten für Babys die gleichen Kleidungsregeln wir für ältere Neurodermitispatienten. Spezielle Neurodermitis-Kleidung wird häufig von den Krankenkassen ersetzt. Mehr Informationen zu Neurodermitis-Kleidung gibt es hier.
 
Auch die Bettwäsche sollte, wie die Babykleidung, aus verträglichen Materialien sein. Zudem ist darauf zu achten, dass das Baby während der Nacht nicht überhitzt. Schwitzen führt wie bei älteren Neurodermitisbetroffenen zu Juckreiz und damit einer Verschlechterung des Hautzustands.
 
Das Waschen der Babykleidung sollte ohne den Zusatz von Weichspülern erfolgen, da sich Rückstände meist in der Kleidung ablagern und zu allergischen Reaktionen und Juckreiz führen können. Zudem sollte so wenig wie möglich Waschmittel eingesetzt werden und auf Pulverwaschmittel zurückgegriffen werden, da in diesen weniger Tenside zum Einsatz kommen.
 
Handelsübliche Windeln können problemlos verwendet werden, da sie von den meisten Kindern mit Neurodermitis vertragen werden. Hier sollte aber darauf geachtet werden, saugstarke und unparfümierte Windeln zu verwenden. Im Falle einer Kontaktallergie auf die Plastikfolie kann diese nach innen eingeschlagen werden, um den direkten Hautkontakt zu vermeiden. Falls doch eine allergische Reaktion auftritt, muss auf Stoffwindeln zurückgegriffen werden.
 
Wind, Sonne und Salzwasser sind grundsätzlich, wie auch bei Neurodermitis im Jugendlichenalter, eine Wohltat für die geplagte Baby-Haut. Insbesondere bei Säuglingen und Kleinkindern ist jedoch darauf zu achten, dass der direkte Sonnenkontakt möglichst kurz gehalten wird. Die junge Haut ist sehr viel empfindlicher als die von heranwachsenden Kindern. Weitere Informationen zu Licht- und Klimatherapien finden sich hier.
 
Viele Neurodermitiker reagieren allergisch gegen gechlorte Wasser. Zudem trocknet Chlor die ohnehin trockene Haut stärker aus als Meerwasser. Somit ist vom Besuch öffentlicher Schwimmbäder leider abzuraten.
 
Weitere Allergien, die bei Neurodermitikern häufig vorkommen und bereits das junge Neurodermitis Baby belasten, sind Tierhaar- und Hausstaubmilbenallergien. Bei starken Ausprägungen dieser Allergien helfen nur radikale Maßnahmen. Kontaktverbot mit Tieren, auf die das Kind allergisch reagiert, sowie Herausreißen von Teppichböden, der Hauptbrutstädte von Hausstaubmilben.

 

Weiter zu:  Allergien beim Kind vorbeugen und behandeln (Experteninterview mit Kinderarzt und -allergologe Dr. med. Christian Hessel)

 

 
Bildmaterial: Curaderm

"Der Schriftbeitrag wurde von mir in meiner Eigenschaft als ärztlicher Beirat auf seine medizinische Aussagen geprüft. Es bestehen keine Bedenken. Der Beitrag eignet sich sehr gut als Vorinformation der Leidtragenden, kann jedoch nicht die individuelle ärztliche Diagnose, Beratung und Therapie ersetzen. Ich empfehle deshalb ausdrücklich den persönlichen Arztbesuch." Dr. med. Regine Sticken, Meldorf, www.hautarzt-meldorf.de



Das könnte Dich auch interessieren:

  1. Sonstige Allergie-Maßnahmen Neben den medizinischen Maßnahmen zur Allergiebekämpfung gibt es weitere Maßnahmen,...
  2. Nagelpsoriasis-Behandlung durch sonstige Maßnahmen Die Nagelpsoriasis-Behandlung mit Cremes und Salben, Medikamenten zur Einnahme oder...
  3. Akne Behandlung – Hautpflege und sonstige Maßnahmen Neben Medikamenten gegen Akne und einer geeigneten Ernährung kann die...
  4. Seborrhoisches Ekzem – Hautpflege und sonstige Maßnahmen Neben der medikamentösen Behandlung können Hautpflege und weitere Maßnahmen zur...
  5. Neurodermitis beim Baby – Die Körperpflege Die Haut- und Körperpflege ist beim Baby das wichtigste Element...

Dein Kommentar

*