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Nesselausschlag

Der Nesselausschlag (auch: Nesselsucht, Urtikaria) ist eine krankhafte Hautreaktion auf:

  • physikalische Einwirkungen: Wärme, Kälte, Licht, Druck, Wasser, Kratzen (Urticaria factitia)
  • Vorgänge im Immunsystem
  • Stress
  • Nahrungsmittel und Medikamente (allergischer Nesselausschlag)

Ein Nesselausschlag zeigt sich vor allem anhand von Hautrötungen sowie Quaddeln („Nesseln“), die mitunter stark jucken können. Zunächst entstehen dabei blassrote bis rote Erhebungen auf der Haut, wie bei Mückenstichen. Die Flecken werden größer und es bilden sich mit Flüssigkeit gefüllte Quaddeln oder Erytheme – ganz ähnlich wie nach der Berührung einer Brennnessel. Dabei können die Quaddeln wenige Millimeter bis handgroß sein und sowohl kleine Körperstellen als auch große Teile der Haut betreffen. Der Ausschlag kann an einer Stelle bleiben oder wandern. Nach drei bis vier Stunden ist vom Ausschlag meist nichts mehr zu erkennen, spätestens jedoch nach 12 Stunden.

Unterschieden werden der akute und der chronische Nesselausschlag – letzterer hält länger als sechs Wochen an bzw. tritt immer wieder nach dem Kontakt mit dem Auslöser auf.

Den genauen Auslöser des Hautausschlags zu identifizieren gestaltet sich häufig als sehr schwierig, da die Ursachen so vielfältig sein können.
Bei Quaddeln handelt es sich um Ödeme der Lederhaut, die durch den Botenstoff Histamin hervorgerufen werden: Histamin macht die Blutgefäße der Haut durchlässiger, sodass sich mehr Wasser in der Lederhaut ansammelt. In 10 Prozent der Fälle ist eine echte Allergie an der Histamin-Ausschüttung Schuld, meist handelt es sich jedoch um andere Ursachen:

  • Der Körper verträgt eigene Stoffe nicht (Autoreaktivität, Autoimmunerkrankung)
  • Chronische Infekte des Verdauungstrakts, zum Beispiel mit Helicobacter pylori
  • Erkrankungen der Nebennierenrinde
  • Abbaustörung des Histamins
  • Überempfindlichkeit gegenüber Nahrungsmittelzusätzen (v.a. Farbstoffe, Aromastoffe, Konservierungsstoffe) oder Medikamenten
  • Stress
  • Neben den Quaddeln kann es auch zu Schwellungen im Gesicht sowie an der Mund- und Rachenschleimhaut oder am Kehlkopf kommen, die schlimmstenfalls zur lebensgefährlichen Atemnot führen.

Physikalischer Nesselausschlag

Der physikalische Nesselausschlag wird nicht durch chemische Substanzen ausgelöst, sondern vor allem durch Kälte („Kälteallergie), Hitze / Sonne oder Druck / Kratzen / Bestreichen der Haut, man spricht von einer „Pseudoallergie“, weil die Reaktionen einer Allergie ähneln, im Körper aber keine klassischen allergischen Reaktionen ablaufen. Verantwortlich ist, so wird vermutet, ein fehlgesteuertes Histamin-System im Körper.

Sonderformen des Nesselausschlags

Besondere Formen sind:

  • aquagene Urtikaria: Quaddeln und Juckreiz beim Kontakt mit destilliertem Wasser (vermutlich, weil sich dabei Substanzen von der Haut lösen und neu eingeschwemmt werden, die der Körper nicht verträgt), fälschlicherweise oft als „Wasserallergie“ bezeichnet
  • cholinergische Urtikaria und adrenergische Urtikaria: unter Aktivierung des vegetativen Nervensystems durch psychische Reize

Nesselausschlag – Behandlung möglich?

Eine ursächliche Behandlung ist nicht möglich. Vielmehr steht im Mittelpunkt der Nesselausschlag-Therapie die Identifikation und Vermeidung des Auslösers. Da die Symptome meist innerhalb weniger Stunden verschwinden, sind in der Regel keine Medikamente nötig. Bei langwierigen Ausschlägen können jedoch Antihistaminika sowie Cortison zum Einsatz kommen.
 


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