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Nesselsucht: Woher sie kommt und was wirklich hilft

Juckreiz, Schwellungen, Quaddeln und eine teilweise Jahre dauernde Suche nach der richtigen Therapie: Die Nesselsucht ist für Betroffene eine große Belastung. Fast eine Million Menschen leiden in Deutschland an der chronischen Form – lesen Sie hier, was die Krankheit ausmacht und wie sie behandelt wird.

Quaddeln können wandern

Der Name Nesselsucht ergibt sich aus den Beschwerden – wie an einer Brennnessel gebrannt, so fühlt sich die Haut an. Der lateinische Namen Urtikaria geht direkt auf die Brennnessel (Urtica) zurück. Die Betroffenen leiden unter Quaddeln und Rötungen, die am gesamten Körper auftreten können, typisch ist auch das „Wandern“ der Quaddeln.

Wenn die Symptome nach einigen Tagen verschwinden und nicht wieder auftauchen, spricht man von akuter Nesselsucht. Eine genaue Ursachenforschung ist dann meist nicht nötig; es reicht aus, die Schwellungen zu behandeln und den Juckreiz zu lindern. Gleiches gilt, wenn die Beschwerden durch physikalische Reize ausgelöst werden. Dazu zählen unter anderem Licht, Wasser, Kälte und Druck. Dann sollten Betroffene die Auslöser identifizieren und meiden oder verringern.

Die Nesselsucht kann auch zu Schwellungen in tieferen Schichten der Haut führen, sogenannten Angioödemen, die besonders unangenehm sind. Sie treten insbesondere an der Lippe und am Auge auf. In Rachennähe können sie die Atemwege verengen, deshalb geben die Experten an der Berliner Charité gefährdeten Patienten ein Notfallset mit auf den Weg.

Chronische spontane Nesselsucht

Schwierig ist die Behandlung, wenn die Nesselsucht chronisch wird und die Auslöser nicht bekannt sind (spontane Nesselsucht). Die andauernde Krankheit belastet Betroffene oft sehr; der starke Juckreiz kann die Patienten im Alltag beeinträchtigen und zu psychischen Begleiterscheinungen führen. Daher sollten Sie mit Ihrem Arzt oder Ihrer Ärztin nach möglichen Auslösern suchen. Erste Anhaltspunkte finden Sie online auf dem Infoportal Nesselsucht. Die spontane Urtikaria kann nach Angaben der europäischen Allergie-Stiftung ECARF verschiedene Ursachen haben.

Sie entsteht

  • als Überempfindlichkeitsreaktion auf Nahrungszusätze oder Medikamente
  • aufgrund chronischer Infekte
  • als Unverträglichkeitsreaktion auf körpereigener Stoffe (Autoreaktion)

Diagnose und Therapie

Auf der Suche nach den Verursachern müssen Ärzte und Patienten oft detektivisch vorgehen: Mit einem Beschwerdetagebuch und Ausschlussdiäten kommen sie den Auslösern auf die Spur. Weil Stress die Beschwerden oft verschlimmert, sollten Patienten ihren Umgang mit Stress überprüfen – Entspannungstechniken können ein Weg sein, zu mehr Ruhe und Ausgeglichenheit zu finden und mit den quälenden Krankheitssymptomen umzugehen.

In der Zwischenzeit lindern die Ärzte die Beschwerden mit Antihistaminika, die den Botenstoff Histamin blockieren. Dieser ist meistens an den Überempfindlichkeitsreaktionen beteiligt und löst den Juckreiz aus. Allerdings wirken diese bekannten Medikamente nicht immer – in jedem zweiten chronischen Fall von Nesselsucht sind sie wirkungslos. Inzwischen steht aber mit Omalizumab ein weiterer Wirkstoff zur Verfügung.


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