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Nagelkrankheiten

Der Begriff Nagelkrankheiten bezeichnet eine Gruppe von Erkrankungen, die die Fußnägel und / oder Fingernägel betreffen. Nagelkrankheiten können zu verformten, brüchigen, ausfallenden oder farblich veränderten Nägeln führen. Die Ursachen sind vielfältig und variieren wie auch die Symptome zwischen harmlos und ernsthaft. In jedem Fall sollte eine solche Erkrankung beim Hautarzt abgeklärt werden. Besonders gilt dies bei chronischen Erkrankungen wie Diabetes mellitus. Die Therapie hängt von der Ursache der Nagelkrankheit ab.

Erkrankungen der Nägel betreffen vor allem Nagelbett, Nagelfalz und Hornplatte, die typischsten Symptome sind:

  • Brüchige Nägel
  • Akute Entzündungen mit schmerzhaften Schwellungen
  • Abgelöste Nagelplatte
  • Nagelverfärbungen
  • Verformte Nägel
  • Chronische Entzündungen mit Eiterungen
  • Bröckeliger Zerfall des Nagels

Wir unterscheiden im Folgenden genauer Nagelkrankheiten mit:

  • veränderter Nagelplatte
  • veränderten Nagelfarben
  • veränderten Nagelformen
  • verändertem Wuchsverhalten

Nagelkrankheiten mit veränderter Nagelplatte

Zu dieser Gruppe von Nagelerkrankungen zählen:

  • Brüchige Nägel: durch Austrocknung, zum Beispiel wegen zu häufig verwendeter Nagellackentferner. Hier kann es helfen, für einige Wochen auf das Lackieren zu verzichten und die Nägel stattdessen regelmäßig einzucremen.
  • In der Länge gesplitterte Nägel (Onychorrhexis): oft durch zu viel Wasserkontakt oder zu häufigen Einsatz von Nagellacken und Nagellackentfernern. Zum Teil aber auch bedingt durch Unterernährung, Eisenmangel oder Vitaminmangel, Lichen ruber oder Schilddrüsenunterfunktion.
  • In zwei Schichten aufgespaltene Nägel (Onychoschisis): durch zu starke Beanspruchung der Nägel, häufig bei Berufsmusikern mit Saiteninstrumenten. Putzmittel, Waschmittel und Kosmetikprodukte auf den Nägeln meiden. Nägel kurz schneiden und mit Harnstoff-Präparaten (siehe auch Urea pura).
  • Nagelpilz (Onychomykose): gelbliche oder weiße bis graue Flecken und Streifen auf den Nägeln, die zudem oft brüchig sind und sich vom Nagelbett abheben können. Wenn der Ansatz der Nägel betroffen ist, kann sich der gesamte Nagel verfärben und verdicken. Ursache ist hier eine Infektion meist durch Fadenpilze, seltener durch Hefepilze oder Schimmelpilze (siehe auch: Ist Nagelpilz ansteckend?). Fußnägel sind häufiger betroffen als Fingernägel. Größte Infektionsgefahr in öffentlichen Umkleiden, Duschen, Bädern und Saunen – die Pilze lieben das feuchtwarme Milieu. Hier sollte unbedingt ein Arzt aufgesucht werden. Zur Therapie dienen Antimykotika als Nagellacke oder Lösungen, teils auch zur Einnahme als Kapseln oder Tabletten. Die Behandlung muss fortgesetzt werden, bis die Nägel vollständig gesund nachgewachsen sind, was 6-12 Monate dauern kann. Wenn die Nägel langsamer wachsen (bei älteren Menschen, Durchblutungsstörungen, Nervenschäden), kann es länger dauern.

Nagelkrankheiten mit veränderten Nagelfarben

Zu dieser Gruppe von Nagelerkrankungen gehören:

  • Weißnägel (Leukonychie): weiße Punkte oder Querrillen, selten kann sich der Nagel ablösen. Mögliche Ursachen: Vergiftung, Leberzirrhose, Nagelpilz, Verletzungen. Komplett weiße Nägel können zum Teil auch erblich bedingt sein.
  • Bräunliche bis schwarz Nägel: durch Blutung unter dem Nagel, durch ein Muttermal unter dem Nagel oder schwarzen Hautkrebs (Melanom).
  • Bläuliche Nägel: durch sauerstoffarmes Blut wie bei Herzschwäche oder schweren Erkrankungen der Lunge.
  • Gelbe Flecken auf den Nägeln: durch die Ablösung der Nagelplatte vom Nagelbett, häufig durch Nagelpilz oder Schuppenflechte (dann meist umgeben von rötlich-braunem Randsaum).
  • Weiß-rotbräunliche Nägel: zur Hand hin weißliche, zu den Fingerspitzen rötlich-braune Verfärbungen. Kann auf eine schwere Nierenerkrankung hinweisen.

Nagelkrankheiten mit veränderten Nagelformen

Weiterhin können Erkrankungen der Nägel nach veränderten Nagelformen unterteilt werden:

  • Quer geriffelte Nägel: mit hellen, erhabenen, streifigen Querbändern (Mees-Bänder). Diese können sich zu Rillen, den Beau-Reil-Furchen, entwickeln. Ursachen: Infektionen wie Hepatitis, toxische Substanzen.
  • Längs geriffelte Nägel: vor allem im Alter, aber auch Symptom von Schuppenflechte, Knötchenflechte (Lichen ruber) oder kreisrundem Haarausfall (Alopecia areata).
  • Uhrglasnägel: stark nach außen gewölbte Nägel, leicht bläulich, häufig Folge einer Lungenerkrankung, Herzerkrankung, Mukoviszidose, Schlaganfall, Lebererkrankung oder Blutarmut.
  • Hohlnägel (Löffelnägel, Koilonychie): splittern oft am Rand, sind dünn und erscheinen eingedellt. Vor allem an den Fingernägel, oft mit erweichten Nägeln (Onychomalazie) einhergehend. Ursachen: Durchblutungsstörungen, Eisenmangel, starke Beanspruchung durch viel Wasserkontakt oder Kontakt mit Waschmitteln und Chemikalien.
  • Tüpfernägel: mit stecknadelgroßen Grübchen überzogene, unebenen Oberfläche, meist aber normale Farbe. Ursachen: Schuppenflechte, kreisrunder Haarausfall.
  • Krallennägel (Onychogryposis): krallenartig gekrümmte, stark verdicke Nägel, vor allem an den Großzehen und bei älteren Menschen. Ursachen: Verletzungen, Nervenschäden, Durchblutungsstörungen.
  • Fehlgebildete Nägel (allgemein): dünnere, kleinere, anormal geformte Nägel, etwa nach Verletzungen, bei Durchblutungsstörungen oder Hauterkrankungen.

Nagelkrankheiten mit verändertem Wuchsverhalten

„Verändertes Wuchsverhalten“ bedeutet, dass sich die Nägel entweder ablösen oder einwachsen:

  • Nägel, die sich ablösen: treten meist infolge einer Nagelbettentzündung auf oder als Folge einer schweren Grunderkrankung (Schilddrüsenerkrankungen, Diabetes mellitus, Eisenmangel, Tumor) oder wegen einer Quetschung oder anderen Verletzung.
  • Eingewachsene Nägel: oft schmerzhaft, da sie sich in die Haut, ins Nagelbett oder in den Nagelfalz eindrücken, wo sie Entzündungen verursachen können. Kommt es zu Eiterungen, können diese nach unten wandern und zum Beispiel umliegende Knochen mitbefallen. Wer zu dieser Erkrankung neigt, sollte seine Nägel regelmäßig bei Fachkräften der Maniküre / Pediküre pflegen lassen und vorhandene Entzündungen zum Beispiel mittels Bädern in Kamille behandeln. Fußnägel sollten gerade geschnitten werden (die Ecken links und rechts stehen lassen). Stark entzündete Veränderungen kann der Arzt operativ therapieren.

Schulmedizinische Behandlung kranker Nägel

Im Mittelpunkt sollte stets das Erkennen und Behandeln der Ursache stehen. Wenn man weiß, warum die Nägel verformt, zu weich oder bröckelig oder verformt sind, kann die Therapie mit innerlichen und äußerlichen Maßnahmen deutlich zielgerichteter erfolgen.

Zur Diagnostik können neben der Betrachtung der Symptome durch den Arzt auch Blutuntersuchungen und weitere Verfahren eingesetzt werden.
Liegen Infektionen mit Bakterien, Viren oder Pilzen vor, werden diese antibiotisch, antiviral oder antimykotisch behandelt mit Lösungen oder speziellen Lacken. Oft ist zudem eine innerliche Behandlung nötig.

Da Nagelkrankheiten oft Folge eines Nährstoffmangels sind, ist auch eine ausgewogene Ernährung mit reichlich Kalzium, Zink, B-Vitaminen und Vitamin C zu empfehlen.

Homöopathie und andere Alternativmedizin bei Nagelkrankheiten

Die folgenden Therapie können vor allem ergänzend zur Schulmedizin eingesetzt werden – oder wenn diese nicht anschlägt.

Auch die Behandlung mit Homöopathie und Co. hängt vom genauen Erscheinungsbild der Nägel ab.

Lösen sich die Nägel ab, kann folgendes helfen:

  • Silicea: in D3 bis D12, soll das Bindegewebe, Knochen- und Lymphgewebe stärken, zudem auch Haut, Haare und Nägel. Bei Krankheiten mit Wundsein, Eiter und solchen, die durch Wärme besser werden.
  • Graphites: in D3 bis D12, starker Bezug zu Haut, Haaren und Nägeln. Bei übergewichtigen Menschen mit unreiner Haut, trockener, rauer, schuppiger, rissiger Haut. Patient tendiert bei Wunden zu Eiterungen. Gemüt: ängstlich, weinerlich, depressiv, phlegmatisch. Beschwerden werden bei Wärme schlimmer.
  • Calcium fluoratum (Flussspat): in D3 bis D12, fördert das Wachstum der Nägel. Soll bei Nagelkrankheiten helfen, die durch schlechte Ernährung oder Stoffwechselstörungen bedingt sind (abgemagerte Patienten, Bindegewebsschwäche, Neigung zur Verhärtung von Drüsen).
  • Antimonium crudum (Schwarzer Spießglanz): in D3 bis D8, bei reizbaren Patienten mit Neigung zu Übergewicht und dickem, weißen Zungenbelag. Krankheiten bessern sich bei Liegen und im Freien, verschlechtern sich bei kaltem Wasser, Hitze, sauren Speisen.

Bei brüchigen Nägeln können zum Beispiel angewendet werden:

  • Silicea (Kieselsäure) in D3 bis D12
  • Thuja occidentalis in D2 bis D12 (vor allem wenn auch Hauterkrankungen vorliegen)
  • Antimonium crudum
  • Graphites (Reißblei)

Liegen Infektionen des Nagelfalzes vor, werden typischerweise angewendet:

  • Alumina (Tonerde): in D3 bis D6, bei stark trockenen Schleimhäuten und Haut (wie bei älteren Menschen). Patienten sind unruhig und schnell gelangweilt, zuweilen verlangsamt und neigen zu Verstopfung. Brüchige Nägel, Hautjucken im Bett. Periodische Verschlechterung der Symptome. Besserung im Freien und bei feuchtem Wetter.
  • Calcium carbinicum
  • Hepar sulfuris
  • Graphites
  • Cistus canadensis

In der Phytotherapie werden zum Beispiel die folgenden Mittel häufig bei Erkrankungen der Nägel angewendet:

  • Auflagen mit Bockshornklee: entzündungshemmend und reizlindernd
  • Auflagen mit heißen Heublumensäckchen: Stoffbeutel zu zwei Dritteln füllen und aufkochen
  • Auflagen mit heißen Leinsamenpackungen: kleinen Stoffbeutel zu einem Drittel mit den Samen füllen, kurz kochen, wobei die Samen stark aufquellen, Beutel ausdrücken, mit Tuch umhüllen und auf die Nägel geben (so heiß, dass es gerade noch gut verträglich ist)
  • Kühle Umschläge mit Arnika
  • Kühle Umschläge mit Ringelblume

 


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