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Muttermal / Leberfleck

Das Muttermal (Naevus, Nävus) und der Leberfleck sind die am häufigsten auftretenden Fehlbildungen der Haut. Muttermal und Leberfleck sind gutartige Wucherungen der pigmentbildenden Zellen, der Melanozyten. Daneben gibt es Wucherungen der Naevuszellen, die den Melanozyten ähneln, welche für die regelmäßige Bräune der Haut verantwortlich sind. Auch die Naevuszellen können den Hautfarbstoff bilden, sorgen allerdings nicht für eine gleichmäßige Bräunung, sondern liegen in Nestern unter der Haut – wuchern diese Zellen, zeigen sich ebenfalls braune bis schwarze Verdunklungen der Haut in Fleckenform, die in diesem Fall als Naevuszellnaevi bezeichnet werden.

So gut wie jeder Mensch hat Leberflecken und Muttermale auf der Haut, teils angeboren, teils im Laufe des Lebens erworben. Hier unterscheidet man die beiden Fehlbildungen, die oft synonym verwendet werden:

  • Das Muttermal ist angeboren (kongenital) und schon bei der Geburt sichtbar
  • Der Leberfleck ist erworben, trifft auf 98% von Leberflecken zu

Über die Lebenszeit treten für gewöhnlich Leberflecke in zunehmender Anzahl auf, können sich aber auch zurückbilden.

Die Fehlbildungen können verschiedenste Formen annehmen, ebenso Farben (rötlich bis dunkelbraun) und Größen, sie können flach, gestielt oder erhaben auf der Haut liegen. Muttermale und Leberflecken sind meist scharf begrenzt und manchmal behaart.

Entfernt werden müssen die Hautveränderungen nur aus kosmetisch Gründen, oder weil sie sich auffällig entwickelt haben, sodass eine Hautkrebs-Erkrankung (Melanom, schwarzer Hautkrebs) oder eine Vorstufe dessen erkennbar wird. Bei den allermeisten Menschen ist eine bösartige Entartung und operative Entfernung jedoch nicht nötig. Trotzdem sollten die Leberflecken und Muttermale regelmäßige beobachtet werden – vor allem auch bei Kindern. Entwickeln sie sich auffällig oder verändern sie ihre Größe oder Farbe, jucken, bluten oder nässen sie, sollte man auf jeden Fall einen Hautarzt aufsuchen, der die Haut untersuchen und ggfs. Behandlungsmaßnahmen einleiten kann.

Vorbeugen kann man bösartigen Wucherungen am besten, indem man sich vor Sonnenbränden schützt.

Muttermal / Leberfleck – Ursachen

Die Muttermal-Ursachen bzw. Leberfleck-Ursachen sind ähnlich verschieden wie die Erscheinungsbilder.

Nahezu alle Menschen erwerben solche Pigmentflecken im Laufe ihres Lebens, vor allem in hormonellen Umbruchphasen wie der Pubertät oder der Schwangerschaft. Als wichtigste Ursache gelten zudem UV-Strahlen: Sonne und Solariums-Besuche begünstigen die Entstehung der Hautfehlbildungen. Daneben scheint ein geschwächtes oder unterdrücktes Immunsystem die Entstehung zu fördern – so treten die Veränderungen zum Beispiel vermehrt nach Chemotherapien auf.

Bei den angeborenen Leberflecken, den Muttermalen, sind die Ursachen noch unklar. Sowohl bei den angeborenen als auch bei den erworbenen Leberflecken wird vermutet, dass eine genetische Veranlagung eine Rolle spielt.

Muttermale und Leberflecken sind Folge angehäufter und vermehrter pigmentbildender Zellen, den Melanozyten und Naevuszellen. Diese Zellen wandern in die Haut ein vemehren sich dort und produzieren sich ansammelnde Pigmentzellen, die die Haut dunkel färben, da sie den Hautfarbstoff Melanin enthalten. Daher erscheinen die Fehlbildungen bräunlich bis schwarz. Zuerst sammeln sie sich an der Grenzschicht zwischen der Oberhaut und der Unterhaut (aktive Pigmentzellnaevus / Junktionsnaevus), dringen sie in die obere Lederhaut, sprihct man von Compoundnaevus, wandern sie noch tiefer in die Lederhaut, handelt es sich um intradermale Naevi, dann können sie jedoch keine Pigmente mehr bilden – und damit auch keine Pigmentflecken. Stattdessen kommt es zu Narbengewebe.

Muttermal / Leberfleck – Typen, Formen und Farben

Muttermale und Leberflecken sind Hautveränderungen, die in verschiedensten Formen und Farben auftreten können. Beschwerden treten darüber hinaus meist keine auf, die Fehlbildungen können jedoch aus kosmetischen Gründen unangenehm für die Betroffenen sein und sich zudem bösartig entwickeln.
Unterschieden werden die angeborenen Leberflecken (Muttermale) und die erworbenen Leberflecken (Naevi).

Angeborene Leberflecken (Muttermale)

Das Muttermal zeigt sich meist als brauner Fleck, der scharf von der umliegenden Haut abgegrenzt ist. Muttermale können unterschiedlich groß sein, mitunter auch behaart. Zunächst sind sie flach, später können sie erhaben mit einer fühlbaren Oberfläche werden.

Erworbene Leberflecken (Naevi)

Die erworbenen Leberflecken treten erst im Laufe des Lebens auf, sie können sich über Jahre entwickeln und verändern. Diese Leberflecken unterscheiden sich nicht nur in ihrer Größe, sondern auch Form und Farbe. Ein durchschnittlicher Erwachsener hat 20 bis 30 Leberflecken auf seiner Haut.
Zu Beginn tritt meist ein brauner Fleck auf, der Junktionsnaevus. Dieser kann sich über die Zeit wölben und zum Compundnaevus werden. Über die Jahrzehnte bilden sich die Leberflecke oft zurück, sodass sie zwar noch mit den Finger spürbar, aber nicht mehr dunkel gefärbt sind. Dann spricht man vom dermalen Naevus.

Bei den erworbenen Leberflecken werden weiterhin folgende Arten unterschieden:

  • Spitz-Naevus: eine Unterart des normalen Leberflecks, tritt überwiegend im Gesicht von Kindern und Jugendlichen auf und ist rötlich bis braun
  • Sutton-Naevus: mit weißen Höfen um die dunklen Hautveränderungen herum
  • Dysplastischer Leberfleck: asymmetrische Form, unregelmäßig begrenzt, wachsende Größe

Vorsicht und Kontrolle sind vor allem beim dysplastischen Leberfleck geboten, die anders als die anderen Typen nicht glatt, symmetrisch, scharf begrenzt, gleichmäßig gefärbt und nur bis zu fünf Millimetern groß werden.

Verändert sich ein Leberfleck oder juckt, schmerzt, blutet, rötet er sich oder nässt er sogar, sollte unbedingt ein Hautarzt aufgesucht werden.

Muttermal / Leberfleck – Diagnose 


Die Muttermal-Diagnose oder Leberfleck-Diagnose ist wichtig zur Abgrenzung normaler und ungefährlicher Hautveränderungen von krankhaften Hautveränderungen wie dem schwarzen Hautkrebs.

Untersucht werden die angeborenen Muttermale und erworbenen Leberflecken vom Hautarzt, der die Pigmentierungen mittels Dermatoskop, einem speziellen Lupeninstrument, betrachtet und die Haut hinsichtlich von Form, Farbe, Begrenzung und Größe beurteilt – die Eigenschaften von Leberflecken, die auf eine mögliche ernstzunehmende Erkrankung hinweisen. Dies ist insbesondere bei sogenannten dysplastischen Leberflecken der Fall, die asymmetrisch, wenig begrenzt, rau und zum Teil sehr groß werden können.

Liegt der Verdacht auf einer bösartigen Hautveränderung, muss eine histologische Untersuchung folgen, bei der per Biopsie etwas Feingewebe entnommen und genauer analysiert wird.

Muttermal / Leberfleck – Entfernen

Ein Muttermal zu entfernen bzw. einen Leberfleck zu entfernen ist in den meisten Fällen nicht nötig, oder nur dann, wenn der Fleck den Betroffenen aus kosmetischen Gründen stört – zum Beispiel dann, wenn der Leberfleck im Gesicht oder am Hals ist oder die Flecken sehr zahlreich auftreten. Hin und wieder tritt der Leberfleck an einer Stelle wie der Wirbelsäule auf, an der er ständiger Reizung durch die reibende Kleidung ausgesetzt ist und sich entzünden kann. Auch dann kann eine Operation sinnvoll sein.

Allerdings können manche Leberflecke das Risiko von Hautkrebs erhöhen. Kommt der Hautarzt bei der Untersuchung zum Ergebnis, dass eine solche Hautveränderung vorliegt, wird das Muttermal / der Leberfleck in der Regel entfernt. Wurde bei einem nahen Verwandten ein malignes Melanom gefunden, kann es ratsam sein, alle auffälligen Leberflecke und Muttermale entfernen zu lassen.

Dabei wird der Leberfleck vollständig vom Hautarzt herausgeschnitten, man spricht von der Exzision. Das herausgeschnittene Gewebe kann dann im Labor untersucht werden.

Muttermal / Leberfleck – Gefährlich?

Ist ein Muttermale bzw. Leberfleck gefährlich? Das kommt darauf an. Die meisten Muttermale und Leberflecke verlaufen ohne Beschwerden und Komplikationen. Sie sind gutartige Hautveränderungen, die über die Jahre auch von selbst zurückgehen können oder per Operation vollständig und dauerhaft entfernt werden können. Dies geschieht bei gutartigen Leberflecken in der Regel aus kosmetischen Gründen, oder weil der Leberfleck an einer Stelle sitzt, an der er ständiger Reibung unterliegt und dadurch Schmerzen verursachen kann (z.B. auf der Wirbelsäule).

Doch nicht jeder Leberfleck ist ungefährlich. Die sogenannten dysplastischen Naevus, die sich in Form, Farbe und Entwicklung von den gewöhnlichen, gutartigen Leberflecken unterscheiden, müssen regelmäßig von einem Hautarzt kontrolliert werden. Der Grund: dysplastische Leberflecke neigen mit deutlich größerem Risiko dazu, bösartig zu verlaufen und einen schwarzen Hautkrebs, das maligne Melanom, zu entwickeln. Zur Untersuchung werden derartige Leberflecke entfernt und im Labor auf Gut- oder Bösartigkeit getestet.

Gefährlich werden die dysplastischen Leberflecke vor allem dann, wenn sich die Betroffenen einer intensiven Sonnenbestrahlung aussetzen. Die UV-Strahlen erhöhne das Krebsrisiko massiv.

Muttermalen / Leberflecken vorbeugen

Einem Muttermal oder Leberfleck kann man nicht sicher vorbeugen, da die Neigung der Haut zu diesen Pigmentflecken auch genetisch bedingt ist, zudem auch durch hormonelle Vorgänge im Körper (in der Pubertät und in der Schwangerschaft entwickeln sich oft besonders viele Leberflecke).

Einiges kann man aber schon tun – vor allem dafür, dass die Hautveränderungen nicht bösartig entarten und zum schwarzen Hautkrebs, dem malignen Melanom, führen. Wichtigste Vorbeugung: UV-Bestrahlung, also Aufenthalte in der Sonne und im Solarium, möglichst gering halten und nur mit ausreichendem Lichtschutzfaktor ausüben. Dies gilt insbesondere für Menschen mit heller Haut. Sonnenbrände erhöhen die Anzahl und das Gefahrenrisiko von Leberflecken.

Neu auftretende oder sich verändernde Leberflecke sollten regelmäßig beim Hautarzt zur Krebs-Vorsorge kontrolliert werden. Zum Arzt sollte man auch dann, wenn die Flecken unscharf von der umliegenden Haut abgegrenzt sind, nicht gleichmäßig gefärbt, hervorgetreten oder sie jucken, nässen oder gerötet sind.

Die Krebs-Vorsorge ist bei Menschen mit sehr heller Haut, vielen Leberflecken oder bösartig entwickelten Hautveränderungen in der Verwandtschaft sehr wichtig.
 


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