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Mundrose

Die Mundrose (auch: periorale Dermatitis) ist eine medizinisch harmlose, für die Betroffenen aber dennoch aus kosmetischen Gründen oft belastende Hauterkrankung. Die entzündliche Mundrose zeigt sich als Ausschlag mit Rötungen und Hautirritationen an Mund, Nase und Augen. Häufigste Ursache der Mundrose ist eine übermäßige Gesichtspflege.

Bei der Mundrose laufen komplexe entzündliche Prozesse ab, die zur Hautveränderung vor allem im äußeren Mundbereich führen.  Da typische Ausschläge im Gesicht mit Bläschen, Pusteln, Knötchen und Rötungen vorwiegend im Bereich des Munds auftreten, hat sich dieser Begriff, „Mundrose“, für die periorale Dermatitis eingebürgert. Auch unter dem Begriff „Stewardessen-Krankheit“ ist sie geläufig.

Ist die Mundrose ansteckend?

Ansteckend ist die Hautkrankheit nicht.

Allerdings verläuft sie chronisch, teils über mehrere Jahre und rezidivierend – sie neigt also dazu, wiederholt aufzutreten. Begünstigt wird der Ausschlag durch trockene Haut, wie sie durch übermäßige Hautpflege hervorgerufen werden kann.

Mundrose – Ursachen

Die Ursachen der Mundrose sind noch nicht vollständig aufgeklärt. Allerdings fiel den Wissenschaftlern auf, dass Menschen zu dieser Erkrankung neigen, die ihr Gesicht regelmäßig ausgiebiger Reinigung und Kosmetik unterziehen.

Man nimmt an, dass die periorale Dermatitis dadurch begünstigt wird, dass die Hautzellen vermindert fettreiche Substanzen produzieren können, die neben den Lipiden gebraucht werden, um die Haut zu schützen und sie weich und geschmeidig zu halten. Die stark trockene Haut neigt zu Schuppungen, kleinen Rissen und Infektionen.

Menschen mit trockener Haut pflegen diese – naheliegender Weise – oft mit sehr reichhaltigen rückfettenden Pflegecremes. Dadurch kann die Regulation der Haut jedoch noch weiter gestört werden, was zu den typischen Entzündungen einer Mundrose führten kann.

Neben dieser „Hygiene-Hypothese“ gelten die folgenden Faktoren als mögliche Ursachen der perioralen Dermatitis:

  • Stress
  • Verschiedene Zahncremes
  • Hautpilz-Infektionen (Dermatomykosen), siehe auch Hautpilz im Gesicht
  • Entzündungsauslösende Mikroorganismen auf der Haut oder im Magen-Darm-Bereich
  • Intensive Sonnenbestrahlung
  • Hormone

Mundrose – Symptome

Typische erste Mundrose-Symptome sind kleine, tastbare, knötchenartige Verhärtungen auf der Haut, insbesondere in der Nähe des Munds. Die Knötchen entwickeln sich im Verlauf zu Bläschen oder Pusteln, die stark schmerzen können.

Dabei treten die Beschwerden oft zunächst vereinzelt und auf kleine Hautpartien begrenzt auf, bevor sie sich miteinander zu großen entzündeten Flächen verbinden können. Diese sind häufig von Juckreiz, Rötungen und Schuppungen begleitet.

Neben dem Mundbereich können auch betroffen sein:

  • Nase
  • Augen
  • Kinn
  • Stirn
  • Wangen

Mit dem Hautausschlag einher gehen können unangenehme Gefühle im Bereich des Mundes, teils auch unspezifische Symptome:

  • Schwächegefühl, körperliches Unwohlsein
  • Kopfschmerzen
  • Durchfall oder Verstopfung

Mundrose – Diagnose

Im Mittelpunkt der Diagnose einer Mundrose steht das Gespräch mit und die körperliche Untersuchung vom Patienten durch den Arzt. Da die periorale Dermatitis anderen Hauterkrankungen stark ähneln kann (Neurodermitis, Rosazea, Nesselausschlag), sind oft weitere Diagnose-Maßnahmen notwendig.

Weitgehend sicher diagnostiziert werden kann die Mundrose per Ausschlussverfahren, also durch den Nachweis, dass weder andere ähnliche Hauterkrankungen noch Allergien vorliegen.

Mundrose – Behandlung

Die Behandlung der Mundrose ist meist langwierig und erfordert reichlich Konsequenz, da der Ausschlag dazu neigt, wiederkehrend aufzutretend, es handelt es also um eine chronisch-rezidivierende Krankheit.

Wichtigste Maßnahme in der Mundrose-Therapie ist die Vermeidung der Auslöser. Mindestens für die Dauer der Therapie müssen Betroffene die möglichen Ursachen bestmöglich meiden, also:

  • Waschlotionen etc.
  • Hautpflege-Produkte
  • Peelings
  • Kosmetika
  • Aber auch intensives Sonnenlicht und Stress

Die erkrankte, ins Ungleichgewicht gerückte Haut, braucht ihre Zeit, um das normale, gesunde Milieu wieder herzustellen.

Während der Behandlung wird die Haut ausschließlich mit klarem Wasser gereinigt.

Rückfettende Cremes und Salben dürfen höchstens dann aufgetragen werden, wenn der Patient unter kaum auszuhaltenden Spannungsgefühlen um den Mund herum leidet.

Gegen die Entzündung können gerbstoffreiche Tees sowie entzündungshemmende Lösungen benutzt werden. Weiterhin können zinkhaltige Pasten helfen, als Medikamente kommen vorwiegend Antibiotika zum Auftragen auf die Haut zum Einsatz.

Cortison ist bei der Mundrose keine Option.

Mundrose vorbeugen

Sicher vorbeugen kann man der Mundrose nicht. Allerdings lässt sich das Risiko einer Erkrankung stark einschränken, indem man die Gesichtshaut nur in angemessenem Umfang reinigt, pflegt und mit Kosmetik strapaziert. Verzichtet werden sollte dazu auf jeden Fall auf aggressive Waschsubstanzen, Parfüme und all die Bestandteile von Waschlotionen, Cremes oder Salben, die der Haut Fett entziehen können (z.B. Alkohol).

Wer bereits erkrankt ist und einem erneuten Ausbruch der Mundrose vorbeugen möchte, kann dies zum Teil mittels „Entwöhnung“ tun, indem er über mehrere Moante auf alle genannten Substanzen verzichtet.

Im Mundbereich sollten zudem keine (oder nur mit Vorsicht) wirkstoffhaltigen Präparate wie Cortison-Salben aufgetragen werden.


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