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Nesselsucht – Ursache und Verbreitung

Bei der Entstehung einer Nesselsucht oder Urtikaria kommen unterschiedliche Ursachen in Frage. Daher wird die Nesselsucht von der Art der Auslöser in folgende Klassen unterteilt:

  • Physikalische Nesselsucht: Ursache können mechanischer Druck oder Reize sein, aber auch klimatische Veränderungen, z.B. Kälte sein, oder der Kontakt mit kaltem Wasser oder kalten Getränken. Bemerkbar macht sich diese Form der Nesselsucht durch starken Juckreiz vor allem an den Stellen, die kurz zuvor der Kälte ausgesetzt wurden (mehr zur Kälte-Urtikaria / Kälte-Allergie). Daneben kann der physikalisch bedingte Nesselausschlag auch durch Sonnenlicht ausgelöst werden, besonders bei Vorerkrankungen, die mit Lichtempfindlichkeit einhergehen oder nach dem Kontakt mit pflanzlichen Wirkstoffen wie dem Bergamotte-Öl, das in einigen Kosmetika enthalten ist.
    In der Regel verschwindet diese Art der Urtikaria nach wenigen Minuten, sobald der Reiz nachlässt.
  • Allergische Nesselsucht: Als Allergene gelten zumeist Medikamente (z.B. Penicilin) und Nahrungsmittel. Als Nahrungsmittel werden dafür oft

    Nüsse, Gewürze, Fisch oder Schalentiere verantwortlich gemacht. Der Anfall beginnt meist innerhalb einer Stunde nach Kontakt mit dem Allergen – typischerweise spielt die Form des Kontaktes (Essen, Berührung) keine Rolle. Die Reaktionen können dann gravierender sein, als bei anderen Arten der Nesselsucht. Mitunter kann es zur Einschränkung der Atemwege (wenn die Schleimhäute im Mund- und Rachenbereich beeinträchtigt sind) oder auch zum anaphylaktischem Schock kommen.

  • Endogene Nesselsucht: Als Auslöser gelten Infektionen mit Viren (Hepatitis A und Hepatitis B), Bakterien (z.B. Streptokokken), Pilzen oder Parasiten sowie sonstige Beeinträchtigungen des Immunsystems.
  • Idiopathische Nesselsucht: In diesem Fall gibt es keinen offensichtlichen Auslöser. Diese Art der Nesselsucht ist noch weitestgehend unerforscht.

Neben dieser Unterteilung nach den Auslösern gibt es eine weitere, nämlich die nach dem zeitlichen Auftreten. Unterschieden wird hier zwischen:

  • Akute Nesselsucht: Tritt plötzlich auf nach dem Kontakt mit Allergenen in Nahrungsmitteln, Medikamenten, Insektenstichen oder Pflanzen wie der Brennnessel, Gräsern, oder Primeln sowie Tieren (Quallen). Starkes Jucken breitet sich teils auch auf dem Körper aus, Brust und Gesicht sind am häufigsten mit betroffen. Die Augenlider und Lippen können Anschwellen. Meistens verschwindet die akute Nesselsucht auch ohne Behandlung nach wenigen Stunden bis Tagen. Besondere Vorsicht und der Gang zum Arzt sind geboten, wenn Atembeschwerden oder Schluckstörungen durch Reaktionen der Schleimhäute auftreten.
  • Chronische Nesselsucht: Ab einer Dauer von sechs Wochen handelt es sich um eine chronische Nesselsucht. Auch hier entstehen Schwellungen, jedoch langsamer. Die Auslöser sind in 90% der Fälle unklar (ideopathische Nesselsucht) und liegen in unerkannten Erkrankungen wie Schilddrüsenfehlfunktionen, Autoimmunerkrankungen, Infektionsherde oder Magen-Darm-Störungen. Manchmal sind auch täglich eingenommene Medikamente schuld. In der Hälfte der Fälle klingt der Ausschlag innerhalb eines halben Jahres ab, manchmal hält die Urtikaria aber auch mehrere Jahre an.
  • Wiederkehrende Nesselsucht: Hiervon spricht man bei immer wiederkehrenden Nesselschüben mit Pausen dazwischen. Eine mögliche Ursache sind Medikamente, die nur periodisch eingenommen werden.

Nesselsucht kann sowohl bei Kindern als auch bei Erwachsenen auftreten. Im Erwachsenen-Alter sind Frauen häufiger betroffen als Männer. Am häufigsten wird Urtikaria im Lebensalter zwischen 30 und 50 Jahren beobachtet.

Weitere Information zu Nesselsucht unter:
Nesselsucht – Symptome
Nesselsucht – Ursache und Verbreitung
Nesselsucht – Behandlung und Therapie

 

 

"Der Schriftbeitrag wurde von mir in meiner Eigenschaft als ärztlicher Beirat auf seine medizinische Aussagen geprüft. Es bestehen keine Bedenken. Der Beitrag eignet sich sehr gut als Vorinformation der Leidtragenden, kann jedoch nicht die individuelle ärztliche Diagnose, Beratung und Therapie ersetzen. Ich empfehle deshalb ausdrücklich den persönlichen Arztbesuch." Dr. med. Regine Sticken, Meldorf, www.hautarzt-meldorf.de


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