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Nanotechnologie für Neurodermitis?

Nanotechnologie wird heute vor allem mit Kleinsttechnologie im medizinischen Umfeld, in der Informatik sowie in der chemischen Industrie in Verbindung gebracht. Aber auch für Neurodermitiker gewinnt die Nanotechnologie an Bedeutung, nämlich beim Einsatz in spezieller, mit Silberionen bestückter Neurodermitis-Kleidung.

Was ist Nanotechnologie?

Die Nanotechnologie forscht im Rahmen von Atomen und Molekülen mit einer Größe bis zu 100 Nanometern (1 Nanometer entspricht 1 milliardstel Meter). Im Vergleich dazu beträgt der Durchmesser eines menschlichen Haares ca. 70.000 nm. Die Forschung beschäftigt sich aktuell mit vielen Einsatzgebieten für die Nanotechnologie – heute vor allem die Medizin, die Chemie und die Informatik. Für Neurodermitiker werden inzwischen spezielle Textilien entworfen, die antibakteriell wirken sollen. Dadurch sollen sich Ekzeme und Juckreizschübe deutlich reduzieren lassen.

Einsatz von Nanotechnologie in der Bekleidungsindustrie

In der Textilindustrie erhält die Nanotechnologie Einzug, um die Oberflächeneigenschaften der Kleidungsstücke zu beeinflussen. Kleidungsstücke lassen sich auf diesem Weg schmutzabweisender, atmungsaktiver und UV-resistent machen. Sogar „Fresh-Ausrüstungen“ existieren inzwischen, Geruchsmoleküle werden gebunden, um so Unterwäsche und Socken wohlriechender zu machen.

Für Neurodermitiker existieren seit einiger Zeit Silbertextilien, in denen kleinste Silberionen die Fasern umhüllen, um so die bakteriellen Entzündungen der Haut zu reduzieren. Dazu wird vor allem versilbertes Polyamid in die Kleidung eingewoben. Silberionen führen, dies ist bereits durch einige Studien belegt, zu einer deutlichen Verringerung der Anzahl an Bakterien, die sich auf der Haut befinden. Als weiteren positiven Effekt der Silbertextilien kann der angenehme Temperaturausgleich genannt werden, Schweißbildung wird reduziert und mindert damit zusätzlich die Juckreizbildung.

Risiken der Nanotechnologie in Textilien

Das Institut Hohenstein hat herausgefunden, dass Silbertextilien durch ihre Pigmentbindung zellschädigend sein können. Fraglich ist derzeit noch, ob die Silberionen selbst, oder mehrfach festgestellte Formaldehydreste in den Fasern die Zellschädigung herbeiführen. Wer sich für den Kauf von Silbertextilien entscheidet, sollte, so das Institut, die Kleidung vor Gebrauch mindestens einmal waschen.

Dennoch lassen die Ergebnisse die Frage offen, ob der Einsatz von Silbertextilien, dessen positive Wirkung auf die ekzembefallene Haut mehrfach bewiesen wurde, nicht zu früh kommt, da zellschädigende Wirkungen noch nicht ausreichend erforscht sind.

Aus Sicht der jucknix Redaktion sollte zunächst sichergestellt sein, dass sich bei silberbeschichteten Textilien das Silber  nicht aus den Fasern lösen kann oder die Partikel so groß sind, dass sie nicht in die Zelle eindringen können.
 

Alle Neurodermitis-Therapien hier.


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2 Antworten zu “Nanotechnologie für Neurodermitis?”

  1. Tina sagt:

    Danke für diesen kritischen Artikel, habe gerade einen anderen hier (zu Skintosin) kritisch kommentiert. Im obigen wird aber explizit auf die Gefahren hingewiesen. Nach meiner unangenehmen Erfahrung mit Silberionen-Bettwäsche möchte ich dringend davon abraten und empfehlen, besonders bei Babys und Kleinkindern kein Risiko einzugehen.

  2. admin sagt:

    Hallo Tina,

    das ist leider korrekt. Es ist noch nicht bewiesen, ob die durch Verfahren der Nanotechnologie hergestellten Silbertextilien eine zellschädigende Wirkung haben können, da befürchtet wird, dass sich die Silberionen von der Kleidung lösen können und sich langfristig negativ auf den Organismus auswirken. Daher sind Ergebnisse von Langzeitstudien abzuwarten. Ich teile Deine Empfehlung, bei Kindern und Babys eher auf traditionelle Behandlungsmethoden wie Ernährungsumstellung, lange Stillperioden (mindestens 4 Monate) und entsprechenden Einsatz von Cremes und salben zurückzugreifen.

    jucknix hält Euch selbstverständlich auf dem Laufenden, sollte es weitere Erkenntnisse zum Einsatz von Silbertextilien geben.

    Beste Grüße und Danke für Deinen Kommentar

    Jens – Autor von jucknix.de

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